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Macht Parsons die Packers-Defense titelreif?

kicker

Die Green Bay Packers haben nach dem deutlichen Auftaktsieg gegen die Detroit Lions nun auch das Thursday-Night-Duell bei den Washington Commanders überzeugend gewonnen. Mit zwei Erfolgen über vor allem offensiv starke Playoff-Teams aus dem Vorjahr untermauert Green Bay früh in der Saison seine Ambitionen.

Die Defense der Packers war im Vorjahr zu inkonstant

Noch in der letzten Saison war Green Bays Defense ein zweischneidiges Schwert. Coordinator Jeff Hafley brachte frischen Wind ins System, stellte die Packers von passiver Cover-3 auf aggressive, variable Schemes um und erzeugte viele Turnover.

Mit 16,2 Prozent Turnovers pro gegnerischem Drive lag die Defense damit zwar auf Rang drei ligaweit, doch auf Snap-to-Snap-Basis zeigten sich klare Schwächen: In der Success Rate gegen gegnerische Dropbacks rangierte die Unit auf dem letzten Platz, zudem erlaubte man eine Completion Rate von 67,4 Prozent und ein First Down bei 35,4 Prozent aller Pässe - Werte im unteren NFL-Drittel.

Kurz gesagt: Ohne Interceptions und Fumbles brach das System zusammen. Der Mangel an konstantem Druck mit nur vier Pass Rushern machte die Defense berechenbar. Rashan Gary war 2024 der einzige Spieler mit überdurchschnittlicher Pressure-Rate, doch auch er blieb mit 13,4 Prozent unter seinen Bestwerten.

Der Parsons-Effekt in Green Bay

Mit Micah Parsons hat sich das Blatt gewendet. Der dreifache All-Pro, für den Green Bay zwei Erstrundenpicks und Defensive Tackle Kenny Clark an Dallas abgab, ist seit seiner Rookie-Saison der vielleicht beste Pass Rusher der NFL. Seine Pressure-Rate liegt seit 2021 bei überragenden 16,5 Prozent - besser als Myles Garrett undNick Bosa. Und das, obwohl Parsons in 30,6 Prozent seiner Snaps gedoppelt wird.

Gegen Washington sah man sofort, welchen Unterschied er macht. Parsons war in nahezu jedem Passing Down eine Bedrohung, erzwang Penalties, setzte Jayden Daniels früh unter Druck und holte seinen zweiten Sack der Saison. Parsons selbst betonte nach dem Spiel: "Die Jungs hier haben mich sofort aufgenommen. Sie vertrauen meinen Fähigkeiten. Ich weiß, was sie aufgegeben haben, damit ich hier sein kann, und ich werde alles tun, damit wir gewinnen."

Das erlaubt Hafley, sein Playcalling flexibler zu gestalten: Statt auf simulierte Pressures angewiesen zu sein, kann Green Bay auch mit klassischen Vier-Mann-Rushes Gefahr ausstrahlen.

Packers lässt Top-Offenses keine Chance

Die Packers lagen 2024 bei Early Downs mit nur 25,9 Prozent Pressure-Rate auf Platz 23. Nun stellt sich die Frage: Wie sieht diese Zahl aus, wenn Parsons regelmäßig Tackles im Eins-gegen-Eins dominiert?

Schon jetzt wirken die Drives des Gegners deutlich kürzer und hektischer. Daniels, der in Week 1 noch souverän auftrat, blieb bei 200 Passing Yards hängen und musste vier Sacks einstecken - so oft ging auch Jared Goff vergangene Woche zu Boden. Washington brachte es insgesamt auf nur 51 Rushing Yards, Detroit gar nur deren 46. Das liegt nicht zuletzt am Pass Rush der Packers, der die Offenses immer wieder in ungünstige Situationen zwang.

Dabei darf man nicht vergessen: Sowohl die Lions als auch die Commanders gehörten vergangene Saison zu den Top 5 Scoring Offenses der Liga. Dass beide Teams zusammen nur auf 31 Punkte kamen und jeweils unter 250 Total Yards blieben - etwas, was den Packers zuletzt 1995 gelungen ist -, spricht für die Stärke der Packers-Defense.

Lob für die neue Energie der Packers-Defense

Und Parsons? Der zeigte mal wieder seine ganze Klasse. Zwar gelang ihm nur ein halber Sack, doch bei 37 Pass Rush Plays gelangen ihm acht Pressures - damit führte er das Team an, obwohl er erneut nicht alle Snaps absolviert hat.

Doch sein Effekt geht über die Zahlen hinaus. "Mit Micah hat sich ihre gesamte Persönlichkeit verändert“, sagte Packers-Receiver Malik Heath über die Defense. "Sie haben schon immer den Ball gejagt, aber jetzt sind sie auf einem ganz anderen Niveau. Ich habe das Gefühl, dass wir derzeit die beste Verteidigung der Liga haben." In seinen Augen liegt das vor allem an der Defensive Line: "Sie gibt den Ton an, alle anderen folgen."

Auf diesen Zug springt auch Matt LaFleur auf. "Unerbitterlich, körperbetont, aggressiv, angreifend", beschreibt der Head Coach die Unit. "Der Spielstil ist genau das, was wir von diesen Jungs erwarten, und er beginnt immer mit Energie und Einsatz." Trotz dessen bremst Parsons jedoch etwas, denn in seinen Augen ist es noch zu früh, um die Defense als beste der Liga zu bezeichnen.

Championship-DNA oder noch nicht?

Parallel steigen die Erwartungen aber auch außerhalb Wisconsins: Die Super-Bowl-Quoten der Packers verbesserten sich bereits nach dem Parsons-Trade von Platz zehn auf fünf, nach dem 2-0-Start stehen sie nun sogar auf Rang vier.

Zwar gibt es noch Baustellen im Team wie der dünn besetzte Cornerback Corps und die Probleme gegen physisch starke Offensive Lines, doch die ersten Eindrücke bestätigen, was sich die Fans erhofft hatten: Parsons verändert nicht nur einzelne Plays, er verändert die Statik der gesamten Defense. Daher riefen sie bereits nach dem Sieg gegen Washington lautstark: "Danke, Jerry."

Der Spieler selbst lobte dabei selbst seine Teamkollegen: "Ich war noch nie in einer Kabine mit Jungs wie diesen. Alle wollen einfach zusammen abhängen und Zeit miteinander verbringen." Eine Aussage, die zeigt, dass er nicht nur sportlich, sondern auch menschlich schnell in Green Bay angekommen ist.

Und in Kombination mit einer Offense, die mit Jordan Love, Romeo Doubs und dem aufstrebenden Tight End Tucker Kraft Big Plays en masse produziert, entsteht das, was Green Bay seit Jahren fehlt: Balance. Eine Offense, die früh scort, und eine Defense, die mit ihrem neuen Superstar-Spieler dominiert.

Das klingt tatsächlich nach einem Rezept für einen tiefen Playoff-Run. "J-Love, ich denke, wenn du 20 Punkte erzielt, dann sind wir in der Lage, jedes Spiel zu gewinnen", meinte Parsons bereits. Denn eins ist in seinen Augen klar: "Defensiven gewinnen Meisterschaften."