Der fünfte Spieltag der NFL-Saison 2025 bot Dramen, Wendungen und klare Ansagen. Die Jaguars besiegen die favorisierten Chiefs und gehören plötzlich zur Elite, während die Ravens nach einem weiteren Rückschlag in die Krise rutschen. Patriots-Quarterback Drake Maye lässt die Patriots jubeln, die 49ers beweisen trotz Verletzungswelle enorme Mentalität, und die Lions rücken mit einem Statement-Sieg in den Kreis der Titelfavoriten. Hier sind die zehn wichtigsten Takeaways aus Week 5.
Ravens brechen auseinander
Die 10:44-Klatsche gegen Houston war der bisherige Tiefpunkt für die Baltimore Ravens. Ohne den verletzten Lamar Jackson fehlte jede offensive Durchschlagskraft, während die Defense auseinanderfiel. Zu viele verpasste Tackles, mangelnde Abstimmung und kaum Druck auf den Quarterback - das Team von John Harbaugh wirkt in allen Bereichen verunsichert. Der Coach sprach nach der Pleite offen von einem "Versagen auf allen Ebenen".
Baltimore hat zwar noch Zeit, die Saison zu drehen, doch die Playoff-Hoffnungen schwinden. Ohne klare Verbesserung droht das Jahr 2025 zu einem Enttäuschungskapitel zu werden.
Drake Maye ist die Zukunft der Patriots
Quarterback Drake Maye entwickelt sich in New England immer mehr zum Hoffnungsträger. Beim 23:20-Erfolg über Buffalo zeigte er Coolness, Übersicht und präzises Passspiel, besonders im entscheidenden Drive kurz vor Schluss. Maye besticht nicht nur durch seinen Stil, sondern auch durch Ergebnisse. Gegen die Bills legte er mit 22 von 30 Pässen für 273 Yards eine dominante Leistung hin und zeigte, dass er das Zeug zum Franchise-Quarterback hat.
In der Saison steht er bislang bei 988 Passing Yards, 7 Touchdowns und nur 2 Interceptions - eine Bilanz, die in jeder Analyse auffällt. Head Coach Mike Vrabel lobte ihn daher: "Wir müssen uns weiterentwickeln, aber Maye liefert bereits jetzt." Für die Patriots ist der junge Quarterback die beste Nachricht seit Jahren, denn endlich scheint die Nach-Brady-Ära ein Gesicht zu bekommen.
49ers zeigen wahre Größe
Kaum ein Team verkörpert Widerstandskraft besser als die San Francisco 49ers. Trotz zahlreicher Ausfälle - darunter Quarterback Brock Purdy - gewann das Team in der Overtime 26:23 gegen die Los Angeles Rams. Ersatzmann Mac Jones blieb cool, traf präzise Würfe und führte die Offense mit bemerkenswerter Ruhe.
Die Defense hielt in den entscheidenden Momenten stand, und Head Coach Kyle Shanahan lobte: "Ich kann nicht genug über diese Jungs sagen, sie waren unglaublich." Ein Sieg, der den Charakter und die Tiefe dieses Teams eindrucksvoll unterstreicht.
Chiefs verlieren die Kontrolle
Die Kansas City Chiefs stehen mit einer negativen Bilanz von 2-3 ungewohnt unter Druck, und die Art und Weise ist alarmierend. Zu viele Strafen, mentale Fehler und unnötige Turnover prägen das Bild eines Teams, das seine frühere Dominanz scheinbar verloren hat.
Gegen Jacksonville kassierte Kansas City 13 Strafen für einen Raumverlust von 109 Yards - der höchste Wert der Ära Andy Reid. Dazu kam ein kapitaler Fehler von Patrick Mahomes, dessen Pass kurz vor der Endzone über 99 Yards zum Touchdown zurückgetragen wurde.
Obwohl die Chiefs in vielen Kategorien - Yards, Third-Down-Effizienz, Rushing - durchaus starke Werte vorweisen können, zerstören sie sich ihre Bemühungen oft selbst durch inkonsequentes Spiel, schlechte Entscheidungen oder Disziplinlosigkeit. Die Chiefs sind weiterhin talentiert genug, um jeden Gegner zu schlagen, doch ohne jene Disziplin und Fokus fehlt ihnen das, was sie einst zur Supermacht machte.
Jayden Daniels liefert Comeback mit Donnerhall
Nach seiner Verletzungspause meldete sich Jayden Daniels spektakulär zurück, mit einem eindrucksvollen Comeback-Sieg über die Los Angeles Chargers. Der Commanders-Quarterback dominierte das Spiel mit seiner Dynamik und belebte das Angriffsspiel sofort. Seine Fähigkeit, Plays zu verlängern und Drucksituationen zu meistern, macht Washington plötzlich wieder brandgefährlich.
Daniels brachte 15 von 26 Pässen für 231 Yards an, warf einen Touchdown und erlief zusätzlich 39 Yards. Besonders in der zweiten Halbzeit übernahm er die Kontrolle, als die Commanders 27 Punkte in Folge erzielten und die Partie endgültig drehten. Auch Head Coach Dan Quinn schwärmte: "Er verändert das Spiel mit jeder Aktion."
Mit Daniels unter Center wirkt Washington plötzlich wieder gefährlich - und wie ein Team, das sich durchaus berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs machen darf.
Jaguars auf Playoff-Kurs
Mit dem 31:28-Erfolg über die Kansas City Chiefs überraschen die Jacksonville Jaguars die gesamte Liga und stellen die Frage: Sind Trevor Lawrence und Co. tatsächlich bereit für den nächsten Schritt? Lawrence spielte - abgesehen von dem kuriosen Touchdown kurz vor Schluss - ruhig, präzise und ohne Fehler, während die Defense Patrick Mahomes permanent unter Druck setzte und Big Plays verhinderte.
Mit dem 4-1-Start gehören die Jaguars zu den größten Überraschungen der Saison. Nach Jahren des Umbruchs scheint Head Coach Liam Coen eine stabile Struktur gefunden zu haben: offensiv gefährlich, defensiv diszipliniert. Ob sie wirklich zu den Top-Teams der AFC zählen, werden die kommenden Wochen zeigen.
Raiders-Offense bleibt ideenlos und ineffektiv
In Las Vegas läuft dagegen momentan wenig zusammen - und die nackten Zahlen zeigen das deutlich. Beim klaren 6:40 gegen die Indianapolis Colts zeigte sich erneut das zentrale Problem: Quarterback Geno Smith bleibt fehleranfällig. Mit neun Interceptions in fünf Spielen führt er ligaweit an.
Head Coach Pete Carroll gab nach dem Spiel zu, dass er kurz über einen Quarterback-Wechsel nachgedacht habe, vorerst will er Smith aber weiter die Chance geben. Auch Offensive Coordinator Chip Kelly steht unter Druck: Seine Offense erzielt nur 16,6 Punkte pro Spiel, Platz 30 der Liga. Rookie Ashton Jeanty ist einer der wenigen Lichtblicke, doch die Raiders wirken ohne Identität und Plan.
Die zentrale Erkenntnis: In Las Vegas droht der große Fehlstart zur Vertrauenskrise zu werden - für Geno Smith ebenso wie für Pete Carrolls Trainerprojekt. Wenn sich in Las Vegas nicht bald etwas ändert, droht die Saison frühzeitig zum Fiasko zu werden.
Lions ganz oben - Detroit spielt wie ein wahrer Contender
Detroit steht nach fünf Wochen mit 4-1 an der Spitze der NFC North - und das, obwohl vor der Saison viele Experten an den neuen Coaches gezweifelt hatten. Die Kritik scheint zu verblassen, denn die Lions spielen mit Selbstbewusstsein und Kreativität.
Im jüngsten 37:24-Sieg über die Cincinnati Bengals glänzte Quarterback Jared Goff: Er warf 258 Yards und drei Touchdowns bei einem Passer Rating über 150. Ebenso stark: Running Back David Montgomery, der nicht nur lief, sondern sogar einen Touchdown-Pass zum Erfolg beisteuerte. Die Defense holte sich drei Interceptions zurück, während das Playbook mit Spielereien gespickt war - ganz nach dem Stil vom den nach Chicago abgewanderten Ben Johnson.
Detroit hat nicht nur seinen Rhythmus gefunden, sondern beweist auch Tiefe und Kreativität. Wenn sie diese Balance halten, sind sie kein Geheimtipp mehr, sondern ein echter Super-Bowl-Kandidat.
Jets im freien Fall
Die New York Jets stehen nach fünf Spielen bei 0-5 und erleben eine historisch dürftige Saison. Sie sind das erste Team der NFL-Geschichte, das einen Saisonstart ohne einen einzigen erzwungenen Takeaway hinlegt. Trotz der Ergebnisse ist Quarterback Justin Fields einer der wenigen Lichtblicke: Beim 22:37 gegen die Dallas Cowboys war er mit 32 von 46 Pässen für 283 Yards und 2 Touchdowns der prägnanteste Akteur aufseiten der Jets.
Folglich stehen Neu-Head-Coach Aaron Glenn und Defensive Coordinator Steve Wilks in der Kritik, denn trotz starker individueller Leistungen fehlen dem Team Konstanz, defensive Durchschlagskraft und vor allem Ballgewinne. Ein Team mit vielen Talenten, aber zu vielen Fehlern - und bisher ohne Belohnung für ihre Bemühungen.
Bills und Eagles beweisen: Unbesiegbarkeit existiert nicht
Nach vier Wochen galten die Buffalo Bills und Philadelphia Eagles als Maßstab der Liga. Beide starteten mit 4-0, beide wirkten trotz einiger Probleme souverän. Doch Week 5 erinnerte eindrucksvoll daran, dass in der NFL kein Team unantastbar ist.
Die Bills verloren überraschend mit 23:20 gegen die New England Patriots. Drei Turnover und ganze elf Strafen für 90 Yards kosteten Buffalo in einem engen Spiel den Sieg. Josh Allen zeigte zwar 274 Yards und zwei Touchdowns, leistete sich aber auch eine entscheidende Interception in der Schlussphase.
Auch die Eagles mussten eine bittere Niederlage hinnehmen. Gegen die Denver Broncos führte Philadelphia bereits mit 17:3, ehe die Defense kollabierte und Broncos-Quarterback Bo Nix die Partie drehte. Die Offense um Jalen Hurts stagnierte im Schlussviertel, das Laufspiel kam praktisch zum Erliegen.
Diese Woche zeigte, wie dünn die Luft an der Spitze der NFL ist. Selbst die besten Teams können stolpern, und wer Disziplin und Fokus verliert, wird bestraft. Die Liga ist ausgeglichener denn je.