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NFL Power Ranking: Das Imperium schlägt zurück

kicker

NFL Power Ranking nach Week 8

32. Tennessee Titans (1-6)

Ranking nach Week 4: 32

Die erste Hälfte gegen die Patriots war der erste vorsichtige Lichtblick dieser Saison für eine Titans-Offense, die ansonsten bislang nahezu keinen Grund für Optimismus gegeben hat. Elic Ayomanor, zuletzt Chimere Dike, die beiden Rookie-Receiver würde ich hier am ehesten nennen. Das Spiel gegen die Patriots war das erste Spiel nach der Entlassung von Head Coach Brian Callahan, und zum ersten Mal spielte Cam Ward zumindest eine Halbzeit lang präzise und on-time.

Das zerfiel in der zweiten Hälfte auch schnell wieder, nicht zuletzt durch einen weiteren verheerenden Fehler von Ward, dem, wie schon im Spiel gegen die Raiders, als er zum Wurf ansetzte, der Ball schlicht aus der Hand rutschte, was in einem Touchdown für die Patriots endete. Doch zumindest war mal zaghaft erkennbar, was möglich sein kann. Die Betonung ist hier aber "zaghaft".

Auf die Saison betrachtet fühlen sich die Titans weiter wie das klar schlechteste Team der NFL an. Tennessee ist Woche für Woche kaum kompetitiv, der einzige Sieg kam durch ein absurdes Fumble-Desaster der Cardinals zustande. Auch die Defense lebt maßgeblich von Jeffery Simmons und hat ansonsten diverse Baustellen.

Ich halte es für gut möglich, dass ansonsten auch kein Sieg mehr dazu kommt für dieses Team, das bis zur Trade-Deadline noch weitere Starter abgeben könnte. Und dann stünde vermutlich der zweite Nummer-1-Overall-Pick in Folge zu Buche.

31. Las Vegas Raiders (2-5)

Ranking nach Week 4: 24

Die für mich größte Enttäuschung dieser Saison. Die Raiders haben in der Offseason investiert wie ein Team, das unter Pete Carroll schnell zumindest kompetitiv und in einem kurzfristigen Fenster erfolgreich sein kann. Die Realität ist eine völlig andere.

Kaum ein Team ist weniger kompetitiv. Kaum ein Team fühlt sich weiter davon entfernt an, zeitnah erfolgreich zu sein. Ganz im Gegenteil. Das Fazit für die Raiders nach den ersten acht Wochen lautet vielmehr: Zu früh zu viel gewollt.

Den Running Back Top 10 zu draften, während die Offensive Line Woche für Woche massive Probleme hat, war ein Fehler. Die Raiders haben trotz Ashton Jeanty - und, um das klar zu sagen, an ihm liegt es nicht - mit das schlechteste Run Game in der NFL. Die Defense ist solide gegen den Run, wird dafür aber dahinter regelmäßig mit Leichtigkeit aufgefressen. Und auch Geno Smith, der signifikant schlechter spielt als in Seattle, scheint eine Fehlinvestition gewesen zu sein.

Die Ausfälle von Kolton Miller und Brock Bowers waren die finalen Katalysatoren, um das Kartenhaus einstürzen zu lassen. Zumindest kommen beide zeitnah zurück, sodass ein wenig Besserung in Sicht ist. Aber angesichts der massiven Defizite, die dieser Kader überall hat, hätten diese beiden Spieler das Projekt Pete Carroll auch nicht retten können.

30. New York Jets (1-7)

Ranking nach Week 4: 30

Ich hatte die Jets vor der Saison für einen Top-5-Pick prognostiziert, einen schnellen Turnaround habe ich hier also nicht erwartet. Aber ich hatte schon erwartet, dass sich das Team im ersten Jahr unter Aaron Glenn kompetitiver und vor allem kompetenter präsentieren würde.

Die Defense immerhin scheint ihren Groove mittlerweile ein wenig zu finden, nachdem auch auf der Seite des Balls die ersten fünf Wochen eine extreme Enttäuschung waren. Offensiv dagegen wirkt das Team bisweilen orientierungslos. Das liegt ohne Frage auch an der Quarterback-Position, doch haben Glenn und die Verantwortlichen sich selbst für Justin Fields entschieden. Das ist kein Quarterback, der vom alten Regime noch "übrig" war, insofern muss man das auch dieser Gruppe ankreiden.

Alles, was man aus New York hört, geht in die Richtung, dass Glenn auf keinen Fall One-and-Done sein wird. Es gibt Beispiele dafür, dass das die richtige Entscheidung ist - nicht zuletzt Dan Campbell in Detroit, in dessen Trainerstab Glenn war und miterlebt hat, wie schwierig ein Neustart sein kann.

Gleichzeitig startete der Rebuild in New York mit viel Qualität im Kader, verglichen mit Jahr 1 für Campbell in Detroit. Und Campbells Quarterback-Entscheidung erwies sich als Volltreffer. Das können wir in New York schon ausschließen, und dann wird die Timeline gefährlich: Denn sollten die Jets mit einem Top-2-Pick im kommenden Draft "ihren" Quarterback picken, um dann Glenn in Jahr 2 zu entlassen, wäre man wieder in genau dem Kreislauf, der schlechte Teams über Jahre schlecht bleiben lässt, und jungen Quarterbacks wenig Chance gibt.

Vielleicht war der Sieg gegen die Bengals, so schlecht deren Defense auch ist, ja nicht nur Fields’ bestes Saisonspiel, sondern eine Trendwende für die Jets insgesamt.

29. New Orleans Saints (1-7)

Ranking nach Week 4: 28

Auf der einen Seite verstehe ich, warum die Coaches in New Orleans einen eher kurzen Geduldsfaden mit Spencer Rattler hatten. Mit einem von eben diesem Trainerstab Top 40 gedrafteten Quarterback in Tyler Shough gibt es eine Alternative, von der man in New Orleans nach der Saison ein besseres Bild haben will. Das ist jetzt die Nummer-1-Storyline für die zweite Saisonhälfte bei der Saints.

Auf der anderen Seite aber war der Geduldsfaden doch sehr kurz. Rattler hatte letzte Woche gegen die Bears sein ohne Frage schlechtestes Saisonspiel, und war dann auch gegen die Bucs nicht gut. Aber eineinhalb schlechte Spiele nach zuvor einer wirklich soliden Leistung in schwierigen Umständen, ich würde es so formulieren: Normalerweise würde Rattler in der Situation nicht gebenched werden.

Aber, nochmal, ich verstehe, warum dieser Trainerstab jetzt Shough sehen will. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Saints vermutlich im kommenden Draft hoch picken werden. Und dann müssen sich die Verantwortlichen entscheiden, ob der nächste Quarterback gepickt werden soll.

Das Run Game ist nicht gut, die Defense ist up-and-down. Die Saints sind kein gutes Team, auch wenn sie in der ersten Saisonhälfte häufig kompetitiver waren als gedacht. Das lag nicht zuletzt an Rattler. Jetzt werden wir sehen, ob Shough daran anknüpfen kann.

28. Miami Dolphins (2-6)

Ranking nach Week 4: 25

Die Vibes rund um die Dolphins waren schon seit der Offseason mindestens mal fragwürdig. Dieses Gefühl war auf einem eisigen Tiefpunkt angekommen, als sich Quarterback Tua Tagovailoa nach der Niederlage gegen die Chargers vor die versammelte Presse stellte und erklärte, dass Spieler zu Meetings zu spät kommen oder sie gänzlich schwänzen.

Tua entschuldigte sich später und auch Head Coach Mike McDaniel stellte klar, dass das die falsche Plattform für eine solche Aussage war. Aber es war ein Blick hinter die Kulissen, der das bestätigte, was die meisten schon vermutet hatten: Der Locker Room ist nur bedingt intakt.

Umso beeindruckender war der jüngste Auftritt gegen Atlanta. Offensiv konnte Miami in seiner ultra-schnellen-ultra-kurzen Passing Offense den Ball bewegen, aber vor allem defensiv war das, nach all dem was die letzten Wochen passiert ist, ein tolles Lebenszeichen. Es war mit Abstand das beste Spiel dieser Front.

Ob das zu weiteren Siegen führt, das bleibt abzuwarten. Die Offensive Line ist ein Problem, Tua selbst spielt eine insgesamt schwache Saison und die Defensive Front, die eigentlich die Stärke sein sollte, war über die ersten sieben Wochen der Saison extrem enttäuschend. Dass die Offense bisweilen auch ohne Tyreek Hill noch kompetitiv war, rechne ich McDaniel bei all der berechtigten Kritik immer noch hoch an. Jetzt aber fällt auch Darren Waller länger aus.

Es scheint selbst mit dem Sieg gegen Atlanta eine Frage der Zeit zu sein, wann der radikale Neustart eingeleitet wird. Der würde dann den Head Coach absägen - und er sollte auch den GM und den Quarterback betreffen. Aber der Sieg am Sonntag war auch ein Hinweis darauf, dass man den finalen Schlussstrich unter der McDaniels-Ära noch nicht ziehen sollte.

27. Cleveland Browns (2-6)

Ranking nach Week 4: 26

Die Browns sind insofern ein nach wie vor interessantes Team, als dass es eine klare Schablone gibt, wie Cleveland Spiele gewinnen kann - und das auch im weiteren Saisonverlauf schaffen sollte: Nämlich dann, wenn die Browns den Ball laufen und mit ihrer Defensive Front Spiele kontrollieren können. Das war zuletzt gegen Miami der Fall, und mit Spielen gegen unter anderem die Jets, Raiders, Titans und Bengals noch vor der Brust denke ich auch nicht, dass wir das zum letzten Mal gesehen haben.

Die Frage ist natürlich, wo das hinführt. Oder was man aus einer Saison mitnimmt, in der man einige schwache Teams schlagen kann, mit fünf, vielleicht sogar sechs Siegen am Ende dasteht, aber ganz klar noch weit davon entfernt ist, ernsthaft kompetitiv zu sein.

Wir wussten immer, dass wir in Jahr 1 des Rebuilds in Cleveland sind. Vielleicht sogar Jahr 0, wenn wir Jahr 1 als das erste Jahr nach der jetzt bevorstehenden Trennung von Deshaun Watson einstufen wollen.

Im ersten Jahr des Rebuilds geht es darum, eine klare Handschrift der Coaches zu erkennen, sowie junge Spieler zu identifizieren, die Teil des Kerns über die nächsten Jahre sein können. Beides ist in Cleveland der Fall: Die Rookie-Klasse sieht gut aus, und wenn die Saison so weitergeht, sehe ich keinen Grund, den Coaching Staff abzusägen.

Der Quarterback ist da ein sehr viel größeres Fragezeichen. Dillon Gabriel spielt bisher in etwa wie erwartet. Er kann ein passabler Ballverteiler sein, mehr aber auch nicht und er ist schlicht noch überfordert. Das reicht nicht, um 2026 als Starter in die Saison zu gehen. Ich denke, dass wir Shedeur Sanders zeitnah sehen werden - allein, um ihn bewerten zu können.

26. Cincinnati Bengals (3-5)

Ranking nach Week 4: 29

Ich gebe ehrlich zu, dass ich diesen Effekt durch den Joe-Flacco-Trade nicht erwartet hatte. Sicher, Flacco ist besser als das, was Jake Browning in dieser Saison gezeigt hat. Gleichzeitig wurde Flacco in Cleveland nicht ohne Grund gebenched.

Doch als schneller Ballverteiler funktioniert er bei den Bengals überraschend gut. Natürlich maßgeblich getrieben durch die immer noch enorme Receiver-Qualität. Aber die Offense ist mit Flacco bislang kompetitiv.

Im nächsten Schritt war die anschließende Frage daran, gewissermaßen die zweite Frage für diesen Trade, immer die nach dem finalen Ziel. Also: Was kann selbst im besten Fall erreicht werden? Gewinnen die Bengals genug Spiele, dass sie im Playoff-Rennen sind, wenn Joe Burrow potenziell in schätzungsweise fünf bis sechs Wochen zurückkommt? Dann wäre der Trade ein riesiger Win.

Daran habe ich aber weiterhin Zweifel, umso mehr nach diesem Auftritt gegen die Jets. Die Offensive Line ist schlicht nicht gut, vor allem aber die Defense ist desolat - und ohne Trey Hendrickson ist sie nicht kompetitiv. Selbst mit Burrow zurück wäre dieses Team weit davon entfernt, in der AFC oben mitzuspielen.

25. Carolina Panthers (4-4)

Ranking nach Week 4: 31

Gerade als ich dachte, dass die Panthers vielleicht doch noch einen Pfad zu einer positiven Saison haben, kam dieses Spiel gegen die Bills. Und zugegeben, Andy Daltons Auftritt war ein Desaster. Vielleicht wäre das Spiel mit Bryce Young enger gewesen, ein wenig enger mit Sicherheit.

Das kann man soweit leicht verargumentieren. Problematisch war, wie schwach die Teile dieses Panthers-Teams waren, die man über die ersten sieben Wochen als klare Stärken ausmachen konnte: Die Run Defense sowie das eigene Run Game. Beides implodierte gegen die Bills.

Damit bin ich mit den Panthers wieder an dem Punkt, an dem ich vor einigen Wochen bereits war. Ja, es gibt einige Lichtblicke. Run Game, Rookie-Receiver Tetairoa McMillan, Rico Dowdle, Teile der Defensive Line. Aber das ist zu wenig, um darauf wirklich nachhaltig aufzubauen. Und die Quarterback-Frage wird ein essenzielles Thema für die kommende Offseason sein.

24. New York Giants (2-6)

Ranking nach Week 4: 27

Die schwere Verletzung von Cam Skattebo ist ein brutaler Tiefschlag. Skattebo hat nicht nur das Run Game der Giants belebt, seine Art war ganz ohne Zweifel ein Funken, der innerhalb dieses Teams ein Feuer entfacht hat. Diese Aufgabe wird jetzt noch mehr auf den Schultern von Rookie-Quarterback Jaxson Dart ruhen.

Das ist natürlich viel verlangt. Ohne Skattebo, ohne Malik Nabers und hinter einer nach wie vor zumindest mal fragwürdigen, inkonstanten Offensive Line. Dart kreiert Plays, er spielt aber auch insgesamt einfach wild im positiven, wie im negativen Sinne. Mal rettet er eine Situation, mal rennt er in einen Sack. Mal weigert er sich, den Ball weg zu werfen.

Darts weitere Entwicklung ist natürlich der wichtigste Part dieser Giants-Saison, und er scheint eine offensichtlich gute Chemie mit Head Coach Brian Daboll zu haben. Wenn sich das weiter bestätigt, wäre ich auch tendenziell dafür, mit Daboll weiter zu machen. Auch wenn der Record am Saisonende eher ernüchternd sein wird. Angesichts des brutal starken Schedules war das immer ein realistisches Szenario.

Wichtig ist, wie sich das Team präsentiert. Und hier hatten die Giants zuletzt gerade offensiv einen gewissen Fight in sich. Wie viel davon direkt mit Skattebo zusammenhing, werden die kommenden Wochen zeigen.

Was definitiv besser sein muss, ist die Defense. Viel besser sogar. Die Defensive Line ist eigentlich das Prunkstück der Giants, und das merkt man einfach viel, viel zu wenig. Die Art und Weise, wie die Run-Defense am Sonntag gegen die Eagles einbrach, war alarmierend. Und gleichzeitig passierte das nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

23. Chicago Bears (4-3)

Ranking nach Week 4: 21

Der Trend bei den Bears geht leider in die falsche Richtung. Nachdem die Passing Offense und ganz konkret Caleb Williams einige positive Ansätze früh in der Saison hatten, waren die letzten Wochen hier wirklich entmutigend. Er liest das Spiel einfach immer noch zu langsam, und dem Passing Game der Bears fehlt es auch dadurch an Konstanz.

Das Run Game kam deutlich verbessert aus der Bye Week. Vielleicht ist das etwas, worauf Ben Johnson weiter aufbauen kann. Die Playmaker sind nach wie vor gut, ich sehe hier immer noch eine Unit, mit der deutlich mehr möglich sein sollte. Wenn denn der Quarterback den nächsten Schritt macht, wenn Johnson seinen Groove noch besser findet und wenn die Playmaker verlässlicher agieren.

Die Defense ist da insgesamt betrachtet nochmal eine ganze Ecke problematischer. Chicago hat hier ohne Frage gravierende Ausfälle in der Secondary, aber die ganze Unit steht und fällt mit Big Plays und Turnovern. So über eine ganze Saison zu leben ist schwer. Und das ist auch das Gefühl insgesamt bei diesem Team. Alles ist inkonstant und es ist schwer, einer Unit oder einem Aspekt der Bears derzeit Woche für Woche zu vertrauen.

22. Arizona Cardinals (2-5)

Ranking nach Week 4: 17

Arizona hat mittlerweile drei Spiele in Folge verloren, bei denen sie zum Start des vierten Viertels mit mindestens sieben Punkten geführt haben. Das hat es in der NFL-Geschichte noch nie gegeben. Und die beiden Spiele davor verlor man gegen Seattle und San Francisco jeweils durch ein Field Goal mit auslaufender Uhr.

Arizona ist kein schlechtes Team; die Cardinals gingen mit dem gleichen Point Differential in ihre Bye Week wie Tampa Bay nach sieben Wochen. Kaufen kann man sich davon natürlich nichts, und die Probleme finden auf beiden Seiten des Balls statt: Die Defense kollabiert regelmäßig im Schlussviertel, die Offense ist über die ganze Saison durchgehend inkonstant.

Umso eklatanter war es auf der Seite des Balls, dass die Offense über die letzten beiden Partien vor der Bye mit Backup-Quarterback Jacoby Brissett merklich runder gewirkt hat. Das unterstrich den Eindruck, dass die Offense nicht auf die Stärken von Kyler Murray ausgerichtet ist. Murray wird nach der Bye von seiner Verletzung zurückkommen, aber es ist gut möglich, dass wir die letzten Wochen der Kyler-Murray-Ära in Arizona sehen.

In der Defense ist zumindest die Defensive Line eine echte Stärke geworden, und mit einer jungen Secondary dahinter, in der Will Johnson eine sehr gute Rookie-Saison spielt, kann man hierauf aufbauen. Doch wird das reichen, um das aktuelle Regime zu retten? Die zweite Saisonhälfte wird in Arizona weichenstellend sein.

21. Jacksonville Jaguars (4-3)

Ranking nach Week 4: 13

Die offensive Frustration bei den Jaguars setzt sich fort. Nachdem Jacksonville die 49ers und die Chiefs in aufeinanderfolgenden Wochen schlagen konnte, wirkte die Offense zuletzt gegen die Seahawks und allen voran gegen die Rams in London wie von der Rolle. Jacksonvilles starkes Run Game aus der Frühphase der Saison ist merklich abgeklungen, Trevor Lawrence glänzt in erster Linie mit einer frustrierenden Inkonstanz. "Frustrierend" deshalb, weil man immer wieder sieht, zu was er in der Lage ist, er das aber schlicht nicht konstant abrufen kann.

Frustrierend ist bisher auch der Plan mit Travis Hunter. Nachdem Jacksonville so viel investiert hatte, um im Draft für Hunter hoch zu gehen, musste man erwarten, dass es auch einen konkreten Plan für den Receiver-Corner-Hybrid gab. Falls das der Fall war, ist davon zumindest nicht viel übrig geblieben. Aktuell ist Hunter ein Nummer-3-Receiver, der auch Cornerback spielt - das kann nicht der Sinn der Sache gewesen sein.

Gerade offensiv könnten die Jags das Besondere, das Hunter mitbringen kann, dringend gebrauchen. Auch weil Brian Thomas bisher keine gute Saison spielt und jetzt womöglich erst einmal ausfällt.

Die Defense ist merklich verbessert, verglichen mit der Vorsaison. Die Run-Defense ist gut, dahinter aber lebt Jacksonville stark von Takeaways. Bleiben die aus, kann es schnell auch mal wie gegen die Rams aussehen.

20. Minnesota Vikings (3-4)

Ranking nach Week 4: 15

Zu sehen, wie sich Carson Wentz offensichtlich stark angeschlagen durch dieses Thursday Night Game gegen die Chargers quälte, unterstrich nochmals, wie sehr die Vikings J.J. McCarthy maximale Recovery-Zeit nach dessen Knöchelverletzung geben wollten.

Wentz konnte einem am Ende des Spiels leidtun, McCarthys Rückkehr diese Woche gegen Detroit dürfte mehr als wahrscheinlich sein. Wentz jedenfalls wird nicht mehr spielen, dessen Saison ist infolge mehrerer Verletzungen jetzt vorzeitig beendet.

Und ich will bei einem Quarterback mit nach wie vor nur zwei NFL-Starts auf dem Konto nicht attestieren, dass die Schonzeit damit vorbei ist. Aber es ist kein Geheimnis, wie die Mechanismen in der NFL funktionieren. McCarthy ist in seinem zweiten Jahr und hat jetzt abermals mehrere Wochen verpasst. Sollte er in der zweiten Saisonhälfte nicht gut aussehen, wird es nach der Saison viele Diskussionen darüber geben, ob sich die Vikings den Luxus erlauben können, mit einem starken Kader ein weiteres Jahr von einer Quarterback-Wildcard abhängig zu machen. Oder ob nicht zumindest eine gute Veteran-Alternative her sollte.

Fairerweise muss man hier auch festhalten, dass Minnesotas restlicher Kader nicht so nah an einem Titelfenster ist, wie es vor Saisonstart vielleicht den Anschein hatte. Als darüber diskutiert wurde, ob Minnesota Aaron Rodgers holen sollte, um sich eine echte Titelchance in dieser Saison zu geben.

Die Offensive Line - auch bedingt durch Verletzungen - ist bisher nicht der erhoffte Stabilisator. Und die Defense hatte zuletzt mehrfach auffällige Probleme: Offenses konnten ihre Blitzes aushebeln und Big Plays durch die Luft kreieren. Die Secondary war auch vor der Saison das, neben der Quarterback-Position, größte Fragezeichen für dieses Team. Diese Bedenken bestätigen sich bislang.

19. Atlanta Falcons (3-4)

Ranking nach Week 4: 23

Die Falcons sind ganz klar in der Gruppe an Teams, denen ich nicht vertrauen kann. Denn rundum überzeugende Auftritte wie der eindrucksvolle Sieg gegen die Bills wechseln sich ab mit ideenlosen Auftritten wie dem 10:20 gegen die Niners, oder, einige Wochen zuvor, dem 0:30 gegen Carolina.

Das Spiel gegen Miami am Sonntag war ein weiterer Tiefpunkt. Die Offense hatte mit Kirk Cousins, vor allem aber ohne Drake London keine Antworten und ließ sich von einer Dolphins-Front physisch dominieren, die bislang kein Run Game stoppen konnte. Und Atlantas bis dato gute Defense fand keinen Zugriff auf das Quick Game der Dolphins.

Es war nach dem Spiel gegen San Francisco das zweite Spiel in Folge, in dem die Falcons nicht in ihr Run Game fanden. Und während defensiv gegen Miami einige Starter fehlten, war der Auftritt hier mindestens genauso enttäuschend. Denn die Defense hat bisher gefallen. Atlanta hat hier jede Menge Speed und Explosivität, die Front ist aggressiv. Die Falcons können hier enge Coverage spielen, sie können blitzen, sie können Passing Games unter Druck setzen. Insbesondere dann, wenn der Gegner keinen echten Nummer-1-Receiver hat.

Defensiv wird Atlanta zeigen müssen, dass sie den Run besser verteidigen können. Offensiv müssen sie erst noch beweisen, dass das Passing Game für sich betrachtet die Offense mehr tragen kann. Michael Penix hatte einige positive Ansätze im Laufe der Saison, insbesondere was das Spielen On-Time angeht. Aber in seinen Entscheidungen und in seiner Konstanz vor allem über die Mitte des Feldes wackelt er noch merklich. Aktuell ist die Offense klar vom Run Game abhängig. Klappt das nicht, wird es schwer.

18. Houston Texans (3-4)

Ranking nach Week 4: 20

Abgesehen von den Dallas Cowboys hatte über die ersten sieben Wochen kein Team eine so große Diskrepanz zwischen der eigenen Defense und der eigenen Offense. Die Texans haben mindestens die Nummer-2-Defense über die ersten acht Wochen. Die Offense dagegen? Das war bislang über weite Teile eine Bottom-8-Unit.

Und besonders frustrierend ist, dass es eins zu eins die gleichen Themen wie im Vorjahr sind. Der groß angelegte Umbruch in der Offensive Line ist bislang ein Fehlgriff, und auch wenn sich ein junger Spieler wie Aireontae Ersery fraglos noch entwickeln kann: Das wird Zeit brauchen. Und wie viel Zeit bleibt, wenn die zweite Saison nacheinander eine massive Enttäuschung auf der offensiven Seite des Balls darstellt?

Umso mehr, da Quarterback und auch Playmaker keineswegs schlecht sind. Hier müsste mehr herauszuholen sein, und das gelingt auch mit ausgetauschten Coaches in der Offense nicht. Das Run Game ist unkreativ und häufig chancenlos, Stroud hat gute Momente, spielt aber, wie letztes Jahr, auch immer wieder hektisch hinter der schwachen Protection.

Im Moment muss man davon ausgehen, dass wir 2026 in Houston in das vierte Jahr dieses Regimes gehen werden, mit dann sehr viel Druck drauf. DeMeco Ryans hat in kurzer Zeit eine fantastische Defense aufgebaut, doch wenn er die Offense nicht repariert bekommt, wird ihm das zum Verhängnis werden.

Vielleicht war das Spiel gegen die 49ers die Trendwende: Das Run Game war besser, vor allem aber spielte Stroud ruhiger und präziser aus der Pocket - und das ohne Nico Collins und Christian Kirk. Inwieweit die stark dezimierte Niners-Defense aber ein Gradmesser ist, das wird sich schon am Sonntag gegen Denver zeigen.

17. Washington Commanders (3-5)

Ranking nach Week 4: 11

Kurz vor der Saison-Halbzeit muss das Zwischenfazit bei den Commanders lauten: Die All-In-Strategie der Offseason war vielleicht doch verfrüht. Washington hat schlicht nicht die Substanz dafür, insbesondere auf der defensiven Seite - auf der man jetzt auch noch in Person von Dorance Armstrong seinen besten Defensive Lineman für den Rest der Saison verloren hat.

Dabei ist es völlig fair, darauf hinzuweisen, dass Washington offensiv fast noch gar nicht die volle Feuerkraft auf dem Platz hatte. Mal fiel Terry McLaurin aus, mal Deebo Samuel. Mal beide. Und Jayden Daniels ist gerade zum wiederholten Male in dieser Saison verletzt, Daniels hat noch keine 150 Pässe in der laufenden Saison geworfen.

Und natürlich ist die Offense die Unit, die dieses Team tragen sollte. Die Idee hier war, dass man der Top-8-Offense aus dem Vorjahr mit einer deutlich verbesserten Line noch mehr Stabilität geben kann, sodass die Defense eher komplementär dazu funktioniert. Doch durch die Ausfälle - und auch, weil die Line nicht so gut ist wie erhofft - geht diese Rechnung bislang nicht auf.

Das könnte in der zweiten Saisonhälfte immer noch zumindest in Teilen der Fall sein, deswegen halte ich Washington im Liga-Mittelfeld. Die Playoffs aber sind jetzt schon ein Stück weit weg.

16. Dallas Cowboys (3-4-1)

Ranking nach Week 4: 19

Wie viel spannender könnte diese Cowboys-Saison noch sein, wenn die Defense halbwegs eine Chance hätte, zumindest durch regelmäßige Big Plays die eigene Offense zu ergänzen? Sagen wir, wenn ein Star-Pass-Rusher Dallas defensiv eine Handvoll Plays jede Woche geben würde?

Ich halte es nicht für zu weit gegriffen, wenn man sagt, dass Jerry Jones’ Ego, und der direkt damit zusammenhängende Trade von Micah Parsons, dazu führen werden, dass Dallas eine MVP-Level-Saison von Dak Prescott verschwendet. Denn die Cowboys haben eine Top-3-Offense, und das trotz mehrerer Ausfälle in der Offensive Line, sowie der Verletzung von CeeDee Lamb über die ersten acht Wochen.

Will sagen: Wir haben vielleicht noch nicht einmal die beste Version dieser Offense gesehen - und das obwohl die Cowboys regelmäßig 40 Punkte aufs Board bringen, und das Run Game eine der großen offensiven Überraschungen dieser Saison ist.

Die Defense ist jedoch bisweilen grotesk schlecht. Linebacker, Safety und auch an verschiedenen Punkten die Cornerbacks sind massive Schwachstellen. Der Front fehlt es im Pass-Rush und in der Run-Defense, das Spiel gegen Denver war mitunter katastrophal. Selbst ein großer Trade würde diese Seite des Balls vermutlich nicht retten können.

15. Pittsburgh Steelers (4-3)

Ranking nach Week 4: 18

Den Steelers droht eine Saison, die man im Rückblick als maximal ironisch bezeichnen muss. Eine Saison, in der Pittsburgh seit Jahren endlich mal wieder eine kompetitive Offense hat - nur um dann von der eigenen Defense im Stich gelassen zu werden, nachdem die Defense dieses Team über Jahre überhaupt nur konkurrenzfähig gehalten hat.

Dieses Jahr allerdings ist Pittsburghs teure und immer noch individuell hochkarätig besetzte Defense nur dann wirklich kompetitiv, wenn sie Turnover forcieren kann. Gelingt es gegnerischen Offenses jedoch, den Pass-Rush einigermaßen aus dem Spiel zu halten und Chancen auf diese Big Plays zu minimieren, dann bekommen die Steelers defensiv keinen Zugriff. Das ist eine sehr klare Erkenntnis aus der bisherigen Saison und war zuletzt gegen die Bengals und auch gegen die Packers überdeutlich. Ein präzise umgesetztes Quick Game hebelte die Defense in beiden Spielen komplett aus.

Und die Offense ist signifikant besser als alles, was die Steelers seit Ben Roethlisberger hatten. Aber es ist eben gleichzeitig keine so komplette Unit, dass sie alleine die Steelers tragen wird. Gerade mit Blick auf das eigentliche Ziel, nämlich, die Playoffs nicht nur zu erreichen, sondern dort auch kompetitiv zu sein.

Dafür ist die Line noch entschieden zu wacklig, was sich in erster Linie auch auf das Run Game überträgt. Immerhin: Aaron Rodgers hatte über die letzten Wochen eine ganze Reihe an Vintage-Aaron-Rodgers-Momenten, wo er spät im Play noch Dinge kreierte und so die Offense mit trug. Kann er das aufrechterhalten, haben die Steelers zumindest noch etwas Zeit, um defensiv ein paar Dinge zu reparieren. Die bisherigen Auftritte auf der Seite des Balls aber waren zumeist eher ernüchternd.

14. San Francisco 49ers (5-3)

Ranking nach Week 4: 14

Verletzungen prägen wieder einmal eine Saison der 49ers. Doch umso beeindruckender ist es, zu sehen, was die Coaches auf beiden Seiten des Balls trotzdem herausholen.

Dass Kyle Shanahan in der Lage ist, auch mit Backup-Quarterbacks produktive Offenses aufs Feld zu bringen, das ist keine neue Erkenntnis. Zu sehen, wie die Niners den Ball mitunter nicht nur ohne Brock Purdy, sondern auch ohne George Kittle, Brandon Aiyuk und Ricky Pearsall bewegen konnten, das war trotzdem beeindruckend.

Gegen Houston stieß man damit an deutliche Grenzen. Die herausragende Texans-Front dominierte das Spiel komplett und ließ San Francisco überhaupt keine Luft zum Atmen.

Ein großer Unterschied zum letzten Jahr liegt darin, dass dieses Kunststück auch auf der defensiven Seite gelang - zumindest auch hier bis zum Texans-Spiel. Diese Unit hätte nach den Ausfällen von Nick Bosa und Fred Warner komplett auseinanderfallen können. Und vielleicht passiert das immer noch, aber zumindest bisher hält Robert Saleh die Defense zusammen. Gegen Houston häuften sich die Ausfälle so, dass San Francisco schlicht keine konkurrenzfähige Front mehr hatte.

Das ist auch die Überleitung zum Ausblick: Die große Herausforderung ist es hier, dieses Team mit diesen Ausfällen insbesondere auf der defensiven Seite für den Rest der Saison zu prognostizieren. Die Offense, davon bin ich überzeugt, kann eine Top-5-Unit in der zweiten Saisonhälfte sein. Aber natürlich ist nicht auszuschließen, dass der Defense ohne ihre beiden absoluten Säulen irgendwann komplett die Puste ausgeht.

13. Denver Broncos (6-2)

Ranking nach Week 4: 16

Die Broncos, die auf Kurs sind, den All-Time-Sack-Rekord zu brechen, und Texans streiten sich bei mir um den Titel für die beste Defense in der NFL. Und beide haben ein Problem auf der anderen Seite des Balls: Die jeweils eigene Offense ist auch in Denver entschieden zu schwach, was die Prognose für das Team insgesamt doch erheblich limitiert.

Die Broncos sind dabei nicht ganz so ernüchternd wie die Texans. Aber während man bei Houston zumindest ein massives Problem sehr klar herausstellen kann - die mitunter desolate Offensive Line - ist das Argument bei Denver nicht ganz so simpel.

An der Line liegt es jedenfalls nicht. Denver hat, wie auch im Vorjahr, eine der besten Lines ligaweit, insbesondere im Pass-Blocking. Und das Run Game ist ganz klar besser als letztes Jahr. Die Playmaker-Gruppe wird wohl in keiner Top 10 auftauchen, aber es gibt mit Courtland Sutton eine klare Nummer 1, und viele fähige Role Player dahinter. Eigentlich so, wie Sean Payton es haben möchte.

Wo ich mir deutlich weniger sicher bin, ist bei der Frage, ob sein Quarterback so spielt, wie Sean Payton es haben möchte. Denn die Offense, die Payton über weite Teile dieser Saison mit Bo Nix umsetzen will, ist genauso limitiert, wie sie mit diesem Quarterback limitierend ist.

Und vielleicht gibt es hier noch eine Kurskorrektur im Laufe der Saison. Mehr Quarterback Run Game, mehr vertikales statt horizontales Passing Game. Gegen die Cowboys gab es endlich mehr davon, doch ist diese Defense aktuell nicht konkurrenzfähig, sodass es hier eine erheblich größere Sample Size braucht. Falls die Offense sich über die zweite Saisonhälfte zumindest im Liga-Mittelmaß stabilisiert, ist mit dieser Defense, angeführt vom gefährlichsten Pass-Rush in der NFL so wie dem besten Cornerback der Liga, einiges möglich.

12. Baltimore Ravens (2-5)

Ranking nach Week 4: 7

Das mit Abstand schwierigste Team für ein Ranking zu diesem Zeitpunkt. Die Ravens hatten einige ganz schwache Spiele mit einer Vielzahl an Ausfällen vor der Bye. Das erste Spiel nach der Bye gegen die Bears war dann ein großer Schritt in die richtige Richtung, und das obwohl Lamar Jackson noch nicht spielen konnte. Jackson sollte am Donnerstagabend gegen Miami zurückkehren.

Ich bin grundsätzlich optimistisch für Baltimores weitere Saison. Wenn sich die Defense weiter stabilisiert, während die Offense Jackson zurück bekommt und vielleicht auch ihr Run Game mehr ins Rollen bringen kann, ist trotz des Fehlstarts die Division noch immer in Reichweite.

Das ist auch meine Prognose für die Ravens, und basierend rein darauf könnte ich Baltimore an diesem Punkt auch schon höher ranken. Aber für vollen Kontext muss man hier auch festhalten: Selbst mit mehr Startern auf dem Platz waren sowohl die Defense als auch das eigene Run Game in der Frühphase der Saison problematisch. Ich will erst sehen, dass die Ravens das nachhaltig repariert bekommen. Dann aber sind sie klar wieder in der Top 10.

11. Tampa Bay Buccaneers (6-2)

Ranking nach Week 4: 9

Wenige andere Teams müssen schon seit Woche 1 so konstant die Ausfälle von Stars und Leistungsträgern kompensieren. Was mit Tristan Wirfs und Chris Godwin anfing, erstreckte sich zwischenzeitlich zusätzlich auf mehrere weitere Starter in der Offensive Line, mehrere Cornerbacks, Calijah Kancey, Bucky Irving und Top-Receiver Mike Evans.

Evans wird jetzt mit einem in der Vorwoche erlittenen Bruch des Schlüsselbeins den Großteil der ausstehenden Regular Season verpassen. Auch die Offensive Line werden wir dieses Jahr nicht mehr in absoluter Bestbesetzung sehen.

Doch Baker Mayfield spielt auf einem Level, das Tampa Bay bislang in den meisten Spielen kompetitiv hält. Rookie-Receiver Emeka Egbuka hat sich sehr schnell nicht nur als tragende Säule etabliert, sondern zeigt, dass er sehr wohl auch ein vertikaler Receiver für diese Offense sein kann. Role Player wie Sterling Shepard und Tez Johnson machen ihre Sache gut. Und ich sehe weiterhin einen Weg, wie die Bucs in der zweiten Saisonhälfte auch wieder ein besseres Run Game aufs Feld bringen. Das wäre auch eine wichtige Entwicklung, denn zuletzt merkte man die offensiven Problemzonen deutlich.

Die Defense ist derweil zumindest so gut, dass sie schwächeren Offenses Probleme bereiten kann. Mit einer physischen, aggressiven Front und einer verbesserten Secondary, verglichen mit dem Vorjahr. Einzig die Linebacker sind hier echte Sorgenkinder - was sich in den NFC-Playoffs gegen die Top-Teams der Conference als mitentscheidend erweisen könnte.

10. New England Patriots (6-2)

Ranking nach Week 4: 22

Selbst für optimistische Patriots-Fans dürfte nach den ersten acht Wochen feststehen: Dieses Team ist seiner Timeline voraus. Und das beginnt mit dem Quarterback: Drake Maye ist für mich ein legitimer MVP-Kandidat. Kaum ein Quarterback ist so gut in klaren Passing-Situationen, oder bei Shot Plays, oder gegen den Blitz. Maye hat nach einer vielversprechenden Rookie-Saison einen weiteren großen Schritt nach vorne gemacht, und das obwohl die Umstände noch immer nicht herausragend sind.

Immerhin die Pass-Protection ist deutlich verbessert. Das ist der wohl größte Unterschied im Vergleich zum Vorjahr. Die Playmaker sind gut, aber das ist eine Gruppe, die deutlich besser aussieht, weil der Quarterback so gut spielt. Und vom Run Game gibt es so gut wie gar keine Hilfe.

Hier haben die Pats noch Luft nach oben, und wenn Maye und das Passing Game das bisherige Level konservieren, ist der Division-Titel in Reichweite. Auch weil die Defense sich ebenfalls stabilisiert hat: Der Pass-Rush ist gut, Barmore und Milton Williams bilden das beste Defensive-Tackle-Duo in der NFL. Und wenn Gonzalez und Carlton Davis fit sind, hat New England die Coverage-Qualität auf Cornerback, um diese Front mit Man Coverage zu kombinieren.

Ich rechne fest damit, dass wir die Patriots zumindest als Wildcard-Team in der Postseason sehen. Und das Zusammenspiel all dieser Faktoren würde New England zu einem unangenehmen Gegner in den Playoffs machen, der dort überraschen kann.

9. Los Angeles Chargers (5-3)

Ranking nach Week 4: 8

Der Sieg am vergangenen Donnerstag gegen die Vikings war ein guter Reminder daran, was Justin Herbert machen kann, wenn er ein bisschen mehr Protection bekommt. Mit der Rückkehr von Joe Alt hatte er zumindest einen verlässlichen Blocker wieder vor sich, und Herbert zerlegte die Blitzes der Vikings immer wieder. Es war mit sein bestes Spiel in dieser Saison.

Hier sollten die Chargers weiter etwas gesünder werden - Mekhi Becton und Trey Pipkins spielten jeweils nur eine Handvoll Snaps in dem Spiel -, die Interior Line wird aber vermutlich die ganze Saison über ein Problem bleiben.

In der Defense bleibt abzuwarten, ob sie das bisherige Level aufrechterhalten können. Die Chargers leben hier in erster Linie davon, dass sie in der Secondary sehr gut gecoacht sind und mit ihren Zone Coverages viele Quarterbacks vor Probleme stellen können. Aber das stieß letztes Jahr bereits an Grenzen, und auch dieses Jahr gab es Momente in dieser Richtung.

Allerdings gilt auch hier: Khalil Mack wird nach überstandener Verletzung schrittweise einen größeren Impact haben. Die Verletzung von Derwin James ist wohl nicht so gravierend wie initial gedacht und die Front mit Mack, Tuipulotu, Odafe Oweh und Run-Stuffer Teair Tart kann der Defense über die zweite Saisonhälfte auch noch eine ganz eigene Identität geben.

Das in Kombination mit der Qualität von Herbert und einer nach wie vor guten Playmaker-Gruppe, die gerade zusätzlich den Breakout von Rookie Tight End Oronde Gadsden erlebt, wird die Chargers in sehr vielen Matchups mindestens mal gefährlich machen. Wenn nicht mehr.

8. Seattle Seahawks (5-2)

Ranking nach Week 4: 12

Auch nach acht Wochen tue ich mich schwer damit, die Seahawks so richtig zu greifen. Und das liegt maßgeblich an der Art und Weise, wie die Offense bislang punktet: Sam Darnold ist nach der ersten Saisonhälfte ein legitimer MVP-Kandidat, weil kaum eine Offense - ehrlicherweise vermutlich keine andere - so davon lebt, dass der Quarterback jede Woche eine Handvoll unfassbar schwieriger Würfe trifft.

Und die Seahawks sind schematisch gut aufgestellt. Die vielen Heavy-Personnel-Sets, enge Formationen, viel der Explosivität kommt über ein sehr gut designtes Play Action Passing Game. Davon profitiert auch Darnold - genau wie Jaxon Smith-Njigba -, aber wenn Darnold nicht zusätzlich dazu jede Woche zwei, drei, vier Würfe auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad anbringen würde, hätten die Seahawks offensiv ein Problem.

Daher kommen häufig auch diese Phasen in Spielen, in denen die Offense scheinbar abgemeldet ist: Weil sie es tatsächlich ist. Das Run Game ist immer noch unzuverlässig, und im Dropback Passing Game gibt es mit dieser Line und mit dem Playmaker-Arsenal hinter JSN klare Limitationen.

Das heißt auch, dass es vermutlich drei verschiedene Szenarien für den Rest der Saison gibt: Entweder, Darnold kann so weitermachen. Dann wäre Seattle mit seiner starken Defense angeführt von einer herausragenden Front nicht nur ein Playoff-Kandidat, sondern könnte auch in der Postseason für Furore sorgen. Oder aber, Seattle kreiert mehr offensiven Floor, sodass es weniger ins Gewicht fällt, sollte Darnold nicht weiter Big Plays mit der eindrucksvollsten Frequenz ligaweit treffen.

Oder, das dritte Szenario: Darnold baut merklich ab, Defenses finden einen besseren Zugriff auf das Downfield Passing Game und Seattle schafft es nicht, das anderweitig zu kompensieren. Dann könnte die Offense in der zweiten Saisonhälfte auch drastisch einbrechen.

Doch aktuell sind wir noch im ersten Szenario. Und an diesem Punkt will ich erst sehen, dass Darnold merklich nachlässt.

7. Philadelphia Eagles (6-2)

Ranking nach Week 4: 2

Es ist noch ein vorsichtiger Trend, aber: Ich denke, man sieht leichte positive Entwicklungen in der Eagles-Offense. Nicht nur, weil das Run Game gegen die Giants endlich mal explodierte - zum ersten Mal so wirklich in dieser Saison.

Sondern eher, weil wir sehen, dass die Coaches neue Dinge versuchen - und die Maßnahmen greifen. Das Under Center Play Action Passing Game war eine willkommene Veränderung, beginnend mit dem Vikings-Spiel. Gegen die Giants nutzten sie ebenfalls einige Under Center Formationen im Run und im Passing Game, und brachten auch Heavy Personnel auf den Platz. Das scheint der richtige Weg für die Offense insgesamt zu sein.

Das führte auch dazu, dass das Downfield Passing Game sehr viel besser klappte. Hurts spielt über die letzten Wochen zudem deutlich besser.

Ich denke nicht, dass die Eagles in dieser Saison an irgendeinem Punkt an die Dominanz der Vorsaison rankommen. Das liegt auch daran, dass die eigene Defense längst nicht so stark ist. Der zweite Outside-Corner-Spot als Problem zieht sich durch die ganze Saison, der Edge-Rush ist für sich betrachtet wacklig.

Die Eagles sind trotzdem weiter klar ein Top-10-Team und in der Top-4 der eigenen Conference. Und wenn sie die vorsichtigen Trends bestätigen können, ist auch keineswegs auszuschließen, dass dieses Team einmal mehr in den Playoffs heiß läuft.

6. Indianapolis Colts (7-1)

Ranking nach Week 4: 10

Nach acht Wochen dürfte es keine wirkliche Diskussion mehr darüber geben, dass die Colts die am besten designte Offense haben. Denn wo andere Teams entweder ihr Run Game oder ihr Passing Game nicht konstant aufs Feld bringen, oder eines isoliert vom anderen stattfindet, oder Line-Probleme die Möglichkeiten drastisch limitieren, haben die Colts keines dieser Probleme. Im Gegenteil.

Die Line ist exzellent. Das Run Game ist das beste Run Game in der NFL. Und die Passing Offense ist so unheimlich gut mit dem Run Game verzahnt, dass eine Handvoll guter Pässe von Daniel Jones reichen, um 30 Punkte zu machen. Jones muss selten überzeugen. Er muss die Offense umsetzen, die offenen Receiver verlässlich finden und anspielen, und das macht er gut.

Die Offense wird in der zweiten Saisonhälfte noch deutlich härtere Tests haben, dann wird man auch Richtung Playoffs diese Unit besser einschätzen können.

Aber bislang spielen sie so gut, und das Gesamtgefüge wirkt so robust, dass ich zumindest einen drastischen Einbruch nicht befürchte - es sei denn, der kommt sehr konkret in Person des Quarterbacks.

Bei der Defense habe ich da mehr Zweifel: Platz 24 nach Success Rate bislang, und das mit bereits zwei Spielen gegen die Titans, einem gegen die Raiders und dem Woche-1-Dolphins-Debakel auf dem Konto. Die Unit lebt stark davon, dass sie sehr viel in vorteilhaftem Game Script unterwegs ist. In der Secondary waren die Colts teilweise stark dezimiert, aber auch von der Front muss mehr kommen.

5. Detroit Lions (5-2)

Ranking nach Week 4: 3

Es ist beeindruckend, wie gut die Lions bislang den Umbruch in ihrem Coaching Staff wegstecken. Das für sich ist ein riesiges Statement über die Qualitäten von Dan Campbell - aber auch über die individuelle Qualität im Kader.

Die Lions haben exzellente Playmaker. Das erlaubt es ihnen, weiter unheimlich produktive Spiele aufs Feld zu bringen, auch ohne dass Jared Goff dabei eine ausgeprägte Rolle spielen muss. Die Line ist gut, die offensive Infrastruktur ist auch nach Ben Johnson intakt geblieben.

Ich bin allerdings fast noch mehr beeindruckt vom Coaching auf der anderen Seite des Balls. Hier musste Detroit abermals mit diversen Ausfällen zurechtkommen - zuletzt unter anderem mit dem Ausfall von fast der gesamten Starting Secondary - und scheint einmal mehr weitestgehend unbeeindruckt davon zu sein.

Und in Bestbesetzung haben die Lions auf der Seite des Balls eine Top-5-Unit, angeführt von einem Top-Tier-Pass-Rusher in Aidan Hutchinson, einer starken Defensive-Tackle-Rotation und dem vermutlich besten Safety-Duo in der NFL.

4. Buffalo Bills (5-2)

Ranking nach Week 4: 1

Die Bills sind in ihrer neunten Saison unter Head Coach Sean McDermott, und es ist einige Jahre her, dass sich McDermotts Defense wirklich schlagkräftig angefühlt hat. Eine zeitlang war die Defense in der Regular Season gut und wurde dann aber in den Playoffs zerlegt, im Moment würde ich diese Unit bestenfalls als mittelmäßig bezeichnen.

Fairerweise muss man hier festhalten, dass den Bills einige Starter in der Defense noch fehlen, oder zwischenzeitlich ausgefallen waren. Ich bin gespannt darauf, was das hoffentlich baldige NFL-Debüt von Erstrunden-Corner Maxwell Hairston mit der Defense macht. Und ob die Front endlich stabiler gegen den Run ist, wenn mehr Defensive Linemen zur Verfügung stehen. Der bisherige Eindruck von dieser Unit ist allerdings einmal mehr eher ernüchternd, und jetzt fällt Ed Oliver erst einmal aus.

Die Offense dagegen ist seit Jahren in der absoluten Liga-Spitze zuhause. Mit Josh Allen, einer guten Offensive Line, einer breiten Playmaker-Gruppe und einem guten Play-Caller hat man hier einen sehr hohen Floor. Doch auch hier steht die Playoff-Frage im Fokus: Haben die Bills genug Top-Tier-Qualität auf den Playmaker-Positionen? Haben sie hier einen Spieler, der Coverages diktieren und Spiele an sich reißen kann? Auftritte wie der gegen die Falcons legen dringend nahe, dass hier noch Nachholbedarf herrscht.

3. Green Bay Packers (5-1-1)

Ranking nach Week 4: 4

Eine unerhört effiziente Offense kombiniert mit einem schlagkräftigen Pass-Rush, einer Playmaker-Gruppe, die gerade gesünder wird, und einem Quarterback, der ein konstanter Ballverteiler mit dem Armtalent für eine Handvoll Big Plays jede Woche ist: Das ist die Kurzfassung dieses Packers-Teams.

Jordan Love ist irgendwo fast ein Sinnbild dafür. Sein Spiel bislang in dieser Saison ist nicht so spektakulär wie das anderer Top-Quarterbacks, und verglichen mit einigen anderen Konkurrenten auf der Position ist die Offense auch weniger von seinen individuellen Big Plays abhängig. Es ist mehr eine gut geölte Maschine, mit einem Quarterback, der nach Bedarf die Schlagzahl erhöhen kann.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich hier auszumalen, dass Green Bay in der zweiten Saisonhälfte zusätzlich zu dem hohen Floor dann auch sein Ceiling weiter nach oben schraubt. Wenn die Offense in Bestbesetzung antritt und wenn defensiv vielleicht auch mehr Turnover zusätzlich zu den Big Plays der Front dazu kommen.

Falls das passiert, könnten die Packers das kompletteste Team bis zu den Playoffs stellen. Aktuell sehe ich sie dort noch nicht, und will gerade offensiv noch mehr Dominanz zusätzlich zu der Effizienz sehen. Aber es ist keine unwahrscheinliche Prognose für dieses Team.

2. Los Angeles Rams (5-2)

Ranking nach Week 4: 5

Wenn Matt Stafford, Puka Nacua und Davante Adams ihre bisherige Form über die gesamte Saison konservieren können, dann sind die Rams in der Lage, jedes Team zu schlagen.

Die Offense macht bislang unheimlich viel Spaß, Stafford spielt aggressiv und zeigt bislang zumindest keinerlei Probleme mit dem Rücken. Nacua etabliert sich spätestens mit dieser Saison in der Receiver-Elite.

Das Run Game ist nicht explosiv - das ist vielleicht die größte offensichtliche Schwachstelle bis dato -, aber immerhin konstant. Die Rams standen nach sieben Wochen auf Platz 2 in Rushing Success Rate.

In der ganzen offensiven Begeisterung geht fast ein wenig unter, wie gut die Defense spielt. Die Rams verabschiedeten sich als Nummer-2-Defense nach Expected Points Added pro Play sowie als Nummer-9-Defense in puncto Success Rate in die Bye. Die Front ist eine der besten in der NFL, darauf baut alles auf. Das erlaubt es den Rams, in der Secondary mit sehr viel Mittelmaß durchzukommen. Mit Blick auf die Playoffs würde ich hier auch nach dem Trade für Roger McCreary gerne noch eine Verstärkung sehen.

1. Kansas City Chiefs (5-3)

Ranking nach Week 4: 6

Bei keinem anderen Team kann man so offensichtlich die bisherige Saison nachverfolgen und sehen, wo bestimmte Knoten geplatzt sind und einzelne Units in die Spur gefunden haben.

Denn die ersten beiden Spiele gegen die Chargers und Eagles waren schwierig. Gegen die Chargers hatte die Defense massive Probleme und ließ konstant große Räume zu, in beiden Partien fehlte der Offense komplett der Rhythmus, sodass sehr viel davon abhing, was Patrick Mahomes individuell kreieren kann.

Das Spiel gegen die Giants in Woche 3 brachte zwar den ersten Saisonsieg, fühlte sich aber offensiv fast am unrundesten an. Seitdem geht es allerdings bergauf: Gegen die zugegebenermaßen stark angeschlagenen Ravens hatte die Offense mit der Rückkehr von Xavier Worthy einen ganz anderen Rhythmus. Gegen die Jaguars spielte die Line ihr bis dato bestes Saisonspiel, und auch Mahomes spielte wieder disziplinierter aus der Pocket.

Der Sieg gegen die Lions war dann das erste Ausrufezeichen, gefolgt von einer Demontage der chancenlosen Raiders bei der Rückkehr von Rashee Rice. Gegen Washington am Montagabend starteten die Chiefs sehr unrund mit zwei Turnovern, bekamen dann aber auf eindrucksvolle Art und Weise die Kurve und nahmen die Commanders-Defense insbesondere in der zweiten Hälfte auseinander.

Kansas Citys Offense ist wieder eine Top-5-Unit, und fast im Windschatten davon was die Aufmerksamkeit angeht, hat sich auch die Defense deutlich gesteigert. Die Raiders sind dafür dieser Tage kein Maßstab, aber allen voran gegen Detroit hatte diese Unit ein eindrucksvolles Spiel. Das war auch gegen Washington der Fall, wenn auch ohne Jayden Daniels.

Nach Woche 2 hatte ich nicht erwartet, dass wir so schnell wieder an diesem Punkt landen würden. Aber die Chiefs wirken auf mich nach acht Wochen wie das gefährlichste Team in der NFL.