Green Bay schloss die vergangene Regular Season mit 11-6 ab, was in den meisten Jahren mehr als nur Platz drei in der NFC North bedeutet hätte. Auffällig: In den Niederlagen fehlte kaum etwas - kein anderes Team verlor im Schnitt mit weniger Punkten.
Doch fünf der sechs Pleiten kassierte man gegen Divisionsrivalen. Nur ein Sieg gegen die Chicago Bears stand zu Buche, beide Duelle mit Detroit Lions und Minnesota Vikings gingen verloren. In den Playoffs folgte dann das Aus in Philadelphia. Jetzt soll das Team beweisen, dass es nicht nur mithalten, sondern auch durchstarten kann.
Packers waren vergangene Saison nah dran an einer Überraschung
Die Saison war geprägt von engen Spielen. Quarterback Jordan Love konnte nicht an den dominanten Schlussspurt der Saison 2023 anknüpfen und wirkte schwankend. Dazu kam das Problem in den direkten Duellen innerhalb der NFC North, wo man schlicht zu oft das Nachsehen hatte.
Dennoch zeigte die Defense unter dem neuen Coordinator Jeff Hafley bereits im ersten Jahr deutliche Verbesserungen und legte die Basis für eine insgesamt solide Saison.
Packers setzt auf etablierten Coaching Staff
Matt LaFleur ist seit Januar 2019 Head Coach und führt das Team weiterhin. Offensive Coordinator Adam Stenavich unterstütz ihn seit 2022. Hafley, zuvor am College, geht in sein zweites Jahr als Defensive Coordinator - und nach einer bereits starken Debütsaison soll seine Unit jetzt den nächsten Schritt gehen.
Die Coaching-Struktur steht also stabil, und genau das könnte der Schlüssel sein, um die engen Spiele diesmal für sich zu entscheiden.
Packers-Offense hofft auf starken Love
Personell gab es in der Offense punktuelle Veränderungen. A.J. Dillon ist weg, ebenso wie Center Josh Myers. Neu kam Guard Aaron Banks, im Draft legte man gleich mehrfach nach: Matthew Golden und Savion Williams verstärken den Receiver-Room, während Anthony Belton als Offensive Tackle die Line ergänzt.
Die O-Line wird getragen von den starken Tackles Rasheed Walker und Zach Tom - beide absolute Steals aus späten Draft-Runden. In der Interior Line bleibt dagegen eine Unsicherheit, auch wenn Banks Stabilität bringen soll.
Der Receiver-Room bleibt spannend: Golden könnte früh eine Schlüsselrolle einnehmen, dazu sind Jayden Reed und Romeo Doubs weiter starke Entwicklungskandidaten. Im Backfield ist Josh Jacobs der klare Workhorse-Back, während Tight End Tucker Kraft nach einer guten Saison noch mehr ins Rampenlicht rücken dürfte.
Jordan Love bleibt aber die große Wundertüte, wie das jüngste Quarterback-Ranking zeigt. Die Hoffnung: Er knüpft wieder an die Form von 2023 an, als er hinten raus Top-5-Niveau zeigte. Bleibt er inkonstant wie im vergangenen Jahr, stößt die Offense gegen gute Teams schnell an ihre Grenzen.
Packers-Defense dank Parsons mit Star-Power
Die große Schlagzeile der Offseason war der Trade für Micah Parsons. Mit ihm kommt einer der besten Edge Defender der Liga nach Wisconsin - und entlastet Rashan Gary, der nun als Nummer-2-Edge agieren kann. Dazu verstärken Isaiah Simmons auf Linebacker und Nate Hobbs in der Secondary die Unit.
Die D-Line war bislang eher durchschnittlich mit Gary als bestem Spieler. Parsons bringt nun die echte Superstar-Komponente. Auf Linebacker hat Edgerrin Cooper im Vorjahr überragend gespielt. Die Safety-Position ist mit Xavier McKinney und Evan Williams stark besetzt.
Das Fragezeichen bleibt die Secondary - speziell auf Cornerback. Nach dem Abgang von Jaire Alexander gibt es niemanden, den man mit gutem Gewissen 1-gegen-1 gegen gegnerische Nummer-1-Receiver stellen würde. Hobbs ist zwar ein solider Spieler, kommt aber gerade erst von einer Meniskus-OP zurück. Die Hoffnung: Parsons sorgt für so viel Druck, dass die Cornerbacks weniger lange in Coverage bleiben müssen.
Was hat sich geändert und was ist die Hoffnung fürs neue Jahr?
Mit Matthew Golden hat man in der Offense das Potenzial auf einen echten Nummer-1-Receiver, während Parsons in der Defense der Unterschiedsspieler ist, der zuvor fehlte. Dazu kommt die Hoffnung, dass Jordan Love wieder stabiler spielt - und so die Balance zwischen Offense und Defense besser greift.
Die Packers haben 2025 das Zeug, wieder ein ernsthafter Contender zu sein. Alles hängt aber vom Quarterback ab: Findet er zurück zur Form von 2023, ist ein tiefer Playoff-Run oder gar der erste Super-Bowl-Einzug seit 2011 möglich. Bleibt er inkonstant, könnte Green Bay trotz guter Einzelspieler erneut nur solide abschneiden.