Nach sieben Niederlagen in Folge ziehen die New York Jets offenbar die Reißleine: Laut ESPN plant das Team, Tyrod Taylor als neuen Starting Quarterback zu benennen. Justin Fields, der bereits im letzten Spiel bei der 6:13-Niederlage gegen die Carolina Panthers zur Halbzeit auf die Bank gesetzt wurde, steht damit vor der Degradierung.
Zwar betonte Owner Woody Johnson, die Entscheidung liege "voll und ganz bei Head Coach Aaron Glenn", doch seine Aussagen ließen keinen Zweifel daran, in welche Richtung er tendiert.
Johnson: "Etwas passt einfach nicht zusammen"
Auf dem NFL Fall League Meeting in New York sprach Johnson ungewöhnlich offen über den enttäuschenden Saisonverlauf und die anhaltenden Probleme in der Offensive. Besonders Justin Fields geriet dabei in den Fokus: "Er hat Talent, aber irgendetwas passt einfach nicht zusammen", sagte Johnson. "Man muss auf dieser Position konstant spielen - und genau das wollen wir jetzt versuchen."
Der 26-Jährige hatte im Frühjahr einen Zweijahresvertrag über 40 Millionen Dollar unterschrieben, galt als mögliche Langzeitlösung - doch die Realität sieht anders aus. In sechs Starts brachte Fields nur 63,7 Prozent seiner Pässe an, warf für 845 Yards, vier Touchdowns, aber keine Interceptions. Trotzdem kam die Jets-Offense in den vergangenen sechs Spielen auf gerade einmal sieben Touchdowns - keinen davon in der ersten Halbzeit.
Taylor soll übernehmen
Bereits gegen Carolina war Fields zur Halbzeit auf die Bank gesetzt worden. Tyrod Taylor, 36 Jahre alt und seit Jahren einer der erfahrensten Backup-Quarterbacks der Liga, übernahm, blieb aber ebenfalls ohne entscheidenden Effekt. Trotzdem sehen Glenn und Johnson offenbar in ihm die kurzfristig bessere Option. "Defense und Special Teams machen ihren Job", sagte Johnson. "Aber wenn wir nur mal einen Pass anbringen könnten, würde alles schon viel besser aussehen."
Taylor, der im Laufe seiner Karriere 28 Siege als Starter feierte, gilt als konstanter, sicherer Spielmacher. In dieser Saison kam er in begrenzter Einsatzzeit auf 379 Yards, drei Touchdowns und drei Interceptions. Eine offizielle Entscheidung von Head Coach Aaron Glenn soll laut ESPN am Mittwoch fallen.
Johnson stärkt Glenn den Rücken
Trotz der sportlichen Krise - die Jets sind mit 0-7 das einzige sieglose Team der Liga - hält Johnson weiter an Glenn fest. "Ich glaube an Aaron", betonte der Owner. "Ich kenne ihn seit 1996. Er ist ehrlich, kein B.S., keine zweite Agenda. Wenn ich Spieler wäre, würde ich auf ihn hören, weil er echt ist."
Johnson lobte Glenns Einfluss auf Defense und Special Teams, nahm ihn aber auch in die Pflicht: "Er dreht Teile des Teams, aber mit einem Quarterback-Rating wie diesem ist es schwer. Es liegt nicht alles am Coach." Zum Abschluss machte Johnson deutlich, dass er weiter an eine Wende glaubt: "Ich umarme ihn jeden Tag und sage ihm: Verlier den Glauben nicht, Mann."
Die Jets stehen nun vor einem entscheidenden Schritt. Mit Tyrod Taylor als möglichem Starter könnte Head Coach Aaron Glenn versuchen, zumindest etwas Stabilität in die wacklige Offensive zu bringen. Am Sonntag trifft New York auf die Cincinnati Bengals - möglicherweise mit einem neuen Quarterback unter Center.