Mike McDaniel (Miami Dolphins)
Die Dolphins stehen nach einer bitteren Niederlage gegen die Los Angeles Chargers bei nur einem Sieg aus sechs Spielen. Trotz kämpferischer Leistungen der Mannschaft gerät Head Coach Mike McDaniel zunehmend unter Druck.Positiv ist immerhin, dass die Mannschaft trotz der enttäuschenden Ergebnisse Kampfgeist zeigt, ein kleiner Pluspunkt für McDaniel.
Doch die Situation bleibt angespannt: Quarterback Tua Tagovailoa sorgte nach der jüngsten Pleite für zusätzliche Unruhe, als er auf einer Pressekonferenz öffentlich kritisierte, dass einige Mitspieler zu spät zu einem teaminternen Meeting erschienen seien. Eine solche öffentliche Mahnung wirft kein gutes Licht auf die Disziplin innerhalb der Mannschaft - und bringt McDaniel, der ohnehin um seinen Job kämpft, weiter unter Druck.
Aaron Glenn (New York Jets)
Kann es für Aaron Glenn und die New York Jets noch schlimmer werden? Nach sechs Spielen ist New York das einzige Team der NFL ohne Sieg - obwohl es in mehreren Partien Chancen auf einen Erfolg gab. Das Team verfügt zwar nicht über ein besonders stark besetztes Roster, doch die bisherige Bilanz wirft Fragen auf, ob die Probleme tatsächlich nur am Spielermaterial liegen.
Immer deutlicher zeigt sich, dass auch Glenns In-Game-Management und Entscheidungsfindung zu den Schwierigkeiten beitragen. Besonders der Zwischenfall vor der Halbzeitpause am vergangenen Sonntag sorgte für Kopfschütteln: Glenn ließ einen Fake Punt spielen, der erfolgreich war - nur um anschließend die Uhr auslaufen zu lassen, ohne weitere Punkteversuche zu unternehmen. Wide Receiver Garrett Wilson reagierte sichtbar frustriert, während Glenn weiterhin kein Vertrauen in Quarterback Justin Fields erkennen ließ. Statt auf die sportlichen Probleme einzugehen, kritisierte Glenn anschließend noch die Medien, die nach möglichen Änderungen auf der Quarterback-Position fragten.
Ein solcher Umgang mit Drucksituationen lässt Zweifel aufkommen, ob Glenn langfristig der richtige Mann ist, um die Jets aus ihrer Misere zu führen.
Kevin Stefanski (Cleveland Browns)
Die Browns haben in der Verteidigung unter Jim Schwartz eine Stärke und auch die Draft-Ausbeute 2025 stimmt. Für Kevin Stefanski scheint sich das Ende seiner Amtszeit in Cleveland abzuzeichnen. Die Probleme der Browns sind weniger das Ergebnis seiner Arbeit an der Seitenlinie, sondern vielmehr die Folge strategischer Fehlentscheidungen im Front Office - allen voran der gescheiterte Versuch, Deshaun Watson als Franchise-Quarterback zu etablieren. Nun steht ein eigentlich fähiger Head Coach plötzlich selbst im Fokus der Kritik und kämpft um seine Zukunft.
Sportlich steckt Cleveland in einer unklaren Situation: Nach dem Start von Rookie Dillon Gabriel wurde Veteran Joe Flacco zu einem Divisionsrivalen getradet, und immer lauter werden Stimmen, die fordern, dass Shedeur Sanders eine Chance als Starter bekommt. Gleichzeitig bleibt die Verteidigung unter Defensive Coordinator Jim Schwartz ein Aushängeschild: Mit nur 23,9 zugelassenen Yards pro Ballbesitz führt sie ligaweit die Statistiken an.
Das Team ist im Grunde nur einen verlässlichen Quarterback davon entfernt, wieder konkurrenzfähig zu sein - die entscheidende Frage lautet jedoch, ob Stefanski lange genug im Amt bleibt, um diesen Wendepunkt noch mitzuerleben. Sollte Cleveland tatsächlich einen Neuanfang wagen, dürfte Stefanski andernorts schnell eine neue Gelegenheit als Head Coach finden. Die aktuelle Misere liegt jedenfalls nicht alleine in seiner Verantwortung.
Jonathan Gannon (Arizona Cardinals)
Nach einem verheißungsvollen Saisonstart mit zwei Siegen befinden sich die Cardinals nun in einem Abwärtstrend. Vier Niederlagen in Folge - wenn auch nur mit insgesamt neun Punkten Differenz - haben die Cardinals im Rennen der hart umkämpften NFC West ins Hintertreffen gebracht.
Head Coach Jonathan Gannon sieht sich nun zunehmend kritischen Fragen gestellt, insbesondere in Bezug auf die Zukunft von Quarterback Kyler Murray, der beim jüngsten Spiel in Indianapolis fehlte. Auffällig: Die Offensive wirkte mit Ersatzmann Jacoby Brissett zeitweise stabiler. Schon eine Woche zuvor hatte das Team zu Hause eine bittere Niederlage gegen die Tennessee Titans hinnehmen müssen - deren einziger Saisonsieg bislang.
Für zusätzliche Negativschlagzeilen sorgte Gannon selbst: Während der Partie in Indianapolis geriet er an der Seitenlinie in einen heftigen Streit mit Running Back Emari Demercado, der nach einem folgenschweren Fumble am Ende eines möglichen 72-Yard-Touchdowns ohnehin sichtlich niedergeschlagen war. Gannon hat dabei sogar körperlich Kontakt zu seinem Spieler aufgenommen, ein Vorfall, für den ihn die Cardinals mit einer Geldstrafe von 100.000 US-Dollar belegten. Der Vorfall hat nicht nur das Image des Trainers beschädigt, sondern könnte auch die Diskussion um seine Zukunft in Arizona weiter anheizen.
Zac Taylor (Cincinnati Bengals)
Kann der 40-jährige Quarterback Joe Flacco den Job seines 42-jährigen Head Coaches Zac Taylor retten? Vielleicht - doch die Zeit drängt. Taylor hatte zu Saisonbeginn noch eine Entschuldigung in der Hinterhand: Starter Joe Burrow fällt mit einer Zehenverletzung für zwei bis drei Monate aus. Nach einem 2-0-Start bestand Taylors Aufgabe im Wesentlichen darin, das Team über Wasser zu halten und an der Playoff-Grenze zu halten, bis Burrow zurückkehrt.
Seitdem sind die Bengals jedoch 0-4. Zwar liegt die Verantwortung nicht allein bei Taylor, doch es war seine Aufgabe, aus Ersatz-Quarterback Jake Browning (0-3) und später Joe Flacco (0-1) konkurrenzfähige Leistungen herauszuholen. Die Bengals sind eine Franchise, die Veränderungen selten und vorsichtig vornimmt, doch sollte die Saison weiter in die falsche Richtung gehen, könnte das Team gezwungen sein, über Taylors Zukunft nachzudenken.