So viel Spektakel gab es selten: In Week 7 sorgte Christian McCaffrey mit einer historischen Allround-Leistung für Staunen, während die Denver Broncos das wohl unglaublichste Comeback der Saison hinlegten. Außerdem gelang Justin Herbert ein unglücklicher Rekord, während Drake Maye sogar Tom Brady übertraf.
Was ist sonst noch passiert? football-world.news nennt die spektakulärsten Stats.
Herbert schreibt NFL-Geschichte - trotz Niederlage
Justin Herbert zeigte beim Spiel gegen die Indianapolis Colts eine herausragende Einzelleistung, die dennoch in einer Niederlage endete. Laut OptaStats ist er der erste Spieler in der NFL-Geschichte, der 35 oder mehr Pässe komplettiert, über 420 Yards und drei Touchdowns wirft, mehr als 30 Rushing Yards erzielt - und das Spiel trotzdem verliert.
Herbert brachte 37 von 55 Pässen für 420 Yards und drei Touchdowns an, leistete sich aber auch zwei Interceptions. Er führte die Chargers zudem mit 31 Rushing Yards an. Trotz starker Leistungen seiner Receiver - allen voran Oronde Gadsden mit 164 Yards - konnte Los Angeles die Colts-Defense nicht stoppen, die ihn 29-mal blitzte und 15 Quarterback-Hits verzeichnete.
Packers und die magische 27
In Green Bay scheint sich eine kuriose Glückszahl durch die Saison zu ziehen: Alle vier Packers-Siege in diesem Jahr endeten mit exakt 27 Punkten. Zum Saisonauftakt schlugen sie die Lions mit 27:13, danach folgten ein 27:18 gegen Washington, ein weiteres 27:18 gegen Cincinnati und nun ein 27:23 gegen Arizona.
Noch verrückter: Bart Starr, Brett Favre und Aaron Rodgers waren allesamt 27 Jahre alt, als sie ihren ersten Division-Titel mit den Packers gewannen. Und Quarterback Jordan Love? Der feiert in zwei Wochen seinen 27. Geburtstag. Ob Zufall oder Schicksal - in Wisconsin ist die 27 derzeit eindeutig eine Zahl mit Symbolkraft.
Broncos-Comeback für die Ewigkeit
Es war ein Wahnsinnsfinish in Denver: Die Broncos drehten beim 33:32 gegen die New York Giants ein Spiel, das sie nach drei Vierteln beim Stand von 0:19 bereits verloren glaubten. Im letzten Viertel erzielten sie dann 33 Punkte - so viele wie kein Team in der Geschichte der NFL, das zuvor drei Viertel lang punktlos geblieben war. Die Siegchance der Broncos lag laut Next Gen Stats zwischenzeitlich bei nur 0,7 Prozent, als sie im vierten Viertel bei 4th & 3 mit 6:38 Minuten Restzeit hinten lagen.
Besonders bemerkenswert: Laut CBS hatten NFL-Teams bis zu diesem Spiel 1602 Spiele in Folge gewonnen, wenn sie mit mindestens 18 Punkten Vorsprung und weniger als sechs Minuten auf der Uhr ins Schlussviertel gingen. Die Giants brachen diese unglaubliche Serie mit ihrer Niederlage in Denver und ermöglichten den Broncos das acht-unwahrscheinlichste Comeback seit Beginn der modernen Statistik-Ära 2016.
McCaffrey in seiner eigenen Liga
Christian McCaffrey stellte beim Sieg der 49ers gegen Atlanta gleich mehrere Rekorde auf. Der Star-Running-Back erzielte mehr Rushing-Yards als alle anderen Spieler beider Teams zusammen, führte gleichzeitig alle Akteure in Receiving-Yards an und sammelte mehr Punkte als die komplette gegnerische Mannschaft. Ein Kunststück, das laut ESPN Research in der Super-Bowl-Ära noch keinem anderen Spieler gelungen ist.
McCaffrey erreichte zudem zum siebten Mal in seiner Karriere mindestens 100 Rushing- und 70 Receiving-Yards in einem Spiel und übertraf damit die bisherigen Bestmarken von Marshall Faulk und Priest Holmes.
Maye bricht Tom-Brady-Rekord
Drake Maye hat bei New Englands 27:14-Sieg über Tennessee einen Meilenstein in der Patriots-Geschichte erreicht. Der junge Quarterback stellte mit einer Completion Rate von 91,3 Prozent einen neuen Franchise-Rekord auf und übertraf damit die Bestmarke von Tom Brady (88,5 Prozent gegen Jacksonville im Jahr 2019).
Maye brachte 21 seiner 23 Pässe für 222 Yards und zwei Touchdowns an und legte zusätzlich 62 Rushing Yards hin. Besonders beeindruckend: Nach seiner ersten Incompletion im ersten Viertel brachte er 16 Pässe in Serie an. Maye ist zudem der erste Patriots-Quarterback, der in sechs Spielen in Folge über 200 Yards bei einem Passer Rating von über 100 erzielt hat.
Andy Reid feiert Premiere, Raiders historisch schwach
Zum ersten Mal in seiner 27-jährigen Karriere als Head Coach gelang Andy Reid in der Regular Season ein Shutout-Sieg, und das ausgerechnet gegen den Erzrivalen. Beim 31:0-Erfolg der Kansas City Chiefs über die Las Vegas Raiders dominierte sein Team um Comebacker Rashee Rice in allen Phasen des Spiels. Mit seinem 21. Erfolg über die Raiders zog er außerdem mit Mike Shanahan gleich - kein Trainer hat häufiger gegen Las Vegas gewonnen.
Die Raiders dagegen kamen über das gesamte Spiel hinweg auf nur drei First Downs, ein historisch schwacher Wert, der zuletzt 2008 in einem Spiel mit JaMarcus Russell als Quarterback erreicht wurde.
Neben Reids historischem Meilenstein setzte auch Patrick Mahomes neue Maßstäbe: Mit dem Sieg überholte er Peyton Manning in der Kategorie der meisten Karriere-Siege eines Quarterbacks im Alter von 30 Jahren oder jünger. Mahomes steht nun bei 93 Erfolgen und hat noch viele Chancen, die 100er-Marke zu knacken.
Stafford bricht gleich zwei Rekorde in London
Matthew Stafford hat beim Sieg der Los Angeles Rams gegen die Jacksonville Jaguars Geschichte geschrieben. Der Quarterback warf fünf Touchdown-Pässe - so viele wie kein anderer Spieler zuvor in einem International Series Game.
In Wembley gelang Stafford das Kunststück mit nur 182 Yards, was ihn zum ersten Quarterback seit Jameis Winston 2021 macht, der fünf Touchdowns mit unter 200 Pass-Yards warf. Für den 37-Jährigen war es zudem das erste Spiel mit fünf Touchdowns seit seinem Trade zu den Rams.