Für Stefon Diggs waren die vergangenen Wochen und Monate nicht einfach. Obwohl es sportlich mit den New England Patriots hervorragend lief und sogar der Einzug in den Super Bowl gelang, sah sich der Star-Receiver abseits des Platzes mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Konkret ging es um einen Fall, der sich am 2. Dezember zugetragen haben soll.
Eine ehemalige Hausköchin von Diggs behauptete, er habe sie an diesem Tag im Verlauf eines heftigen Streits geschlagen und gewürgt. Es wurde Anklage erhoben, was wohl auch ein Grund dafür war, warum der 32-Jährige nach seinem Vertragsende bei den Patriots bislang kein neues Team gefunden hat.
Am Dienstag durfte Diggs aber aufatmen: Nach nur zwei Prozesstagen wurde er von den Vorwürfen freigesprochen. Offenbar war es der Staatsanwaltschaft nicht gelungen, hinreichende Beweise vorzulegen, dass sich der besagte Vorfall tatsächlich so zugetragen hat.
"Wir haben diese Vorwürfe von Anfang an ernst genommen, und genau deshalb waren wir sehr daran interessiert, dass die Fakten im Rahmen des Gerichtsverfahrens ans Licht kommen", erklärte Mitch Schuster von der Anwaltskanzlei Meister, Seelig & Schuster, die Diggs vertreten hat.
"Profisportler stehen im Fokus der Öffentlichkeit. Wenn jemand eine Uniform und einen Vertrag sieht, sieht er ein Druckmittel; er sieht eine Einigung. Und er setzt darauf, dass dieser Druck in der öffentlichen Meinung eine Entscheidung zur Einigung erzwingt, unabhängig von den tatsächlichen Umständen des Falles", führte er weiter aus.
Der Prozess habe schließlich gezeigt, "was wir von Anfang an behauptet haben: Herr Diggs wurde zu Unrecht beschuldigt, und dieser Fall ist genau das Beispiel für die opportunistische Schikane, der Spieler ausgesetzt sein können, sobald sie das Spielfeld verlassen".
Juristisch muss Diggs damit keine weiteren Konsequenzen befürchten. Wie es mit seiner sportlichen Zukunft weitergeht, ist allerdings offen. Die NFL verfolgt eine eigene Personalpolitik in derartigen Fällen, die nicht immer zwingend dem juristischen Ergebnis folgen muss.
"Wir haben alle Entwicklungen in dieser Angelegenheit, die weiterhin im Rahmen der Richtlinien zum persönlichen Verhalten geprüft wird, aufmerksam verfolgt", sagte NFL-Sprecher Brian McCarthy am Dienstag. Theoretisch könnte die NFL Diggs dennoch sperren, sollte die Liga der Ansicht sein, er habe sich nicht korrekt verhalten. Wahrscheinlich ist das aber nicht.
Somit könnte Diggs womöglich bald ein neues Team finden. Bedarf an erfahrenen und immer noch leistungsstarken Receivern gäbe es genug.