Die San Francisco 49ers wirkten in der vergangenen Saison nie komplett. Christian McCaffrey fehlte fast durchgehend mit einer hartnäckigen Wadenverletzung, Brandon Aiyuk riss sich nach seiner Vertragsverlängerung früh das Kreuzband, und auch Trent Williams verpasste wichtige Wochen.
Ohne diese Leistungsträger verlor die Offense ihre Durchschlagskraft, während die Defense im Laufspiel regelrecht auseinanderbrach. Das Ergebnis: ein 6-11 Record, der alle Hoffnungen zunichtemachte.
49ers erlebten Saison zum Vergessen
Offensiv war zwar noch klar die Handschrift von Shanahan erkennbar, doch ohne McCaffrey und Aiyuk fehlte das Feuer. Brock Purdy hielt das System am Leben, aber seine Anspielstationen waren zu dünn besetzt, um konstant gefährlich zu bleiben.
In der Defense lief es noch schlechter: Von einer einst guten Unit rutschten die 49ers in den unteren Ligabereich ab und hatten vor allem Probleme, das gegnerische Laufspiel zu stoppen.
Neue Coordinators bei den 49ers
An der Seitenlinie bleibt Kyle Shanahan die Konstante, seit 2017 das Gesicht der Franchise. Große Hoffnung weckt die Rückkehr von Robert Saleh, der nach seiner Head-Coach-Tätigkeit bei den Jets nun wieder als Defensive Coordinator für das Team aus Kalifornien arbeitet. In seiner ersten Amtszeit baute er in San Francisco eine der besten Defenses der Liga - genau das will er wiederholen.
Offensiv setzt man auf interne Beförderung: Klay Kubiak übernimmt erstmals den Posten als Offensive Coordinator. Damit kombiniert das Team bewährte Strukturen mit frischem Input.
49ers-Offense mit Sorgen auf der Receiver-Position
Im Angriff liegt der Fokus klar auf den Rückkehrern. McCaffrey soll nach seiner langen Verletzung wieder die zentrale Figur sein, während Brian Robinson, aus Washington via Trade geholt, zusätzliche Power ins Laufspiel bringt. Auf Tight End bleibt George Kittle eine Elite-Waffe.
Deutlich komplizierter ist die Situation im Receiver-Room. Aiyuk fehlt zum Saisonstart, Ricky Pearsall laborierte im Camp an Blessuren, und bei Jauan Jennings kam zuletzt gleich doppelte Unsicherheit dazu: Nach einer Verletzung hat er inzwischen wieder trainiert, doch die Vertragssituation ist weiterhin ungeklärt. Demarcus Robinson wird vorerst fehlen, er ist für die ersten drei Spiele gesperrt.
Somit könnten Rookie Jordan Watkins oder auch Skyy Moore, der von den Chiefs geholt wurde, früh Verantwortung übernehmen. Auch Marquez Valdes-Scantling schaffte es über Umwege ins Roster, nachdem er bei den Seahawks im Zuge der Roster Cuts entlassen wurde. Entscheidend wird sein, wie Purdy diese Phase mit ständiger Rotation im Receiver-Corps und ohne seinen etatmäßigen Top-Receiver übersteht.
Die Offensive Line profitiert stark von Trent Williams. Solange er fit bleibt, ist sie durch Shanahans Scheme stabilisiert.
49ers-Defense bekommt neues Gesicht
In der Defense wurde konsequent aufgerüstet. Bryce Huff verstärkt den Pass Rush und Jason Pinnock bringt Erfahrung ins Safety-Corps. Auch der Draft drehte sich fast ausschließlich um die Defensive: Mykel Williams, Alfred Collins, Nick Martin, Upton Stout und D.J. West sollen vor allem gegen den Run helfen.
Das Herzstück bleibt natürlich Nick Bosa, unterstützt von Fred Warner als Feldgeneral im Linebacker-Corps. Der Abgang von Dre Greenlaw tut weh, Dee Winters soll in seine Rolle wachsen. In der Secondary bilden Renardo Green und Deommodore Lenoir das neue Corner-Duo, während Pinnock oder Malik Mustapha neben Ji’Ayir Brown die Safety-Spots übernehmen.
Die größte Frage bleibt: Reicht dieser personelle Umbau, um die Schwächen aus dem vergangenen Jahr nachhaltig auszumerzen?
Können die 49ers wieder oben angreifen?
Mit Robert Saleh zurück an der Seitenlinie hoffen die Niners, wieder an ihre Defensiv-DNA anzuknüpfen. Besonders die Laufverteidigung steht im Fokus. Offensiv gilt es, die ersten Spiele ohne Aiyuk zu überstehen und McCaffrey behutsam wieder einzubinden. Positiv: Der Spielplan ist vergleichsweise einfach - eine Chance, früh Selbstvertrauen zu tanken.
San Francisco hat die Qualität und vor allem die Coaching-Exzellenz, um schnell zurückzuschlagen. Schließlich führt Purdy Shanahans System mit Präzision. Dennoch: Das Front Office steht unter Druck. In den letzten Jahren waren die Drafts schwach, ohne den Purdy-Coup wären wohl längst Köpfe gerollt. Dass der Quarterback ihnen bisher den Job gerettet hat, macht die neue Saison noch brisanter.
Und genau diese Personalie steht im Fokus für die kommende Saison. Kann der ehemalige Siebtrundenpick nach frischer Vertragsverlängerung dieses Team in die Playoffs führen? Der Weg dahin scheint vergleichsweise einfach - aber 2025 liegt es mehr denn je an ihm.