Nach seiner Drei-Touchdown-Show sprang Amon-Ra St. Brown mit dem Hinterteil voran auf die Bande und ließ sich rücklings in die jubelnden Fans fallen. Als Quarterback Jared Goff sich ziemlich ungeschickt auch noch hinterherkugelte, war die strahlend blaue Football-Party perfekt.
Der Receiver-Star mit dem 120-Millionen-Dollar-Vertrag nahm später in der Kabine ganz bescheiden den Spielball aus den Händen seines Trainers entgegen, er wollte die Auszeichnung am liebsten gleich weiterreichen. "Jared Goff, fünf Touchdowns!", rief er, und: "Das war erst unser zweites Spiel, es ist noch früh."
Euphorie im Stadium und der Kabine
Das Euphorie-Level stieg bei diesem 52:21 gegen hilflos überrollte Chicago Bears aber bereits in den fünften Stock. Zehntausende feierten im Ford Field den Triumph über ihren früheren Offensive Coordinator Ben Johnson, teils mit unflätigen Schmähgesängen. Goff bremste sie sanft ein - er schob Amon-Ra St. Brown ins Rampenlicht.
Die Rufe "haben mir nicht gefallen", sagte Goff und lobte stattdessen lieber St. Brown. "Er ist ein Tier", sagte der erfahrene Spielmacher, er nutzte dafür das Wort "stud", wörtlich übersetzt: Hengst. "Besser geht es nicht in der NFL", betonte Goff, "er macht alles, im Laufspiel, im Passspiel. Er ist wohl der verlässlichste Spieler, zu dem ich jemals geworfen habe."
Ist dieses Duo zu stoppen?
"Wir haben gebrannt", sagte St. Brown, "ich glaube, wir waren in allen Bereichen deutlich besser als in der vergangenen Woche." Hatte das auch mit Ben Johnson zu tun? Der neue Bears-Headcoach "war ein großer Teil unserer Reise", betonte St. Brown. "Weil er wieder hier war, wollten wir zeigen, dass wir es noch können. Wir wollten eine Show bieten."
Das ist eindrucksvoll gelungen. "Unstoppable", nicht aufzuhalten, sei das Duo Goff/St. Brown, schrieb USA Today. Der Härtetest allerdings wartet erst noch. Am kommenden Montag geht es zu den sehr starken Ravens, St. Brown verwies sofort darauf: "Jetzt Baltimore. Let's go!"