Week 6 in der NFL hat mal wieder einige Krimis, Überraschungen und große Themen zu Tage gefördert. Mit Brian Callahan musste der erste Head Coach seinen Hut nehmen, nach dem Start war es letztlich aber auch nur eine Frage der Zeit. Zudem befinden sich die Carolina Panthers auf dem Weg nach oben, während die Buffalo Bills ihren Flow verloren haben. football-world nennt die zehn wichtigsten Takeaways aus Week 6.
Spielen die Bills mit dem Feuer?
Nach vier Wochen sah es so aus, als ob die Buffalo Bills sich endlich anschicken würden, den Super Bowl zu erreichen. Das Team spielte starken Football und dominierte mit einer starken Offense. Nach der Pleite gegen die Atlanta Falcons stehen die Bills aber nun nicht mehr an der Spitze der AFC East und die Sorgen werden zunehmend größer.
Dabei zeigt sich, dass sich die Offense keine Fehler erlauben darf, wenn man gewinnen will. Sechs Turnover plus 19 Strafen in den vergangenen beiden Partien sind einfach zu viel. Aber auch die Defense ist längst nicht mehr das, was sie einst war. Während sie zumindest im Passing Game zu den stärksten Teams der Liga zählt, ist die Laufverteidigung die zweitschlechteste - besonders, da die D-Line zu dünn aufgestellt ist. Sollte dort nicht schnell eine Verbesserung kommen, wird man sich auch in diesem Jahr das Finale nur vor dem TV anschauen dürfen.
Broncos-Offense noch mit Luft nach oben
Die Denver Broncos stehen mit 4-2 verdient oben in der Spitzengruppe der AFC, besonders die Defensive ist wohl die beste Unit der gesamten NFL. Sorgen sollte jedoch die Performance der eigenen Offense machen: Nur 13 magere Pünktchen gelangen gegen die New York Jets, die bis dato kaum ein Team haben stoppen können.
Die Gründe sind vielfältig: Head Coach Sean Payton hatte gegen die Jets einige Calls dabei, die absolut verwunderlich waren. Auch Bo Nix konnte bisher noch nicht so dominant auftreten wie zum Ende der vergangenen Saison. Zudem sorgen die zahlreichen Strafen - mit 49 liegen die Broncos auf Rang vier - immer wieder dafür, dass nur selten ein Flow entstehen kann. Die Fehler gilt es schnell auszuräumen, um weiter oben dabei zu bleiben.
Commanders-Defense wird zum Problem
Die Washington Commanders haben gegen die Chicago Bears verpasst, mit den Philadelphia Eagles an der Spitze der NFC East gleichzuziehen. Bei der 24:25-Niederlage deutete sich einmal mehr an: Die Defense der Hauptstädter ist noch nicht sattelfest.
Schon jetzt haben sie 46 Plays mit mehr als 15 Yards zugelassen, nur zwei Teams sind in dieser Kategorie noch schlechter. Sinnbildlich dafür ist der Touchdown von De'Andre Swift zum 22:24, als der Running Back nach kurzem Pass von Caleb Williams 55 Yards zurücklegte und die Defense richtig alt aussehen ließ. Dass nun mit den Dallas Cowboys, Kansas City Chiefs, Seattle Seahawks und Detroit Lions vier der explosivsten Offenses warten, sind schlechte Nachrichten - ein 3-7-Record droht, was das Aus der Playoff-Träume sein könnte.
Chiefs auf dem Weg in den Super Bowl?
Die Chiefs haben mit ihrem Sieg über die Lions ein fettes Ausrufezeichen gesetzt. Dass sie dabei erstmals seit fast vier Jahren gegen ein Top-Team 30 Punkte erzielt haben, ist beunruhigend für die Konkurrenz. Die Offense hat ihren Rhythmus gefunden, mit Wide Receiver Rashee Rice kommt nun eine wichtige Säule von seiner Sperre zurück.
Wichtig war aber vor allem, dass die Defense wieder funktioniert hat. Defensive Tackle Chris Jones hat eindrucksvoll auf seine Kritiker reagiert und konstant mit seinen Teamkollegen Druck auf Jared Goff ausgeübt. Auch im Passing Game ging nicht viel, sodass selbst Amon-Ra St. Brown nur auf 45 Yards kam. Sollten sie diese Leistung konservieren, dann wird es eng für die Bills, Broncos und Co.
Steelers auf dem Weg zum Divisionsieg
Hätte man vor der Saison prognostiziert, dass Aaron Rodgers mit den Pittsburgh Steelers als einziges Team der AFC North eine positive Bilanz vorweist, wäre das wohl als wilder Hot Take abgestempelt worden. Doch genau so ist es gekommen. Auch wenn Verletzungsprobleme und defensive Schwächen Baltimore und Cincinnati ausbremsen, muss man die Steelers für ihren Saisonstart loben.
Im Duell gegen die Cleveland Browns, die über eine der besten Abwehrreihen verfügen, zeigte Rodgers erneut quasi ein fehlerfreies Spiel. Seine kurzen Pässe kamen präzise an - bereits zum dritten Mal in dieser Saison erreichte er dabei eine Completion Percentage von über 70 Prozent. Dazu hat der starke Pass Rush Dillon Gabriel das Leben richtig schwer gemacht. Mit dem besten Saisonstart seit 2020 scheint der Sieg in der AFC North nur über Pittsburgh zu gehen.
Luft für McDaniel und Stefanski wird dünner
Mit Brian Callahan ist der erste Head Coach Geschichte, der nächste dürfte bald folgen. Die Aussagen von Tua Tagovailoa nach der Pleite der Miami Dolphins bei den Los Angeles Chargers lassen die Führungsqualitäten von Mike McDaniel in schlechtem Licht dastehen, zumal er auch nicht mehr erfolgreich ist.
Auch Kevin Stefanski gehen bei den Browns so langsam die Argumente aus: Zum elften Mal erzielte sein Team 17 oder weniger Punkte - ein Negativrekord für das ohnehin chronisch erfolglose Franchise. Klar hat Gabriel einige gute Ansätze gezeigt, doch Stefanski braucht dringend Erfolge, wenn er das Saisonende noch erleben will.
Panthers im Aufschwung
Die Carolina Panthers sind nun endgültig in der Saison angekommen, der Erfolg gegen die Dallas Cowboys war für das Franchise extrem wichtig. Mit einem Record von 3-3 befinden sie sich voll im Rennen um die Playoff-Plätze. Das liegt nicht zuletzt an Running Back Rico Dowdle, der sich nach seinen zwei Monster-Wochen für einen Startplatz empfohlen hat.
Aber auch Quarterback Bryce Young kommt immer mehr in den Flow und findet seine Receiver. Zwar hat er bisher erst in einem Spiel für mehr als 200 Passing Yards geworfen, doch er führt die Unit solide an. Zudem kommt mit Jalen Coker noch ein starker Receiver zurück. Gepaart mit einer soliden Defense müssen sich die Panthers damit in der NFC South nicht verstecken.
Skattebo eines der neuen Gesichter der Liga
Die New York Giants haben mit ihrem Überraschungserfolg gegen die Philadelphia Eagles für Furore gesorgt. Während vor allem Quarterback Jaxson Dart zurecht gefeiert wird, ist aber auch Running Back Cam Skattebo ein Gesicht des Aufschwungs. Mit 19 Carries für 98 Yards und drei Touchdowns hatte er entscheidenden Anteil am Erfolg.
Doch auch abseits des Feldes macht der Rookie richtig viel Spaß. Seine Bilder bei einer Fantasy-Football-App, wo einer einmal mit einem verrückten Gesicht und dann mit Stierhelm abgebildet wird, sind ebenso legendär wie sein TV-Auftritt nach dem Spiel. Dort zerriss er sich sein Trainingsshirt und zeigte gemeinsam mit Kult-Quarterback Ryan Fitzpatrick seine Muskeln. Skattebo ist einer der Namen, an dem wir in den nächsten Jahren noch viel Spaß haben werden.
49ers mit neuen personellen Sorgen
Wie viel Verletzungspech kann ein Team eigentlich haben? Diese Frage stellt man sich jedes Jahr aufs Neue, wenn man auf die Lage bei den San Francisco 49ers schaut. Nach Brandon Aiyuk und Nick Bosa hat es nun auch Fred Warner erwischt, der Linebacker fällt die komplette Saison aus. Auch Brock Purdy, Ricky Pearsall, Jauan Jennings und George Kittle haben schon einige Spiele verpasst.
Während es bei drei von den vieren zumindest Hoffnung auf eine baldige Rückkehr gibt, ist es wirklich beeindruckend, wie Head Coach Kyle Shanahan mit dieser "Rumpftruppe" eine positive Bilanz aufweisen kann. Dennoch bleibt die Frage: Wie gut kann dieses Team sein, wenn alle Spieler fit sind? Man wird es wohl nie erfahren.
Jede Woche bietet neue Überraschungen
Gerne wird davon geredet, dass die NFL so ausgeglichen ist wie kaum eine andere Liga. Doch in diesem Jahr ist es de facto so. Den klaren Sieg der Chiefs gegen die Lions hat vermutlich ebenso keiner kommen sehen, wie die Niederlage der Bills gegen Atlanta oder die der Eagles gegen die Giants. Genau diese Unberechenbarkeit macht die Liga aus, in diesem Jahr vielleicht sogar noch mehr als je zuvor.