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NFC South: Das Mayfield-Karussell dreht sich - und ein Totengräber als Hoffnungsträger

kicker

Tampa Bay Buccaneers: Der nächste Volltreffer auf dem Karussell?

Das Coordinator-Karussell das Baker Mayfield dreht sich auch in diesem Sommer: Nur ein einziges Mal in seiner Karriere ging der mittlerweile 30 Jahre alte Quarterback mit dem gleichen Offensive Coordinator in eine Saison wie im Vorjahr. Kontinuität kennt er nur vom Hörensagen. Seit er 2023 nach Tampa Bay kam, lag das Franchise aber gleich zweimal derart goldrichtig, dass Mayfields Playcaller anderswo zu Head Coaches befördert worden: Erst ging Dave Canales nach Carolina, in diesem Sommer dann Liam Coen nach Jacksonville.

Vor der neuen Saison stellt sich nun die Frage: Haben die Buccaneers mit Coens Nachfolger Josh Grizzard den dritten Volltreffer in Folge gelandet? Wenn nicht, dann könnte der fünfte Division-Titel in Folge ernsthaft in Gefahr geraten. Als Favorit geht Tampa Bay in der NFC South trotzdem ins Rennen: Die Offense um den 2024 teils herausragenden Mayfield ist vor allem auf der Receiver-Position mit Playmakern gespickt, die Defense wurde zumindest punktuell verstärkt. Für einen tiefen Playoff-Run müsste zwar vieles optimal laufen, das auf dem Papier stärkste Team der Division ist Tampa Bay dennoch.

Atlanta Falcons: Drei Lose gegen ein trauriges Jubiläum

Der letzte Falcons-Spieler mit mindestens zehn Sacks in einer Saison heißt Vic Beasley und spielt schon seit fünf Jahren nicht mehr in der NFL. Seit 2016, als Beasley auf dem Weg in den legendär vergeigten Super Bowl gegen die New England Patriots 15,5 Sacks auflegte, hatte Atlanta keinen kompetenten Edge Rusher mehr. Damit es 2026 nicht zum traurigen Jubiläum kommt, haben die Verantwortlichen nun gleich drei Lotterielose gekauft - und hoffen, dass zumindest eines gezogen wird: Neben dem erfahrenen Leonard Floyd aus San Francisco investierten die Falcons im Draft gleich zwei First Round Picks in Jalon Walker und James Pearce Jr.

Der Ausgang der Strategie? Ungewiss - genauso wie die Leistung von Quarterback Michael Penix Jr. Der junge Linkshänder verdrängte zum Ende der vergangenen Saison den erfahrenen Kirk Cousins auf die Bank und geht nun in seine erste Saison als Starter. Die Umstände könnten dabei schlechter sein, in Wide Receiver Drake London und Running Back Bijan Robinson hat Atlanta zwei hochtalentierte Playmaker, die jeder Defense wehtun können. Penix aber ist die große Wildcard - und Atlanta damit eine Wundertüte: Funktionieren Quarterback und Pass Rush, sollte die erste Playoff-Teilnahme seit 2018 durchaus realistisch sein.

Carolina Panthers: Der Totengräber wird zum Hoffnungsträger

Wie schnell sich der Wind doch drehen kann. Noch bis tief in den Herbst 2024 hinein schienen die Panthers das aussichtsloseste Team der NFL zu sein, ein paar Monate später ist in NFL-Kreisen sogar ein gewisser Hype um das Team aus Charlotte entstanden. Der Grund ist nur 1,78 Meter groß und galt schon als Totengräber der Panthers-Zukunft: Quarterback Bryce Young, 2023 nach einem teuren Trade als erster Spieler im Draft ausgewählt, zeigte nach verheerendem Karriere-Start in der zweiten Saisonhälfte endlich sein Potenzial. Und wer sich in so kurzer Zeit derart steigern kann, von dem kann man doch jetzt auch noch den nächsten Sprung erwarten. Oder?

Zumindest baut Carolina bewusst um Young herum auf, draftete in der ersten Runde in Wide Receiver Tetairoa McMillan eine große Anspielstation für den kleinen Quarterback und verzichtete stattdessen auf namhafte Verstärkung in der Defense. Die hätte sich aber ohnehin nicht durch einen einzelnen Spieler reparieren lassen, 2024 war die Panthers-Verteidigung in einigen Werten historisch schlecht. Die Rückkehr des letzte Saison lange verletzten Defensive Tackles Derrick Brown sowie die Verpflichtung von Safety Tre'von Moehrig sollten etwas Linderung verschaffen, für den Einzug in die Playoffs dürfte die Defense aber weiterhin zu schwach sein.

New Orleans Saints: Kommt endlich der Umbruch?

Den eigentlich nötigen Umbruch verweigern die Saints schon seit Jahren, nun haben nicht die Verantwortlichen, sondern zwei Spieler mitgeholfen, ihn vielleicht einzuleiten: Sowohl Quarterback Derek Carr als auch Safety Tyrann Mathieu beendeten in der Offseason überraschend ihre Karrieren und rissen damit Löcher auf, die New Orleans zwangsläufig mit jungen Spielern besetzen muss. Wobei jung im Fall von Tyler Shough relativ zu sehen ist: Der Rookie-Quarterback, in der zweiten Runde des Drafts ausgewählt, ist bereits 25 - und damit älter als sein Konkurrent Spencer Rattler, der bereits letzte Saison sechs Spiele für die Saints absolvierte - und alle verlor.

Als Starting Quarterback geht auf jeden Fall Rattler ins Rennen, die Hoffnungen in New Orleans liegen aber ohnehin eher auf dem neuen Head Coach Kellen Moore als auf dem Spielmacher. Moore war als Offensive Coordinator entscheidend am Super-Bowl-Sieg der Philadelphia Eagles beteiligt, trifft in Louisiana nun aber auf ein Roster mit signifikant weniger Talent. Sorgen macht neben der Quarterback-Frage vor allem die überalterte Defense, in der neben dem eigentlich eingeplanten Mathieu auch die einstigen Leistungsträger Cam Jordan und Demario Davis ihren Zenit mittlerweile überschritten haben. Gut möglich, dass New Orleans 2025 zu den schlechtesten Teams der Liga gehört.