Die Schluss-Sequenz des London-Spiels, sie war symptomatisch für den Auftritt der New York Jets in diesem London-Spiel am Sonntagnachmittag. Kurz vor der Range von Kicker Nick Folk, der mit einem Field Goal das Spiel noch zu Gunsten der Jets hätte entscheiden können, warf Quarterback Justin Fields zunächst deutlich zu spät auf den zunächst noch freien Garrett Wilson. Nach der daraus resultierenden Incompletion wurde Fields dann beim entscheidenden vierten Versuch von Jonathon Cooper zu Boden gebracht.
Der insgesamt neunte und letzte Sack der Broncos bedeutete auf das gesamte Spiel gesehen 55 Yards Raumverlust für die Jets. Bitter genug, doch vor folgendem Hintergrund wurde die Vorstellung der Offense noch deutlich furchtbarer: Denn Fields hatte bei seinen insgesamt 17 Passversuchen im gesamten Spiel nur 45 Yards erworfen. Macht insgesamt minus zehn Net Passing Yards für die Jets im gesamten Spiel. Heißt: Bei Pass-Spielzügen haben die Jets über das Spiel hinweg mehr Raum verloren als gewonnen. Oder anders ausgedrückt: Hätten die Jets gar nicht den Ball geworfen, wäre ihre Offense besser gewesen. Zumindest statistisch.
Nach Angaben von ESPN ist das der schlechteste Wert seit 27 Jahren. Zuletzt hatten die damals noch in San Diego beheimateten Chargers 1998 gegen die Kansas City Chiefs sogar -19 Net Passing Yards erreicht. Angesichts dieser Horror-Bilanz eigentlich unglaublich, dass New York bis kurz vor Schluss gute Chancen auf den Sieg hatte. Schließlich hat Fields genauso viele Pässe an den Mann gebracht (neun) wie Sacks kassiert, sein längster Pass des Tages ging über gerade mal elf Yards. Die insgesamt 82 Offensiv-Yards, die die Jets durch die 92 Rushing Yards am Ende der Partie aufzuweisen hatten, waren der drittschlechteste Wert der Franchise-Historie.
Das lag einerseits an seiner eigenen Unentschlossenheit und fehlenden Präzision, andererseits aber auch an einer schwachen Vorstellung der Offensive Line, die gegen die gewohnt starke Broncos-Defense völlig überfordert wirkte. Trotz seiner schwachen Vorstellung muss Fields wohl nicht um den Starter-Job fürchten. "Was für eine Frage ist das?", antwortete Head Coach Aaron Glenn, als er auf der anschließenden Pressekonferenz auf ein mögliches Benching von Fields angesprochen wurde. Sein Vertreter wäre der 36 Jahre alte Routinier Tyrod Taylor.
Die Jets, die unter allen NFL-Teams am längsten auf ein Playoff-Ticket warten, gehören auch in dieser Saison zum Bodensatz der NFL. Als einziges Team hat New York in dieser Saison alle bisherigen Spiele verloren.