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Nach Dart-Vorfall: Giants droht saftige Strafe

kicker

Der Donnerstagabend wird den New York Giants noch länger in Erinnerung bleiben - allerdings aus den falschen Gründen. Beim Spiel gegen die Philadelphia Eagles wurde Quarterback Jaxson Dart im dritten Viertel wegen Verdachts auf eine Gehirnerschütterung untersucht, als sich Head Coach Brian Daboll und Running Back Cam Skattebo in den medizinischen Ablauf einmischten.

Liga reagiert mit Memo an alle Teams

Wie zunächst Pro Football Talk berichtete, verschickte die NFL am Samstag ein offizielles "Concussion Protocol Compliance Reminder"-Memo an alle Teams. Darin erinnert die Liga daran, dass nur medizinisches Personal bei einer Untersuchung im Zelt oder in der Kabine anwesend sein darf - ausdrücklich ausgeschlossen sind Trainer, Funktionäre und Mitspieler.

Das Memo warnt: "Verstöße gegen das Protokoll können zu Reprimanden, Nachschulungen, Geldstrafen oder sogar zum Verlust von Draft Picks führen - insbesondere, wenn sportliche Erwägungen eine Rolle gespielt haben."

Auslöser war der Vorfall in Philadelphia: Daboll hatte nach eigener Aussage in das Zelt hineingeschaut, um zu erfahren, "wie lange die Untersuchung dauern wird", weil eine vierte-Down-Entscheidung anstand. Skattebo war sogar kurzzeitig in das Zelt gegangen. Daboll entschuldigte sich später öffentlich und betonte: "Ich wollte nur wissen, ob Jaxson rauskommen kann, wenn er okay ist. Ich wollte die Untersuchung nicht beeinflussen."

Giants erwarten empfindliche Strafe

Wie Jay Glazer berichtete, bereiten sich die Giants auf eine hohe Geldstrafe vor, rechnen aber derzeit nicht mit schwereren Sanktionen. Dennoch steht laut PFT im Raum, dass die Liga den Vorfall als "competitive consideration" werten könnte - also als Versuch, sich durch Einflussnahme einen spielerischen Vorteil zu verschaffen.

Das könnte im schlimmsten Fall den Verlust eines Draft Picks nach sich ziehen. Innerhalb der NFL und der Spielergewerkschaft NFLPA läuft derzeit eine gemeinsame Untersuchung; mehrere Zeugen sollen noch befragt werden.

Giants-Mitbesitzer John Mara erklärte in einem Statement, er habe mit Daboll gesprochen: "Ich glaube ihm, dass er die Untersuchung nicht beeinflussen wollte, aber allein der Anschein ist unangebracht."

Signalwirkung für die gesamte Liga

Die NFL nutzt den Vorfall, um das Bewusstsein für den Umgang mit Kopfverletzungen erneut zu schärfen. Schon seit Jahren steht die Liga unter Beobachtung, wenn es um den Schutz ihrer Spieler geht. Der Dart-Zwischenfall dürfte deshalb als Beispiel dienen und eine klare Botschaft senden: Kein sportlicher Druck darf medizinische Entscheidungen beeinflussen.

Für die Giants bleibt abzuwarten, wie hart die Liga am Ende durchgreift. Sicher ist: Der Imageschaden ist bereits angerichtet und das Thema Concussion Protocol steht wieder einmal im Mittelpunkt der NFL-Debatte.