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Buffalo Bills: Wenn nicht jetzt, wann dann?

kicker

Bekanntlich gibt es für manche Dinge im Leben den optimalen Zeitpunkt. Diese Dinge passieren, wie sie passieren sollen - und auf sie lohnt es sich zu warten. Im Fall der Buffalo Bills grenzt diese Behauptung inzwischen jedoch an eine Farce. Seit dem Jahr 1965 - noch vor der Einführung des Super Bowls - wartet die Franchise von der Ostküste auf die nächste Meisterschaft. Dabei sind sie - die Jahre 1991 bis 1994 ausgeklammert - nie so nah dran gewesen wie in den vergangenen Jahren.

Mit dem Aufstieg Josh Allens als einer der besten Quarterbacks der Liga, etablierten sich die Bills nachhaltig als eines der Spitzenteams der AFC. Sie krönten sich in den abgelaufenen sechs Spielzeiten zum Divisionsieger und klopften wiederholt an die Tür der NFL-Elite. Das Resultat allerdings, es blieb unzufriedenstellend. In diesem Jahr soll alles anders werden. Vielleicht muss es das auch.

Starten wir mit einem bildhaften Vergleich: Welche Erklärung hätte Superman gehabt, alles Böse des Universums nicht aufhalten zu können, wenn es kein Kryptonit gegeben hätte? Richtig. Keine. Nimmt man nun diesen Vergleich und überträgt ihn auf die Playoff-Saison Buffalos, kommt man auf die identische Antwort: Ausreden gibt es keine. Denn während sich die Bills auf ihr Duell mit den Jacksonville Jaguars vorbereiten, befinden sich mit den Baltimore Ravens, Cincinnati Bengals und Kansas City Chiefs die drei größten Konkurrenten der vergangenen Jahre bereits in der Offseason. Für Josh Allen bedeutet das, dass er sich weder mit Lamar Jackson, Joe Burrow oder - allen voran - Patrick Mahomes duellieren muss. Insbesondere Mahomes und seine Chiefs, die in den letzten drei Jahren dafür verantwortlich waren, dass die Saison der Bills endete, stellen 2025 keine Bedrohung dar.

Selbstredend soll das die Konkurrenz, welche sich Buffalo auf der AFC-Seite gegenübersieht, nicht diskreditieren. Allerdings geht man zum ersten Mal überhaupt in die Playoffs, wissend, dass man in egal welchem Match-Up den Quarterback-Vorteil genießt. Nick Wright erklärte dies bei First Things First wie folgt: "Leute erwarten zurecht, dass Allen nach Jacksonville reist und Trevor Lawrence schlägt. Genauso wie er Bo Nix in Denver überlegen sein sollte. […] Was ist das Match-Up, in welchem man von Josh Allen NICHT erwarten kann, dass er sein Team - trotz schwächerem Roster - zum Sieg führt?"

Der Fluch des Playoff-Auswärtsspiels

Objektiv betrachtet, spricht im Wild-Card-Spiel gegen Jacksonville wenig für Buffalo: Sie treffen auswärts auf ein Team, welches 13 Saisonspiele gewonnen hat, zuletzt acht in Serie, und mit Lawrence einen Quarterback aufstellt, der im letzten Monat das mitunter beste Quarterback-Play der gesamten Liga gezeigt hat. Zu allem Überfluss haben die Bills seit 33 Jahren kein Playoff-Spiel mehr auf fremden Rasen gewonnen. Ja, ihr lest richtig, 33 Jahre. Ein Fluch, den sie nun nicht nur einmalig durchbrechen müssen, sondern gleich mehrmals, wenn es in diesem Jahr endlich mit dem ersten Super-Bowl-Triumph der Franchise-Geschichte klappen soll.

Ein Blick auf die Kehrseite der Medaille macht Hoffnung: Mit Runningback James Cook hat man den frisch gekrönten Rushing Leader in seinen Reihen. Hinzu kommt die statistisch beste Passverteidigung, die zwölfbeste Scoring-Verteidigung und eine Top-10-Offense. Buffalo ist kein Powerhouse, kein klarer Favorit. Allerdings scheint das Einzige, was sie in dieser Postseason stoppen könnte, sie selbst zu sein. Allen voran, wenn das Konkurrenzfeld aus Neulingen in den Playoffs, unerfahrenen Spielmachern oder Teams mit weniger sportlicher Qualität besteht. Und nach dem emotionalen Abschied aus dem Highmark Stadium, in welchem die Bills am vergangenen Wochenende ihr letztes Heimspiel ausgetragen haben, sollte auch der emotionale Handlungsdruck vorhanden zu sein, dieses Jahr angemessen zu Ende zu bringen. Denn, Buffalo, wenn nicht jetzt, wann?

Die Uhr tickt gegen Josh Allen

Jene abschließende Frage richtet sich auch an den bereits erwähnten amtierenden MVP. So trägt der 29-Jährige den undankbaren Titel des einzigen Quarterbacks der NFL-Geschichte mit sechs oder mehr Playoff-Siegen, ohne ein einziges Mal im Super Bowl gestanden zu haben. Und obwohl sich seine Rivalen aus Baltimore, Cincinnati und Kansas City bereits auf die nächste Saison vorbereiten, war 2025 vielleicht der erste Indikator, dass eine neue Zeitrechnung in der AFC bevorsteht. Eine Zeitrechnung, eine Realität, in der offensichtlich wird, dass mindestens einer der genannten Quarterbacks, die die letzten Jahre geprägt haben, seine Karriere ohne Meisterschaftsring beenden wird.

Denn auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass ein Patrick Mahomes die Conference erneut in einem Würgegriff haben wird wie bis zur letzten Spielzeit, sollte zumindest die Eventualität in Betracht gezogen werden, dass er noch mindestens einmal in seiner Karriere ein Endspiel erreicht. Hinzu kommen Lamar Jackson, Joe Burrow, Justin Herbert, Trevor Lawrence sowie jüngere Quarterbacks, welche in den nächsten ein, zwei Jahren in die Liga kommen. Sie alle ringen um den einen Platz pro Jahr; um die eine Chance auf einen Super Bowl. Mit anderen Worten, das Feld, es lichtet sich nicht, sondern wird eher enger, umkämpfer, undurchsichtiger. Folglich wird auch der Weg zum Erfolg für Josh Allen härter - und seine Chance, sie ist vielleicht nie größer als in diesem Jahr.

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