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Positive Stimmung und reichlich Lob: Zum Ende hin ein neuer Rodgers?

kicker

Ein Quarterback hat zum Start der neuen Regular Season ganze vier Touchdown-Pässe verbucht - keiner mehr. Sein Name: Aaron Rodgers.

Der 41-jährige Oldie führt die Liga also momentan an, vor Baker Mayfield (Tampa Bay Buccaneers) und Justin Herbert (Los Angeles Chargers) mit jeweils drei TD-Würfen. Sicherlich eine Momentaufnahme - und doch auch eine durchaus überraschende Momentaufnahme. Zumal der neue Quarterback der Pittsburgh Steelers beim Auswärtsspiel gegen sein ehemaliges Team, die New York Jets, in Phasen richtig gut ausgesehen hat. So leistete sich "A-Rod" keinen Fehler in Form einer Interception und brachte 22 seiner 30 Pässe für 244 Yards an den Mann.

Im Anschluss ans dramatische 34:32, das erst Steelers-Kicker Chris Boswell kurz vor Schluss aus 60 Yards unter Dach und Fach gebracht hatte, zeigte sich der Oldie zudem von altbekannter Seite. Wie früher oft nach Spielen gegen die Chicago Bears stichelte Rodgers gleich mal frech in Richtung seines ehemaligen Arbeitgebers - und auch in Richtung des dortigen neuen Head Coaches Aaron Glenn. Dieser hatte schließlich bei seiner Einstellung klargemacht, dass er nicht auf den Altmeister bauen wolle.

"Ich war glücklich, alle zu schlagen, die etwas mit den Jets zu tun haben", entgegnete Rodgers auf Nachfragen diesbezüglich. Hintergrund: Bereits vor einiger Zeit hatte der Super-Bowl-Sieger von 2010/11 in der "Pat McAfee Show" erklärt, er sei für ein Gespräch mit dem neuen New Yorker Trainer auf eigene Kosten quer durch die USA geflogen, nur um direkt nach Ankunft "nach 20 Sekunden" zu hören, dass es keine gemeinsame Zukunft gebe.

"Es gab wahrscheinlich Leute in der Organisation, die dachten, ich könne nicht mehr spielen", führte Rodgers dann nach dem Sieg über die Jets weiter zu diesem Thema aus - abgerundet mit: "Daher war es schön, diese Leute daran zu erinnern, dass ich es noch kann."

Beschützer Jones "ist aus dem richtigen Holz geschnitzt"

Sich selbst erinnerte Rodgers derweil womöglich daran, auch mal für positive Stimmung nach draußen zu sorgen. Kennt man den Spielmacher seit Jahren eher mit kritischen Blicken, schüttelndem Kopf, vor Wut geschmissenen Dingen oder auch öffentlicher Kritik, zeigt er sich rund um den gelungenen Week-1-Auftritt glücklich.

Glücklich über den Umstand, von den Steelers in der Offseason überhaupt aufgenommen worden zu sein. Glücklich über den Umstand, in D.K. Metcalf einen neuen Top-Receiver zu haben - Rodgers dazu gegenüber ESPN: "Er ist aus dem richtigen Holz geschnitzt. Er zeigt Verantwortung, analysiert das Spiel, macht sich Notizen, setzt sich in der Woche mehrere Male neben mich und stellt seine Fragen, um auf eine Wellenlänge zu kommen. Das ist leider nicht mehr der Standard in der Liga." Und glücklich über die vor ihn gestellte Offensive Line.

Hier agierten als Right Tackle etwa Troy Fautanu und als Left Tackle Broderick Jones. Letzterer - als x-Faktor vor der Saison ausgemacht - befindet sich in seinem dritten NFL-Jahr, hat zunächst zwei Spielzeiten auf der rechten Seite gespielt und ist nun als Blind-Side-Beschützer auf die für ihn aus Georgia-College-Zeiten bekannte sowie für rechtshändige Quarterbacks so wichtige linke Seite gewandert. Mit wenig Erfolg in Week 1: Gleich drei von vier Sacks für Rodgers hatte Jones erlaubt, kassierte dafür auch Kritik von Head Coach Mike Tomlin: "Das kann er sicherlich besser."

Von Rodgers aber hagelte es keinerlei Kritik, vielmehr warme Worte für den 2023-Erstrunden-Pick (14. Stelle): "Ich denke, dass der Schutz über den Verlauf des Spiels die meiste Zeit ganz ordentlich war. Und ich mag Brod wirklich sehr. Ich habe ihn im Trainingslager kennengelernt und mag seine Art, seine Einstellung. Er ist ein durch und durch positiver Typ - und ich habe großes Vertrauen in ihn, dass er mir den Rücken freihält."

„Ich bin vielleicht alt, aber ich habe immer noch das Gefühl, dass ich mich ziemlich gut bewegen kann.“ (Aaron Rodgers)

Auch zeigte sich der alternde Quarterback in seiner 21. NFL-Saison nicht erbost darüber, dass direkt zu Spielbeginn New Yorks Nose Tackle Quinnen Williams seinen Left Tackle Jones in ihn gedrängt und am Ende zu Fall gebracht hatte. Eine Teilschuld bei dem Ganzen schob Rodgers vielmehr auf sich selbst und seine geringe Beweglichkeit.

"Ich glaube nicht, dass ich mich besonders gut bewegt habe, also bin ich wohl in mindestens ein oder zwei Sacks hineingelaufen. Ich muss meine Beine besser einsetzen", analysierte der laut eigener Aussage leicht am Rücken beeinträchtigte Spielmacher, der das Spiel bei den Jets mit einem eigenen Lauf für minus ein Yard abgeschlossen hatte. "Ich bin vielleicht alt, aber ich habe immer noch das Gefühl, dass ich mich ziemlich gut bewegen kann - und hier habe ich mich nicht so bewegt, wie ich es normalerweise gerne tue."

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