Die Denver Broncos haben am Sonntag ein Ausrufezeichen gesetzt: Mit einem 21:17-Auswärtssieg bei den amtierenden Super-Bowl-Champions aus Philadelphia meldete sich das Team von Head Coach Sean Payton eindrucksvoll zurück - und Quarterback Bo Nix stand im Mittelpunkt.
Nach drei schwachen Vierteln führte der Rookie im Schlussabschnitt drei aufeinanderfolgende Scoring-Drives an, warf den entscheidenden Touchdown und blieb in der Druckphase eiskalt. Unterstützt von einer starken Defense und einem mutigen Playcalling zeigte Nix seine bislang reifste Leistung in der NFL.
Vom Unsichtbaren zum Matchwinner
Drei Viertel lang wirkte Nix fahrig, fand kaum Rhythmus und stand konstant unter Druck. Doch im Schlussabschnitt drehte er auf - und wie!
Mit neun von zehn erfolgreichen Pässen, 126 Yards und einem Touchdown leitete Nix gleich drei aufeinanderfolgende Scoring-Drives ein und führte Denver zu 18 unbeantworteten Punkten. "Wir haben einfach angefangen, in unseren Rhythmus zu kommen", erklärte Nix nach dem Spiel. "Unsere Defense hat uns immer wieder den Ball zurückgegeben, und dann haben wir angefangen, First Downs zu sammeln, Tempo aufzunehmen und Plays zu machen. Nach dem ersten Touchdown hatten wir das Momentum - und wir haben es nicht mehr hergegeben."
Der entscheidende Moment: Paytons Mut zahlt sich aus
Nach einem 11-Yard-Touchdown-Pass auf Tight End Evan Engram stand Denver im vierten Viertel bei 16:17 - doch anstatt den Ausgleich per Extrapunkt zu suchen, ging Sean Payton volles Risiko.
Er ließ Nix für zwei Punkte antreten und der 25-Jährige bedankte sich mit einem präzisen Wurf auf Troy Franklin in die Endzone. "Wir sind hergekommen, um zu gewinnen", sagte Payton später. "Ich hatte ein paar Calls, die ich wirklich mochte und das Team hat perfekt ausgeführt."
Nix zeigt sich selbstbewusst
Nix selbst zeigte sich nicht überrascht von der aggressiven Entscheidung: "Coach gab mir den Call, und wir wussten, dass das Play sitzen würde. Troy lief eine großartige Route, wir üben das seit Wochen. Das Vertrauen war da - und wir haben’s umgesetzt."
Am Ende stand Nix bei 24/39 Pässen für 242 Yards, einem Touchdown und 22 Rushing Yards - starke Zahlen, aber noch beeindruckender war die Ruhe und Führungsstärke, mit der der 25-Jährige das Comeback orchestrierte. "Er ist ein echter Wettbewerbstyp", lobte Payton. "Man spürt seine Führungsqualität, wenn es darauf ankommt. Die Jungs glauben an ihn - und er hat geliefert."
Signal für den Rest der Saison
Mit dem dritten Sieg im fünften Spiel stehen die Broncos plötzlich mit Rückenwind da und Nix hat seinen ersten echten "Signature-Win" in der NFL gefeiert. Der Quarterback selbst bleibt bescheiden, weiß aber, was der Sieg bedeutet: "Das war groß für uns. Es zeigt, dass wir auswärts gegen Top-Teams bestehen können. Das gibt uns Selbstvertrauen. Jetzt heißt es, den Schwung mit nach London zu nehmen."
Nächster Halt: London - wo die Broncos in Week 6 im Tottenham Hotspur Stadium auf die New York Jets treffen. Und mit einem Bo Nix in dieser Form scheint alles möglich.