Es war ein Abend, den in Cincinnati so schnell niemand vergessen wird. Im Thursday-Night-Football-Duell der Routiniers setzte sich Joe Flacco mit den Bengals in einem packenden 33:31-Sieg gegen Aaron Rodgers und die Pittsburgh Steelers durch. Für den 40-Jährigen war es der erste Sieg im Bengals-Trikot und ein emotionales Comeback, das dem Team neues Leben einhaucht.
Bengals mit Offensivspektakel
40 gegen 41 - selten hat die NFL zwei so erfahrene Quarterbacks in einem regulären Saisonspiel gesehen. Joe Flacco, seit zwei Wochen bei den Bengals, traf auf Aaron Rodgers und zeigte, dass Routine noch immer Spiele entscheiden kann.
Flacco warf für 342 Yards und drei Touchdowns, behielt in der Schlussphase die Nerven und führte sein Team mit einem acht Spielzüge langen Drive über 52 Yards zum entscheidenden Field Goal durch Evan McPherson. "Es war eine Menge Spaß", sagte Flacco nach dem Spiel. "Du hoffst, du kannst einfach in den Sonnenuntergang reiten und das Ding ruhig gewinnen … aber das hier war besonders. Ich bin einfach dankbar, dass ich das immer noch machen darf."
Taylor lobt Erfahrung
Head Coach Zac Taylor lobte die Gelassenheit seines neuen Quarterbacks und deutete an, dass genau diese Erfahrung der entscheidende Faktor war. "Er hat 18 Jahre Erfahrung auf diesem Level", sagte Taylor. "Wir hatten eine kurze Woche, mussten gegen die Steelers gewinnen - und für ihn war das ganz einfach. Er weiß, wie man solche Spiele spielt, weil er das schon so oft getan hat."
Taylor scherzte zudem über die kurze Eingewöhnungszeit: "Ich musste meine Formationen deutlicher aussprechen - für manche war’s das erste Mal, dass sie sie hören. Aber Joe hat das sofort übernommen. Seine Ruhe überträgt sich auf das ganze Team."
Flacco liefert im Altmeister-Duell
Nach dem Spiel sprach Flacco über das besondere Gefühl, Rodgers erstmals direkt zu besiegen. "Ich habe Aaron nach dem Spiel gesagt, dass ich ihn noch nie im direkten Duell geschlagen habe", erzählte Flacco bei SportsCenter. "Es war schön, das endlich geschafft zu haben. Und es hat einfach Spaß gemacht, wieder gegen ihn zu spielen - gegen so einen alten Bekannten." Rodgers selbst warf vier Touchdowns, aber auch zwei Interceptions, eine davon entscheidend im zweiten Viertel.
Mit dem 33:31-Heimsieg stoppte Cincinnati seine vier Spiele andauernde Niederlagenserie und verbesserte sich auf 3-4. Die Playoff-Hoffnung lebt - nicht zuletzt dank Flacco, der im harten AFC-North-Rennen die dringend benötigte Stabilität bringt. "Das ist ein riesiger Sieg, den wir gebraucht haben", sagte Taylor. "Joe war der ruhige Anker, den wir in dieser Situation brauchten." Auch die Fans zeigten sich dankbar - viele feierten den Veteranen in den sozialen Medien mit den Worten: "Danke, Cleveland!"
Flacco kam erst Anfang Oktober per Trade von den Cleveland Browns - ein Deal, den selbst Steelers-Coach Mike Tomlin noch Tage später als "schockierend" bezeichnete. Jetzt sieht er nach seinem ersten Bengals-Sieg wie ein Coup aus. Flacco selbst lachte: "Ich glaube, Mom hat die Kids heute aufbleiben lassen. Hoffentlich haben sie das gesehen."