Kaum zehn Tage nach seiner Vorstellung als neuer Head Coach der New York Jets machte Aaron Glenn, der zuvor als Defensive Coordinator in Detroit arbeitete, unmissverständlich klar, dass er eigene Wege gehen will. Aus diesem Grund trennte man sich von Quarterback Aaron Rodgers und traf damit eine Entscheidung, die in der Liga für Aufsehen sorgte.
Mehr Teamgefühl im Locker Room
Mit Justin Fields haben die Jets nun einen Quarterback, der eine gänzlich neue Dynamik mitbringt. Während Rodgers als einer der größten Passer aller Zeiten gilt und stets die mediale Bühne suchte, wird Fields als bescheiden, ruhig und fleißig beschrieben. Er überzeugt weniger mit Schlagzeilen als vielmehr mit Führungsqualitäten und seiner Fähigkeit, das Spiel auch vermehrt mit seinen Beinen zu gestalten. "Er ist kein Quarterback, der ein Star sein will, sondern einer, der für das Team arbeitet" - betonte Glenn im Zuge eines Interviews mit ESPN.
Laut mehreren Spielern hat die Kombination Glenn und Fields die Atmosphäre im Team bereits positiv verändert. Statt "52 Spieler und Rodgers" herrsche nun mehr Zusammenhalt. Rodgers war zwar beliebt, doch seine Präsenz und Prominenz stellten die Jets automatisch in ein anderes Licht. Fields hingegen integriert sich und sucht aktiv die Nähe zu seinen Mitspielern, um schnell Verbindungen aufzubauen.
Selbst während seiner Verletzungspause 2023 sorgte Rodgers für Schlagzeilen, indem er regelmäßig in der Pat McAfee Show auftrat und sich vor den Spielen inszenierte. Auch auf dem Feld war sein Einfluss nicht immer unumstritten: Trotz knapp 3900 Passing Yards und 28 Touchdowns blieb das Team in der letzten Saison weit hinter den Erwartungen zurück und verpasste erneut die Playoffs.
Glenn und Fields: Vertrauensbasis als Schlüssel
Glenn sieht den entscheidenden Erfolgsfaktor vor allem im Verhältnis zwischen Quarterback und Coach und verweist dabei auch auf das berühmte Duo Belichick und Brady, das die Patriots zu sechs Super-Bowl-Siegen führte. "Justin ist jeden Tag in meinem Büro, wir reden ständig über Football. Diese Verbindung ist mir extrem wichtig", so Glenn. Die persönliche Ebene soll nun also das Fundament für den Neuanfang bilden.
Fields, einst als Erstrundenpick von den Chicago Bears mit hohen Erwartungen gestartet, konnte bislang nur bedingt überzeugen. Doch Glenn vertraut auf die Entwicklung des 26-Jährigen. Statistisch hat Fields Rodgers in den letzten 17 Spielen in vielen Kategorien übertroffen, zudem bringt er mit seiner Laufstärke eine Dimension ins Jets-Spiel, die zuvor fehlte.
Am Sonntag eröffnen die Jets ihre Saison ausgerechnet gegen die Pittsburgh Steelers. Ein Duell mit besonderer Note, denn sowohl Fields als auch Rodgers treffen dabei auf ihre Ex-Teams.