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Purdy: Von "Mr. Irrelevant" zu "Mr. Irreplacable"

kicker

Den Titel des irrelevanten Draftpicks, dessen sportlicher Werdegang in der NFL keine mediale Beachtung findet, hat Brock Purdy längst abgelegt. Nach mehreren überzeugenden Jahren als Starting Quarterback der San Francisco 49ers, einem hochdotierten Vertrag, sowie Erfolgen in Regular Season und Playoffs hat der 26-Jährige lediglich eine Frage noch zu beantworten: Können die 49ers mit ihm den sechsten Super-Bowl-Triumph der Franchise-Geschichte einfahren?

War das Team aus Santa Clara, Kalifornien, im Jahr 2023 so nah dran, wie man nur sein kann, ohne am Ende zu jubeln, stehen die Chancen in dieser Saison abermals sehr gut - und das auch dank Purdy. Dieser trotzt seit Saisonbeginn nicht nur Verletzungen wichtiger Mitspieler, sondern auch anhaltender Kritik an seinen Fähigkeiten.

Verletzungsfluch trifft die 49ers erneut

Es ist keinesfalls eine Untertreibung zu behaupten, dass dieses 49ers-Team nicht da stehen sollte, wo es steht, wenn man einen Blick auf die undankbaren Umstände wirft: Neben Left Tackle Trent Williams, der sich am Sonntag eine Oberschenkelverletzung zuzog, und Tight End George Kittle, den eine Knöchelverletzung außer Gefecht setzt, gesellt sich eine namhafte Liste, die ligaweit ihresgleichen sucht.

Von Star-Pass-Rusher Nick Bosa, über Rookie Mykel Williams und Defensiv-Leader Fred Warner, bis hin zu Wide Receiver Brandon Aiyuk, mit dessen Rückkehr man zumindest bis zur Hälfte der regulären Saison geplant hatte. Was in der Theorie eines der stärksten Roster der Liga sein könnte, ist praktisch ein Lazarett - und das nicht zum ersten Mal in der Amtszeit von Head Coach Kyle Shanahan.

Der 46-Jährige beweist in dieser Saison jedoch einmal mehr, wie gut er als Hauptverantwortlicher ist; denn mit Starspielern einen guten und erfolgreichen Football spielen zu lassen, ist das Eine. Selbiges ohne besagte Starspieler zu schaffen, weil das Spielsystem eben so ausgereift ist, dass es auch mit - bei allem Respekt - weniger talentierten Individuen funktioniert, etwas ganz anderes. Doch nicht nur für Shanahan sind die Ausfälle eine Gelegenheit, seine Qualitäten zu demonstrieren. Das gilt auch für Quarterback Purdy, der mit seinen Leistungen die Stimmen zunehmend verstummen lässt, die seit Jahren behaupten, die 49ers gewinnen bestenfalls mit, aber nicht wegen ihm.

Mac Jones hält das Schiff auf Kurs - mehr nicht

Dabei waren jene Stimmen im Verlauf der Saison lauter geworden denn je: Als Purdy nach dem ersten Spieltag mehrere Wochen verpasste, rückte Ersatzmann Mac Jones an seine Position. Die Statistiken des 27-Jährigen lesen sich solide: Eine Passquote von 69,6 Prozent, 2151 Passing Yards, 13 Touchdowns, sechs Interceptions. Viel wichtiger allerdings: San Francisco gewann fünf von acht möglichen Spielen und blieb im Rennen um die NFC West.

Für Purdy-Kritiker ein gefundenes Fressen. Waren die Leistungen und Erfolge von Jones doch ein klarer Beweis, dass man nahezu jeden halbwegs fähigen Quarterback in ein Shanahan-System integrieren konnte. Gerne ausgelassen wurde hierbei die Kehrseite der Medaille.

Denn ja, die 49ers gewannen fünf von acht Spielen, unterlagen allerdings in Duellen mit den Rams, Texans und Buccaneers. Sie unterlagen, sobald die Magie von Shanahan nicht wirken konnte, und folglich die Limitierungen von Jones erkennbar wurden. Sobald es einen Quarterback brauchte, der sein Team tragen kann, wenn nötig, war der 27-Jährige Jones eben doch nur das, wofür er geholt wurde: Ein Ersatzmann, der das Schiff auf Kurs hält, bis der eigentliche Kapitän zurückkehrt. In San Francisco heißt dieser Brock Purdy. Daran sollte kein Zweifel mehr bestehen.

Das Duell mit den Seahawks um die Pole Position

Im vergangenen Spiel gegen die Chicago Bears bewies Purdy nicht zum ersten Mal, dass er dieser Offensive, diesem Team, das besondere Etwas gibt. Dank 303 Passing Yards und fünf Touchdowns - drei durch die Luft, zwei am Boden - bezwangen die 49ers eines der aktuell heißesten Teams der NFL. "Brock war überragend, mal wieder", lobte Shanahan seinen Quarterback nach der Partie. "Er trifft in den wichtigen Momenten die richtigen Entscheidungen. Das ist eine Qualität, die wir schätzen." Geführt haben diese San Francisco zum sechsten Erfolg in Folge. Sie bleiben damit ungeschlagen seit der Rückkehr von Purdy, der in dieser Zeit 13 Touchdowns verbucht.

Im Gesamtbild führt das zu einer 12-4-Bilanz für die 49ers, die nun auf das Gipfeltreffen mit dem Divisionrivalen blicken. Im Spitzenspiel gegen die Seattle Seahawks geht es dabei nicht nur um die Krone der NFC West, sondern obendrein um den Nummer-eins-Seed der NFC. Mit anderen Worten, wer im direkten Duell siegt, sichert sich die Bye Week in der ersten Playoff-Woche und das begehrte Heimrecht bis zum Super Bowl. Seattle würde dank einer 13-3-Bilanz ein Unentschieden genügen, während San Francisco mit einem Sieg - und dank des gewonnenen Direktvergleichs - vorbeiziehen würde.

Angeführt von Quarterback Sam Darnold und mit Star-Passempfänger Jaxson Smith-Njigba gelang es bisher nur wenigen Teams die Offensive der Seahawks im Zaun zu halten. Hinzu hat Seattle mit vergleichsweise wenig Verletzungssorgen zu kämpfen. Für San Francisco spricht derweil ein über Wochen aufgebautes Momentum und ein Quarterback in Brock Purdy, welcher sich 2025 endgültig von "Mr. Irrelevant" zu "Mr. Irreplacable" gemausert hat.

Und sollte dem 26-Jährigen auch gegen Seattle eine starke Performance gelingen, wodurch San Francisco mit ordentlich Rückenwind in die Postseason geht; wer vermag zu widersprechen, dass die Geschichte des amerikanischen Traums in dieser Saison nicht seine große Vollendung findet?

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