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Neustart in Cleveland: Änderungen der Offense mit Gabriel

kicker

Die Cleveland Browns haben nach der Niederlage gegen die Detroit Lions genug gesehen: Joe Flacco, der 40-Jährige Routinier, wird nach zahlreicher Kritik und schwachen Leistungen auf die Bank gesetzt. In seinen vier Starts kam Cleveland nur auf einen 1-3-Rekord, Flacco brachte lediglich 58,1 Prozent seiner Pässe an den Mann und erzielte 815 Yards bei zwei Touchdowns und sechs Interceptions - die zweithöchste Zahl ligaweit hinter Geno Smith.

Nun erhält Rookie Dillon Gabriel das Vertrauen. Der Drittrundenpick und Top 100 Pick aus Oregon kam bislang nur sporadisch zum Einsatz, zeigte dabei aber Effizienz: In zwei Kurzeinsätzen vervollständigte er drei von vier Pässen für 19 Yards und einen Touchdown.

Am Sonntag in London gegen die Minnesota Vikings wird Gabriel sein erstes NFL-Spiel von Beginn an bestreiten - und dabei als erster Quarterback überhaupt sein Starting-Debüt außerhalb der USA geben.

Vereinfachtes Playbook für den Rookie

Stefanski ist dafür bekannt, seine Offensive anpassen zu können. In den vergangenen Jahren ließ er bereits sieben verschiedene Quarterbacks starten. Mit Gabriel dürfte das Playbook zunächst verschlankt werden, um dem Rookie den Einstieg zu erleichtern.

Weniger komplexe Reads, weniger Pre-Snap-Verantwortung und ein klarer Fokus auf einfache Konzepte sollen dafür sorgen, dass der 24-Jährige schnell ins Spiel findet.

Schnelle Pässe statt tiefer Bomben

Mit Flacco setzte Cleveland stark auf das vertikale Passspiel - mit mäßigem Erfolg. Gabriel bringt einen anderen Ansatz: Der ehemalige Oregon-Spielmacher ist weniger für seinen starken Arm bekannt, sondern für seine schnelle Entscheidungsfindung und zügige Ballverteilung.

Kurze, präzise Pässe über die Mitte des Feldes könnten das neue Markenzeichen der Browns-Offense werden. Tight End David Njoku und Running Backs wie Rookie Quinshon Judkins oder Jerome Ford könnten besonders profitieren, da sie viele Yards nach dem Catch generieren können.

Blindside wechselt die Seite

Als Linkshänder bringt Gabriel eine weitere Besonderheit mit: Seine blinde Seite liegt auf der rechten Seite der Offensive Line. Normalerweise schützt der Left Tackle das Herzstück der Pocket - in Cleveland muss nun Right Tackle Jack Conklin diese Rolle übernehmen.

Das Problem: Conklin fehlte zuletzt verletzt und auch auf der linken Seite gibt es mit dem Ausfall von Dawand Jones große Baustellen. Zwar kam Cam Robinson per Trade, doch die Line steht insgesamt vor einem kompletten Umbau.

Was erwartet die Fans?

Man darf von Gabriel keine Feuerwerke erwarten - zu groß ist der Sprung vom College in die NFL, zumal die Umstände in Cleveland nicht ideal sind. Dennoch bringt er Eigenschaften mit, die der Offensive Stabilität geben können: Ruhe in der Pocket, schnelle Entscheidungen und ein Spielstil, der gut mit Stefanskis System harmonieren könnte.

Die Vikings-Defense wird dabei allerdings ein absoluter Härtetest. Defensive Coordinator Brian Flores gilt ligaweit als eine der unangenehmsten, gerade für junge Quarterbacks. Mit blitzfreudigen, exotischen Looks und ständigen Wechseln in der Formation versteht es Flores, unerfahrene Spielmacher zu verwirren und zu Fehlern zu zwingen.

Für Gabriel bedeutet das: Er muss schnelle Reads machen, Ruhe im Chaos bewahren und darf sich nicht von den ungewöhnlichen Fronts und Coverages aus der Balance bringen lassen. Es wird ein echter Prüfstein gleich zu Beginn seiner NFL-Karriere.