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Die unglaubliche Reise von Jake Browning

kicker

Browning war ein Ausnahmespieler im College bei den Washington Huskies. Er führte das Team 2016 in die College Football Playoffs, stellte zahlreiche Rekorde auf und belegte im Heisman-Voting Rang sechs. Doch beim Draft 2019 wurde er nicht ausgewählt. Die Minnesota Vikings nahmen ihn als Undrafted Free Agent unter Vertrag, doch die ersten NFL-Jahre waren geprägt von Entlassungen und endlosen Tagen auf dem Practice Squad.

Vom Practice Squad zum Durchbruch

2021 wechselte er zu den Cincinnati Bengals. Auch hier zunächst das gleiche Bild: Trainingsspieler, Nummer drei auf der Depth Chart, kaum eine Chance auf Einsatzzeit. Doch 2023 gelang ihm endlich der Sprung ins 53-Mann-Roster - und als Joe Burrow sich in Week 11 der Saison gegen Baltimore am Handgelenk verletzte, übernahm Browning. In den sieben folgenden Starts warf er für 1868 Yards, 11 Touchdowns und traf über 71 Prozent seiner Pässe. Damit reihte er sich in eine historische Liste ein: Seit 1950 hatten nur Kurt Warner und Chad Pennington in ihren ersten sieben Starts ähnliche Werte.

Wieder im Rampenlicht

Nun wiederholt sich die Geschichte. Burrow fällt mit einer Turf-Toe-Verletzung monatelang aus, und Browning muss erneut übernehmen. Im Week-2-Spiel gegen Jacksonville wurde er früh ins kalte Wasser geworfen. Trotz drei Interceptions führte er die Bengals in der Schlussphase noch zum Sieg. Viele seiner Mitspieler und auch Head Coach Zac Taylor äußerten sich anschließend auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Jacksonville zu ihm.

Head Coach Zac Taylor schwärmte: "Wir vertrauen darauf, dass er einen Weg finden wird. Er ist einfach rausgegangen - cool, ruhig und gesammelt - und bereit, seinen Job zu machen. Es war nie zu groß für ihn. Er wollte immer nur eine Gelegenheit. Und als er am Ende den Ball in die Hand bekam, hat er für uns geliefert. Ich könnte nicht stolzer auf Jake Browning sein."

Ein Quarterback mit besonderer Mentalität

Browning selbst zeigte, wie er mit Drucksituationen umgeht. Nach dem Spiel erklärte er: "Sei unrealistisch. Ich hatte drei Interceptions geworfen, und irgendwie hatten wir immer noch die Chance, das Spiel zu gewinnen. Ich durfte in dieser Situation keine Angst vor einer vierten haben. Die Defense hat uns den Ball zurückgegeben, also musste ich unrealistisch und aggressiv sein - weil der Moment es verlangte."

Er betonte, dass er sich jede Woche auf genau diesen Moment vorbereite: "Ich überzeuge mich jeden Samstag davon, dass es passieren wird. Wenn es dann passiert, überrascht es alle anderen - mich nicht. Das ist mein Job als Backup: bereit sein. Mein schlimmster Albtraum wäre, rausgeschickt zu werden und nicht vorbereitet zu sein."

Auch seine Haltung zum Alltag als Ersatzmann beschrieb er offen: "Unter der Woche weiß keiner, ob der Backup überhaupt aufpasst. Und dann stehst du plötzlich auf dem Feld, und jedes Tape wird wichtig. Ich versuche, immer konzentriert zu bleiben. Es war nicht mein bestes Spiel, aber ich war bereit genug, um zu gewinnen."

Rückhalt vom Team

Seine Mitspieler stehen fest hinter ihm. Star-Receiver Ja’Marr Chase sagte: "Wir waren schon einmal in dieser Situation mit Jake. Am Ende des Tages müssen wir ihn einfach er selbst sein lassen. Wir müssen ihn besser machen, uns alle besser machen und einfach unsere Leistung bringen." Auf die Frage, ob Browning der beste Backup-Quarterback der Liga sei, meinte Chase nur: "Er zeigt es. Er zeigt es."

Auch Center Ted Karras fand deutliche Worte: "Jedes Mal, wenn er ins Spiel kommt - auch wenn es nicht die Situation ist, die wir uns wünschen -, gewinnt er Spiele. Keine Angst, keine Panik, er hat es erledigt. Das ist mein Mann. Für mich ist klar: Er ist offensichtlich ein Starter in dieser Liga. Wir haben großes Glück, diese Tiefe zu haben."

Vom gecutteten Practice-Squad-Spieler zum vielleicht besten Backup-Quarterback der Liga - Jake Browning ist ein Sinnbild für Durchhaltevermögen und Geduld. Nun soll er die Bengals erneut durch die Saison tragen, während Joe Burrow lange ausfällt. Ob er Cincinnati tatsächlich im Playoff-Rennen halten kann, bleibt offen. Doch nach allem, was er bislang bewiesen hat, ist klar: Unterschätzen sollte man Jake Browning nicht.