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"Es gab viel Lärm": Wilson lässt den Dart-Aufschrei eiskalt abprallen

kicker

Eine famose Leistung von Cowboys-Kicker Brandon Aubrey, der all seine vier Field Goals aus 51, 44, 64 und 46 Yards durch die Stangen gejagt hatte, oder auch stolze 14 New Yorker Strafen für insgesamt 160 Yards Raumverlust schossen Russell Wilson letztlich sprichwörtlich ins Knie. Und überlagerten die herausragende Leistung des Spielmachers der New York Giants beim 37:40 nach Overtime gegen die Dallas Cowboys.

Damit rutschten die "G-Men" auf 0-2 ab und stehen vor den anstehenden Heimspielen gegen die in der Krise steckenden Kansas City Chiefs (0-2) und gegen die stark gestarteten Los Angeles Chargers (2-0) bereits mit dem Rücken zur Wand.

"Dieses Spiel hat mir sehr viel bedeutet"

Mit dem Rücken zur Wand hatte auch Russell Wilson nach Week 1 und dem touchdown-losen 6:21 bei den Washington Commanders gestanden. Nach nur 17 von 37 angebrachten Pässen für 168 Yards (kein Score, keine Interception) waren im Anschluss lautstark die Rufe nach dem erst 22-jährigen Rookie-Quarterback Jaxson Dart (1. Runde, 25. Stelle im NFL Draft 2025) aufgekommen. Was auch der 36-jährige Oldie Wilson vernommen hatte: "Es gab viel Lärm."

Der erst in der Offseason als Führungsfigur geholte und als Übergangslösung präsentierte "Russ" zog aber offensichtlich die richtigen Schlüsse aus der Welle an Kritik in seine Richtung. So erreichte Wilson im divisionsinternen Duell mit Dallas und dem Vergleich mit seinem Gegenüber Dak Prescott (38/52, 361 Yards, zwei TDs, eine Int.) für ihn längst vergesssene Werte.

30 von 41 angebrachte Würfe für 450 Yards - nur zwei Yards fehlten zu seiner Karrierebestleistung vom 29. Oktober 2017 - bei drei Touchdowns - Zahlen, die ein ganz dickes Ausrufezeichen setzten. Und mutmaßlich auch seinen Job sichern, der nach Week 1 öffentlich angezählt gewesen war.

„Hier wird alles analysiert und genau unter die Lupe genommen.“ (Right Tackle Jermaine Eluemunor über die Stadt New York)

"Dieses Spiel hat mir sehr viel bedeutet", teilte Wilson dann auch offen gegenüber den US-amerikanischen Medien mit. "Es war Zeit, dem Ruf zu folgen" und seine von ihm verlangte Leistung zu bringen, ergänzte der Giants-Oldie und frühere Super-Bowl-Sieger mit den Seattle Seahawks. Und stützte so auch sein Ego: "Es war mir wichtig, so abzuliefern. Nicht für jemand anderen, sondern auch für mich selbst."

Mit seiner Vorstellung schrieb sich der Spielmacher zugleich in die Geschichtsbücher der New Yorker - als erst vierter Quarterback der Franchise-Geschichte mit einem Spiel mit mindestens 450 Passing Yards. Das hatte es im "Big Apple" zuletzt 2013 von Legende Eli Manning gegeben. Außerdem avancierte er zum ersten Giants-QB seit 40 Jahren mit mindestens 400 Yards und drei Touchdowns bei keiner Interception innerhalb der regulären 60 Minuten Spielzeit. Blöd nur: In der Overtime - und hier dürfte sich vielleicht manch ein Wilson-Kritiker und Dart-Befürworter in seiner Week-1-Overreaction bestätigt gefühlt haben - sah der Anführer wieder weniger gut aus. Hier kassierte Wilson einen Sack, hier unterlief ihm ein Fumble "out of bounds" - und hier passierte die mitentscheidende Interception.

Dennoch dürfte sich Wilson vorerst als Starter verankert haben - und auf die Kritiker oder die der Weltmetropole besonders laute Presse solle man ohnehin nichts geben, meinte noch Right Tackle Jermaine Eluemunor: "'Russ' ist ein Kämpfer. Und wir alle wissen, dass die Medien in New York einem nicht vergeben. Hier wird alles analysiert und genau unter die Lupe genommen. Wenn man hier schlecht spielt oder einen schlechten Spielzug hat, wird alles einfach auf den Kopf gestellt - einfach weil es New York ist. Also war es wirklich cool zu sehen, wie 'Russ' jetzt nach Dallas kam und alles rausgehauen hat."

Was weitere "coole" Zahlen zu seinem Auftritt unterstreichen: 7,8 Yards weit ging im Schnitt ein Spielzug der New Yorker an diesem Wochenende - letztmals hat es solche Werte 2021 gegen die Saints gegeben. 506 Yards waren es insgesamt als Team, so viele wie seit 2019 gegen Washington nicht mehr. Auch verhalf Wilson mit 167 Receiving Yards für Malik Nabers (zwei TDs) und 142 für Wan'Dale Robinson (ein Score) gleich zwei Passempfängern zu über 100 Yards - das hatte zuletzt das Duo Evan Engram und Sterling Shepard 2019 geschafft. Und allgemein so viele Punkte (37 hier) hatten Fans der "Big Blue" schon seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen - damals im November 2015 beim 49:52 in New Orleans.