Mit D.J. Lagway steht Baylor Bears laut übereinstimmenden Berichten kurz davor, einen der talentiertesten Quarterbacks seiner Jahrgangsstufe zu verpflichten. Für den ehemaligen Starter der Florida Gators bedeutet der Wechsel eine Rückkehr nach Texas und einen bewussten Neustart nach einer von Verletzungen, Inkonstanz und strukturellem Umbruch geprägten Phase in Gainesville. Für Baylor ist es hingegen ein Hoffnungsschimmer nach einer enttäuschenden Saison und ein klares Signal auf der wichtigsten Position im modernen College Football.
Ein Neuanfang mit Vorgeschichte
Lagways Entscheidung fällt nicht zufällig auf Baylor. Der Quarterback stammt aus Willis, Texas, rund zwei Stunden von Waco entfernt, und ist der Sohn von Derek Lagway, einem ehemaligen Running Back der Bears. In dieser Woche besuchte er den Campus, nahm an einem Basketballspiel im Foster Pavilion teil und wurde von den Fans bereits wie ein Hoffnungsträger empfangen. Die Sprechchöre aus den Rängen gaben einen Vorgeschmack auf die Erwartungen, die ihn begleiten werden.
Vom Top-Recruit zur Zäsur in Florida
Als Top-Ten-Recruit und ESPNs Nummer eins unter den Dual-Threat-Quarterbacks der Klasse 2024 kam Lagway mit großen Vorschusslorbeeren nach Florida. Bereits in seiner ersten Saison erarbeitete er sich den Starting-Job und ließ sein Potenzial aufblitzen. Besonders das Saisonfinale 2024, mit vier Siegen in Serie gegen unter anderem LSU und Ole Miss, deutete auf eine steile Entwicklung hin.
Diese setzte sich jedoch nicht fort. Verletzungen im Frühjahr und Sommer bremsten seinen Fortschritt, die folgende Saison verlief inkonstant. Mit 16 Touchdown-Pässen bei 14 Interceptions - der höchste Wert in der SEC - stand Lagway sinnbildlich für ein Florida-Programm im Umbruch. Die Entlassung von Head Coach Billy Napier während der Saison und die Verpflichtung von Jon Sumrall unterstrichen die Unruhe im Umfeld.
Baylors Hoffnung auf Stabilität
Für Baylor kommt Lagway zur rechten Zeit. Nach einer 5-7-Saison unter Head Coach Dave Aranda suchen die Bears nach einer neuen Richtung auf der Quarterback-Position. Der Abgang von Sawyer Robertson hinterlässt eine offene Stelle, die Lagway mit Talent und Perspektive füllen soll.
Der Wechsel ist damit nicht nur ein persönlicher Neustart, sondern auch ein strategischer Schritt für Baylor. Lagway bringt Spielmacherqualitäten, Mobilität und ein Profil mit, das auf College-Ebene Spiele verändern kann - vorausgesetzt, er findet Konstanz und körperliche Stabilität.
Lagways Transfer steht exemplarisch für eine neue Realität im College Football: Talente bleiben nicht mehr zwangsläufig dort, wo sie rekrutiert wurden, sondern suchen aktiv nach dem Umfeld, das ihre Entwicklung am besten unterstützt. Für Baylor ist dieser Deal ein Statement. Für Lagway eine Chance, die Versprechen seiner frühen Karriere neu einzulösen - diesmal in vertrauter Umgebung.
College Football Playoff: Die Halbfinals Wer überträgt die College Football Playoff? Die besten College Spieler der Saison College Football: So funktioniert Amerikas Kultsport College Football Playoff Reform Bowl-Spiele neben den Playoff Das große Trainerkarussell im College Football