Purdy hatte sich beim erfolgreichen Saisonauftakt gegen die Seattle Seahawks eine Zehenverletzung zugezogen und wird die nächsten Wochen fehlen. Damit verschärft sich die ohnehin angespannte Personallage in der 49ers-Offense, sodass Backup Quarterback Mac Jones im Spiel bei den New Orleans Saints zu seinem ersten Start für San Francisco kommt - und die vielleicht wichtigste Chance seiner bisherigen Karriere erhält.
Jones: Vom Hoffnungsträger zum Journeyman
Jones wurde 2021 von den New England Patriots an Position 15 gedraftet und sollte einst die Nachfolge von Tom Brady antreten. Nach einer starken Rookie-Saison geriet seine Entwicklung jedoch ins Stocken. Trainerwechsel, eine schwache Offense-Line und das berüchtigte "Patricia-Jahr", in dem ein Defensiv-Coach die Offense führte, ließen den jungen Quarterback straucheln.
In der vergangenen Saison kam er bei den Jacksonville Jaguars auf eine Completion Rate von 65,3 Prozent, 1672 Passing Yards, acht Touchdowns und acht Interceptions in zehn Spielen. Insgesamt steht Jones bislang bei 20 Siegen und 29 Niederlagen als Starter - eine ernüchternde Bilanz, die er nun in San Francisco verbessern könnte.
Jones bekommt neue Chance unter Lynch und Shanahan
Nun folgt der Neustart in Kalifornien. General Manager John Lynch äußerte sich am Donnerstag im Interview mit dem Radiosender KNBR optimistisch: "Mac war schon im Draft-Prozess ein Spieler, den wir intensiv studiert und sehr gemocht haben. Seit er bei uns ist, hat er sich schnell in die Offense eingefügt und passt hervorragend in unsere Kultur. Wir müssen mit ihm kaum etwas ändern. Ich freue mich darauf, dass er nun zeigen kann, was er draufhat."
Die 49ers sehen in dem 27-Jährigen einen Quarterback, der die Offense von Head Coach Kyle Shanahan präzise ausführen kann, ohne dass das Playbook umgestellt werden muss. Nun kann er beweisen, dass er mehr ist als eine Notlösung ist.
Bourne stärkt Jones den Rücken
Unterstützung erhält Jones, der einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben hat, auch von einem alten Bekannten: Wide Receiver Kendrick Bourne, der nach vier Jahren bei den New England Patriots nach San Francisco zurückgekehrt ist, erklärte gegenüber NBC am Donnerstag: "Mac hilft mir, mich wieder einzugewöhnen. Wir bereiten uns zusammen vor, er gibt mir Tipps und zeigt mir, wie ich über bestimmte Situationen nachdenken sollte."
Bourne zeigte sich überzeugt von der Qualität seines Quarterbacks: "Er weiß, was er tut. Er war schon Starter in dieser Liga, er kennt die Abläufe, weiß, was er sehen muss und wie er sich vorbereitet. Ich habe volles Vertrauen, dass er bereit ist."
Schon in dessen Rookie-Jahr 2021 hatten beide in New England eng zusammengearbeitet. Für Bourne war es mit 55 Catches für 800 Yards und fünf Touchdowns statistisch gesehen sein bestes Jahr.
Geht Jones denselben Weg wie Darnold?
Für Jones ist es eine zweite Chance auf großer Bühne. In New England und Jacksonville galt er als gescheitert, doch in San Francisco bekommt er nun die Möglichkeit, sich neu zu beweisen. In einem Team mit Playoff-Ambitionen, aber aktuell erheblichen Verletzungsproblemen in der Offense.
Als Vorbild könnte dabei Sam Darnold dienen. Auch er wurde einst hoch gedraftet, konnte aber weder bei den New York Jets noch bei den Carolina Panthers Fuß fassen. Erst nach einem Jahr unter Shanahan blühte er auf und lieferte vergangene Spielzeit bei den Minnesota Vikings unglaubliche Leistungen ab.
Die kommenden Wochen werden daher zeigen, ob Mac Jones einen ähnlichen Weg einschlagen kann und sich dauerhaft für einen Startplatz bei den 49ers oder einem anderen Team empfehlen kann. "Ich fühle mich bereit, denn ich habe viele Reps in den OTAs und im Training Camp bekommen", sagte er selbst vor seinem Debüt.