Der dritte Spieltag der NFL-Saison hat Trends bestätigt und neue Geschichten geschrieben: Die Cleveland Browns dominieren wieder mit einer Elite-Defense, die Indianapolis Colts spielen sich in der AFC South an die Spitze, und die Philadelphia Eagles bleiben trotz Rückständen ungeschlagen. Gleichzeitig offenbaren Teams wie die New England Patriots, New York Giants oder Dallas Cowboys große Schwächen.
Und während Sam Darnold in Seattle aufblüht, bleibt Baker Mayfield der Mann für die letzten Minuten. Football-world hat die zehn wichtigsten Takeaways aus Week 3.
Browns stellen die beste Defense der Liga
Schon 2023 überzeugte Cleveland defensiv, Defensive Coordinator Jim Schwartz wurde damals sogar zum Assistant Coach of the Year gewählt. Vergangenes Jahr folgte ein unerklärlicher Einbruch - fast mit identischem Personal und gleichem Coaching. 2025 ist die Unit nun wieder zu alter Stärke zurückgekehrt.
Die Rookies Carson Schwesinger und Mason Graham liefern, Defensive Tackle Maliek Collins überzeugt, und Edge Rusher Isaiah McGuire entwickelt sich an der Seite von Myles Garrett zum Leistungsträger. Garrett selbst bleibt ohnehin das Maß aller Dinge auf seiner Position. Kein Team hat in den ersten drei Spielen weniger Yards zugelassen, und auch das Laufspiel der Gegner wird konsequent neutralisiert.
Bengals Running Back Chase Brown, Derrick Henry aus Baltimore und Green Bays Josh Jacobs kamen jeweils nicht über 43 Yards hinaus. Die dominante Performance gegen die Packers in Week 3 setzte ein Ausrufezeichen: Cleveland stellt aktuell die womöglich beste Defense der NFL.
Der Mike-Vrabel-Effekt bleibt bisher aus
Die Verpflichtung von Mike Vrabel sollte den Patriots eigentlich neue Härte und Stabilität bringen. Doch bisher zeigt sich das Gegenteil: fundamentale Football-Prinzipien funktionieren nicht. Ballverluste sind an der Tagesordnung - in den ersten drei Spielen leistete sich New England sechs Fumbles, davon vier verloren, und zwei Interceptions. Das ergibt im Schnitt zwei Turnover pro Spiel - ein klares Rezept für Niederlagen.
Dazu kassierte Drake Maye bereits zwölf Sacks, ligaweit geteilter zweiter Platz in dieser Negativstatistik. Auch in puncto Tackling ist New England schwach: Die Patriots gehören zu den sechs Teams mit den meisten verpassten Tackles. All das zeigt, dass der Einfluss von Vrabel bisher nicht wirklich greift - und die Patriots weiter auf der Suche nach Identität sind.
Colts dominieren die AFC South
Schon vor der Saison hatten die Colts vielleicht das kompletteste Roster der Division, aber die Quarterback-Frage schien ungelöst. Nun ist klar: Daniel Jones liefert. In den ersten drei Wochen hat er - ebenso wie die gesamte Offense - nicht nur Rekorde gebrochen, sondern auch sehr effizient gespielt. Gemeinsam mit der besten Offensive Line der Division und Running Back Jonathan Taylor bildet er das Herzstück einer gefährlichen Offense.
Auch defensiv läuft es: Der neue Coordinator Lou Anarumo hat die Unit stabilisiert und schafft es, die Balance zu halten. So stehen die Colts nach drei Spielen bei 3-0 und führen die AFC South klar an, sodass vielleicht sogar noch mehr geht. Besonders bemerkenswert: Hauptkonkurrent Houston, vor der Saison auf dem Papier noch Favorit auf den Division-Sieg, hat alle drei Partien verloren. Der Vorsprung könnte sich also früh in der Saison bereits als entscheidend erweisen.
Alarmstufe Rot bei den Giants
Die 37 Punkte gegen Dallas in Week 2 sahen auf den ersten Blick gut aus, doch die Realität ist ernüchternder. Vieles war dem schwachen Auftritt der Cowboys-Defense geschuldet, nicht der eigenen Stärke. Gegen Kansas City legte die Giants-Offense ihre Grenzen offen. Sobald Russell Wilson der tiefe Ball genommen wird - was die Chiefs meisterhaft umsetzten - , fehlt es an Alternativen. Konstanz im Kurzpassspiel? Fehlanzeige.
Auch die Defense von Shane Bowen zündet im zweiten Jahr nicht. Damit stehen die Giants offensiv wie defensiv vor Problemen. Hoffnung bleibt bei den jungen Spielern: Rookie-Running-Back Cam Skattebo und Quarterback Jaxson Dart. Letzterer dürfte bald eine Chance bekommen, wenn Wilsons Leistungen weiter auf diesem schwachen Niveau bleiben.
Cowboys rutschen ab
Nach drei Wochen zeichnet sich ein klares Bild ab: Dallas gehört aktuell ins untere Drittel der Liga. Die Defense wirkt wie eine der schwächsten der Liga, und nur Quarterback Dak Prescott verhindert bislang Schlimmeres. Er spielt nach seiner schweren Verletzung aus der vergangenen Jahr bisher stark auf.
Doch die Verletzungsmisere trifft Dallas hart: CeeDee Lamb fällt erst einmal aus, Rookie Guard Tyler Booker ebenso, und auch Center Cooper Beebe steht nicht zur Verfügung. Eine bereits vor der Saison schwach eingeschätzte Offensive Line ist damit noch weiter geschwächt. Prescott bleibt die einzige Konstante, doch ohne Lamb als wichtigste Waffe wird es für die Offense extrem schwer. Die Saison droht für Cowboys-Fans lang und bitter zu werden.
Lions-Offense findet zurück zur Stärke
Nach einem blassen Start gegen Green Bay mit nur 13 Punkten haben die Lions die perfekte Antwort gegeben. 52 Punkte gegen die Bears, 38 gegen die Ravens - die Offense ist zurück auf Top-Niveau. Jared Goff verteilt den Ball effizient, Amon-Ra St. Brown und Jahmyr Gibbs glänzen, und auch die Tiefe im Kader kommt zum Tragen.
Gleichzeitig meldet sich Aidan Hutchinson zurück: Der Edge Rusher, der 2024 noch auf Defensive-Player-of-the-Year-Niveau agierte, bevor er sich schwer verletzte, findet langsam zur alten Form. Zwar bleibt die Frage, ob Detroit an die Dominanz der vergangenen Saisons anknüpfen kann. Doch derzeit deutet vieles darauf hin, dass höchstens ein kleiner Rückschritt zu erwarten ist.
Eagles finden immer einen Weg
Philadelphia erlebte gegen die Rams die wohl schwächste Halbzeit unter Jalen Hurts, der sich im Anschluss selbstkritisch zeigte, als Starter: Nur gut 30 Yards in zwei Vierteln, dazu ein 7:26-Rückstand im dritten Viertel. Doch nach der Pause drehte sich das Bild komplett. A.J. Brown dominierte, die Offense zündete ein Feuerwerk und die Eagles übernahmen mit 27:26 die Führung.
Entscheidend waren auch die Special Teams: Zwei geblockte Field Goals gegen die Rams, darunter der potenzielle Game Winner, der sogar zum Touchdown zurückgetragen wurde. Zwar spielen die Eagles noch nicht dominant, aber sie finden bisher jedes Mal einen Weg, die Spiele am Ende doch für sich zu entscheiden. Und das ist vielleicht die wichtigste Qualität in einer langen NFL-Saison.
Special-Teams-Desaster in Week 3
Week 3 geht als einer der verrücktesten Spieltage der jüngeren Vergangenheit in Erinnerung, vor allem wegen der Special Teams. Historisch viele geblockte Field Goals, dazu mehrere Fehlschüsse, geblockte Punts und Punt-Return-Touchdowns prägten die Spiele. Ein Spieltag, an dem die Special-Teams-Leistungen in vielen Stadien schlicht nicht NFL-tauglich waren.
Sam Darnold blüht bei den Seahawks auf
Viele hielten den Wechsel von Minnesota nach Seattle für einen Fehler, zumal sich die Seahawks gleichzeitig von Geno Smith trennten. Doch nach drei Wochen wirkt der Schritt goldrichtig: Sam Darnold spielt konstant guten Football, profitiert von der Verbindung zu Offensive Coordinator Klint Kubiak und der Chemie mit Jaxon Smith-Njigba, der aktuell wie ein Top-Receiver agiert.
Auch die Defense unter Mike Macdonald macht es den Gegnern schwer. Mit Blick auf das Verletzungspech der San Francisco 49ers und die Schwäche der Arizona Cardinals könnte es ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Rams um die NFC West geben.
Baker Mayfield bleibt "Mr. Clutch"
Drei Spiele, drei Siege, dreimal ein Rückstand in der Schlussphase - und jedes Mal führte Baker Mayfield sein Team noch zum Erfolg. Damit bestätigt er erneut seinen Ruf als Quarterback, der in entscheidenden Momenten über sich hinauswächst.
Schon in der Vergangenheit zeigte er immer wieder die Fähigkeit, Spiele spät zu drehen. 2025 setzt er diese Serie fort und beweist, dass er in engen Partien die Ruhe behält, um sein Team zum Sieg zu führen.