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Quarterback Ranking: Rodgers ist zurück - Darnold kratzt an der Top 10 - Mahomes und Allen vorn

kicker

Quarterbacks verändern sich innerhalb weniger Wochen nicht einfach fundamental. Das ist ein längerer Prozess, der sich, sofern er eintritt, erst in verschiedenen Situationen, Matchups und Umständen bestätigen muss. Daniel Jones ist nicht besser als Lamar Jackson, auch wenn man dafür argumentieren kann, dass er in der bisherigen Saison in sehr guten Umständen besser gespielt hat. Und doch würde im Vakuum niemand für ein Spiel nächste Woche Jones gegenüber Jackson bevorzugen. Welche Realität also soll ein Ranking ausdrücken, in dem Jones nach Woche 9 über Jackson rangiert?

Dieses Ranking soll weder ein Snapshot rein der bisherigen Saison sein, noch soll es schlicht eine Formkurve der letzten Wochen darstellen. Es soll aber auch kein Legacy-Ranking sein, in dem die aktuelle Form außer Acht gelassen wird. Der Anspruch, den ich an dieses Ranking habe, ist, dass es stabiler ist als wöchentlich veränderte Listen und auf der einen Seite das Big Picture im Blick behält, ohne aber aktuelle Entwicklungen deshalb zu unterschätzen.

Denn wir sehen natürlich in der Saison Entwicklungen, Tendenzen und Trends, und die gilt es, zu berücksichtigen. Aber mein Ziel mit diesen Quarterback Rankings ist es eben nicht, die Leistungen der letzten vier Wochen gegeneinander aufzuwiegen. Kleine und wenig aussagekräftige Sample Sizes sollten hier nicht die übergreifende Analyse dominieren. Denn wo Power Rankings - also die Einschätzung der 32 Teams - größere Sprünge in einem Vier-Wochen-Fenster rechtfertigen, sollte das bei Quarterbacks nur in sehr seltenen Ausnahmefällen passieren.

Es ist vielmehr eine grundlegende Einschätzung des jeweiligen Spielers - die sich natürlich über die Zeit auch verändern kann und wird - als Basis, kombiniert mit dem Eindruck der letzten Wochen und generell der bisherigen Saison.

Das soll in Summe eine Analyse und eine Einordnung ergeben, die auf stabileren Füßen steht. Und die nicht in vier Wochen nach zwei schlechten Spielen dann doch wieder auf den Kopf gestellt wird. Deshalb sind die Tiers hier kritisch, die eine Art Ranking im Ranking darstellen. Innerhalb dieser Tiers wird es immer mehr Bewegung geben, als dass Quarterbacks ein Tier hoch oder runter wandern.

NFL Quarterback Ranking nach Week 9

Sechstes Tier: Noch außer Konkurrenz

J.J. McCarthy, Minnesota Vikings

Nach sechswöchiger Pause gab McCarthy am Sonntag gegen die Lions endlich sein Comeback. Und es war eine vielversprechende Rückkehr.

McCarthy war ohne Frage inkonstant. Er verfehlte einige Bälle, er war manchmal zu langsam in seinen Reads, er wird noch weiter sein Gefühl für NFL-Speed und für NFL-Räume entwickeln müssen. Das ist im dritten Spiel aber komplett nachvollziehbar. Auch sein Touch und seine Flexibilität als Passer müssen nach wie vor verbessert werden.

Was er aber zeigte, war, dass die Bühne nicht zu groß war. McCarthy attackierte die Lions-Defense aggressiv, er traf mehrere schwierige Bälle, er kreierte ein wenig als Scrambler und bei Dritter-und-Fünf, als es darum ging, mit einem First Down das Spiel zu beenden, vertraute O’Connell seinem jungen Quarterback - und der warf einen perfekt platzierten Backshoulder-Pass. Der mentale Aspekt ist kein Problem.

Teil der Herausforderung besteht hier in der Dynamik der Situation. Das Spiel gegen Detroit war erst McCarthys dritter Start in der NFL. Sollte er jetzt bis Saisonende alle Spiele bestreiten, hätte er zwölf NFL-Einsätze auf dem Konto.

Was macht man damit? Vor allem natürlich, falls McCarthy bis Jahresende keine größeren Sprünge an den Tag legt? Wie viel Geduld haben die Vikings dann in der kommenden Offseason? Es könnte eine wegweisende zweite Saisonhälfte in Minnesota werden.

Tyler Shough, New Orleans Saints

Ich verstehe den Punkt, dass die Coaches in New Orleans an irgendeinem Punkt Tyler Shough sehen müssen. Das ist ein Quarterback, den dieses Regime Top 40 gepickt hat - und mit der Aussicht auf einen Top-5-Pick im kommenden Draft müssen die Verantwortlichen wissen, woran sie sind.

Das Benching von Spencer Rattler erschien mir dennoch harsch. Rattler hat sich über die ersten sechs Spiele gut geschlagen, die Saints waren meist kompetitiv, auch weil Rattler als Ballverteiler gut spielte. Gegen Chicago hatte er dann sein mit Abstand schlechtestes Saisonspiel und knüpfte daran gegen die Bucs an, ehe er im dritten Viertel rausgenommen wurde. Ein Move, der vermutlich nicht passiert, wenn es nicht den Top-40-Pick dieses Staffs dahinter geben würde.

Shough hatte ein passables Starter-Debüt gegen die Rams. Er hat seine Qualitäten in puncto Armstärke unterstrichen, er hat einige Bälle Downfield und einige enge Fenster über die Mitte getroffen. Man hat aber auch gesehen, dass er erhebliche Probleme bekommt, wenn er Druck managen muss. Das wird vermutlich das größte Thema in seiner Analyse für die kommenden Wochen sein.

Fünftes Tier: Quarterbacks, die bald (wieder) Backups sind

30. Dillon Gabriel, Cleveland Browns

Ranking nach Woche 5: nicht gerankt

Wann sollte man einem jungen Quarterback mehr Zeit geben - und wann kann man davon ausgehen, dass man genug gesehen hat? Das ist eine Case-by-Case-Thematik, weil hier viele Faktoren mit rein fließen. Die Umstände, in die ein junger Quarterback geworfen wird, sind natürlich relevant. Aber ein Stück weit auch der Pre-Draft-Eindruck, insbesondere ein Aspekt davon: Wie viel Upside hat der Quarterback?

Das ist eine harsche Formulierung, aber man muss sich folgende Frage stellen: Wie talentiert ist der Quarterback - und wie viel Geduld ist analog dazu gerechtfertigt? Bei einem Quarterback mit hoher Upside darauf zu warten, dass er sich entwickelt und ihm entsprechend die Zeit auch zu geben, ist insofern einfacher zu verkaufen, als dass die Belohnung viel größer sein kann.

Bei Dillon Gabriel sehe ich diese potenzielle Belohnung nicht. Ein unterdurchschnittlicher Arm in einem schmalen Frame mit überschaubarer Athletik - das machte ihn für mich zu einem Tag-3-Prospect vor dem Draft. Gabriel kann im Stile eines Gardner Minshew ein guter Ballverteiler sein, aber einen Franchise-Quarterback sehe ich hier nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Gabriel wirkt bisher weitestgehend überfordert. Das ist nicht wirklich überraschend, wenn man die Umstände in Cleveland bedenkt - und eben Gabriels Quarterback-Profil.

Letzteres würde mich anstelle der Browns aber auch eher früher als später dazu führen, Shedeur Sanders mal auszutesten. In dem Wissen, dass der Browns-Starting-Quarterback 2026 vermutlich aktuell noch im College spielt.

Viertes Tier: Junge Hoffnungsträger und angehende Bridge-Quarterbacks

29. Cam Ward, Tennessee Titans

Ranking nach Woche 5: Platz 27

Es ist nach wie vor schwierig, Wards Rookie-Saison so richtig einzuschätzen. Denn während die Umstände auf der einen Seite ohne Frage schlecht sind, ist es auch nicht so, dass Ward auffallend positiv dabei herausragen würde.

Es sind die typischen Rookie-Fehler, wenn er zu viel will, wenn das Spiel noch zu schnell für ihn läuft, oder wenn er schlicht Defenses nicht richtig liest. Das wäre leichter zu kalibrieren, wenn es mehr positive Stretches gäbe. Doch liegt das in erster Linie an ihm? Oder doch mehr an den Umständen?

Ward hat definitiv einzelne Big Plays, einzelne schwierige Würfe vor allem vertikal in kleine Fenster, bei denen man das Potenzial im Arm sieht. Aber die beste Halbzeit von ihm bislang war die erste Hälfte gegen die Patriots. Nicht wegen ein paar aufregender Pässe, sondern weil das das erste Spiel war, in dem er mal konstant und effizient den Ball verteilt und die Offense bewegt hat.

Davon würde ich bis Ende des Jahres gerne mehr sehen, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was vielleicht mit Ward möglich ist, wenn dann die Umstände besser werden. Auch wenn man realistisch befürchten muss, dass das in Tennessee eher zwei bis drei Jahre dauern könnte.

28. Justin Fields, New York Jets

Ranking nach Woche 5: Platz 28

Gegen die Bengals hatte Fields vor der Bye sein bestes Saisonspiel seit dem überraschenden Auftritt in Woche 1 gegen Pittsburgh. Mit heutigem Blick darauf können wir heute festhalten, dass die Steelers-Defense sehr viel schlechter ist, als wir vor Saisonstart gedacht haben - während die Bengals-Defense vermutlich so schlecht ist, wie man erwarten musste.

Trotzdem: Es war positiv zu sehen, dass Fields diese Art Spiel immer noch in sich hat. Nicht zuletzt, um die völlig deplatzierten Aussagen von Teambesitzer Woody Johnson prompt zu kontern.

Es sind eben diese Spiele, wenn Fields mehr Downfield attackieren kann. Da hat er immer noch das Potenzial, mit Big Plays zu glänzen, seinen Arm bestmöglich zur Geltung zu bringen und die Big Plays durch die Luft mit seinen Qualitäten als Runner zu kombinieren.

Das ist schön, wenn man Fields gelegentlich aufstellt. Als Starting-Quarterback Woche für Woche fehlt aber schlicht die Konstanz.

27. Michael Penix, Atlanta Falcons

Ranking nach Woche 5: Platz 22

Ich bleibe skeptisch bei Penix. Der Arm ist sehr gut, das steht außer Frage und das stand auch ehrlicherweise nie zur Diskussion. Aber für so einen reinen Pocket Passer wirkt er nach wie vor zu limitiert als Passer. Die Accuracy ist weiterhin nicht verlässlich, sein Decision Making braucht definitiv noch Arbeit, er hat merkliche Probleme mit Pressure und hat auch in der Pocket nur eine sehr überschaubare Mobilität.

Im Moment wirkt er wie ein Quarterback, der Probleme hat, wenn er von seinem Spot weg bewegt wird, dessen Antizipation immer noch inkonstant ist. Er hat in jedem Spiel einige sehr gute Bälle, und ich mag, wie er mit seinem Arm enge Fenster über die Mitte attackieren kann, wenn er on-time spielt.

Aber skeptisch bleibe ich, weil ich noch nicht gesehen habe, dass er eine langfristige Quarterback-Antwort ist. Die Geschichte der Falcons-Offense in dieser Saison bislang ist eher: Wenn sie den Ball nicht laufen können, wird es vermutlich ein sehr schwieriges Spiel.

26. Mac Jones, San Francisco 49ers

Ranking nach Woche 5: nicht gerankt

Mac Jones hat den Niners über die erste Saisonhälfte den Best Case von dem gegeben, was man erhoffen kann, wenn ein guter Backup-Quarterback spielt. Es liegt in der Natur der Sache, dass das irgendwann an Grenzen stößt, wenn der Starter länger ausfällt. Und diese Grenzen haben wir auch schon gesehen.

Wenn es darum geht, dass der Quarterback mehr kreieren muss. Wenn er Pressure navigieren muss. Anders gesagt: Wenn der Quarterback mehr offensive Last schultern muss. Das war noch nie eine Stärke in Jones’ Spiel, und so sehr er innerhalb der Struktur bisweilen sogar konstanter war als Brock Purdy zuletzt, merkte man eben hier den größten Unterschied zwischen den beiden.

Jones hatte über die letzten Wochen ein Spiel, das mich in der Hinsicht an Purdy erinnert hat: Es war das Spiel gegen die Bucs. Ironischerweise sein bestes Spiel in puncto Total Passing Yards und Yards pro Pass. Aber auch sein einziges Spiel mit zwei Interceptions, sowie sein zweithöchstes in puncto Pressure-to-Sack-Rate (35 Prozent!).

Auch gegen Houston hatte er zumindest einzelne Momente mit schwierigen Pässen in kleine Fenster, in einem Spiel, in dem die Offense insgesamt an der Line of Scrimmage schlicht keine Chance hatte.

Die besten Mac-Jones-Spiele aber kamen gegen die Rams, die Giants, oder auch gegen Arizona. Als er den Ball immer wieder schnell verteilen und so die Offense bewegen konnte. Wenn eine Defense das nicht wegnehmen kann, ist Jones absolut in der Lage, in Shanahans Scheme beachtlichen Schaden anzurichten.

25. Tua Tagovailoa, Miami Dolphins

Ranking nach Woche 5: Platz 25

Das Spiel gegen die Falcons vorletzte Woche war der Reminder daran, wie die Dolphins-Offense aussehen kann, wenn die Rädchen ineinander greifen. Und das war weniger Tua selbst der daran einen großen Anteil hatte. Er verteilte den Ball gut und schnell, der Unterschied im Vergleich zu fast allen anderen Spielen dieses Jahr aber war, dass die Dolphins daraus viel mehr kreieren konnten.

Tagovailoa spielte seine Rolle gut, aber eben auch nicht mehr. Er verfehlte immer noch einige Bälle, vor allem weil er sie zu hoch platzierte. Er hatte zwei Mal Interception-Glück, und die Pässe, die etwas weiter Downfield gingen, waren meist sehr offen. Er hatte auch eine Handvoll guter Würfe, aber die Quintessenz aus diesem Spiel war eher diese: Selbst in den Spielen, in denen die Offense produktiv ist, ist der Quarterback nicht mehr als der Ballverteiler.

Das bringt mich auch zur übergreifenden Thematik mit Tagovailoa. Die Offense hat ihre klaren Schwachstellen, angefangen mit der Offensive Line. Und mittlerweile ist neben Tyreek Hill auch Darren Waller verletzt. Gleichzeitig habe ich Zweifel daran, dass Tua in einer anderen Offense viel produktiver wäre.

Das wird ein interessantes Thema für die Offseason, wenn in Miami mutmaßlich ein Umbruch bevorsteht. Rein auf den Quarterback individuell betrachtet ist Tagovailoa in dieser Saison auch schlicht nicht so akkurat und hat viel mehr Fehler in seinen One-Read-Plays, verglichen mit den vergangenen Jahren.

Meine womöglich harsche Analyse auf den Punkt lautet: Wenn sein erster Read nicht da ist, dann ist er als Starter nur sehr bedingt spielbar. Dann klebt er mit den Augen bei einem Read, dann wirft er Bälle zum Verteidiger, obwohl der Read nicht da ist oder gibt Plays quasi auf, ehe der Pass Rush zu ihm kommt. Es ist eine über die Maßen frustrierende Analyse mit Tua dieses Jahr.

24. Bryce Young, Carolina Panthers

Ranking nach Woche 5: Platz 23

Die Panthers werden nach der Saison bei Bryce Young eine Entscheidung treffen müssen. Eigentlich sind es sogar zwei. Die erste Frage lautet: Ist Young 2026 noch der Quarterback in Carolina? Hat er genug gezeigt, um sich ein viertes Jahr als Starter zu verdienen?

Und dann im nächsten Schritt: Ziehen sie die Fifth Year Option, die Youngs fünftes Vertragsjahr für 2027 garantieren würde?

Das sind weichenstellende Entscheidungen für die Franchise, die mit darüber entscheiden werden, wie sie die kommende Offseason angehen und wie die Erwartungshaltung für 2026 aussehen sollte.

Meine aktuelle Prognose lautet: Young ist gut genug, um eine veritable Bridge-Lösung für 2026 darzustellen. Aber nicht gut genug für die Fifth Year Option und nicht gut genug, um sich als veritable langfristige Option zu positionieren.

Vielleicht werden Panthers-Fans dabei zusehen müssen, wie Young in ein paar Jahren woanders seinen goldenen Karriereherbst erlebt. Analog zu Sam Darnold, Baker Mayfield und Daniel Jones. Letztes Jahr zeigte Young, dass er auch in der NFL Big Plays kreieren kann. Die Down-für-Down-Konstanz fehlt aber, zusätzlich zu den physischen Limitationen, die er schlicht hat, weiterhin.

23. Bo Nix, Denver Broncos

Ranking nach Woche 5: Platz 24

Es ist eine interessante Diskussion in Denver: Limitiert Sean Payton seinen Quarterback zu sehr? Oder entscheidet er sich Woche für Woche für eine sehr eindimensionale Offense, in der der Quarterback möglichst wenig individuell leisten muss, weil er Nix nicht vertraut?

Nix-Verteidiger würden hier vermutlich anbringen, dass, wenn die Offense mal mehr machen musste - etwa im vierten Viertel jeweils gegen die Eagles und die Giants - das auch mit Nix möglich war. Und das ist ein valides Argument, aber lässt sich das auf Spiele in neutralen Spielsituationen allgemein übertragen?

Hier findet man durchaus auch Argumente für Paytons Herangehensweise in Nix’ Spiel, so gerne ich die Wide-Receiver-Screens aus dem Broncos-Playbook verbannen würde.

Denn Nix spielt bestenfalls inkonstant. Letztes Jahr fand er irgendwann eine gute Mischung aus Underneath Passing Game, Quarterback Run Game und Downfield Shots. Jene Shots verfehlt er bisher dieses Jahr zu häufig, und das Quarterback Run Game ist kein so prominenter Faktor wie noch im Vorjahr.

Es sind zu viele Bälle, die er zu hoch platziert, Bälle, die er in Coverage wirft. Es sind einige klare Defizite in seinem Spiel, auch Down für Down. Und das sind Probleme, die einer Offense den Rhythmus nehmen können. Er liest Plays nicht sauber, sein Pocket-Verhalten ist sehr unruhig, er verfehlt Bälle. Er spielt die Position einfach nicht gut. Das war auch gegen Houston am Sonntag wieder deutlich.

Betrachtet man diese Seite der Medaille, entwickelt man ein gewisses Verständnis für Sean Paytons Herangehensweise. Payton versucht, die Down-für-Down-Konstanz zu kreieren, während er die Rolle des Quarterbacks dabei weitestgehend neutralisiert.

Das Problem damit ist: Wo soll das hinführen? Die Broncos müssen Nix weiterentwickeln, um sehen zu können, ob er die langfristige Antwort auf der Quarterback-Position ist. Das Design der Offense wirkt aber häufig eher wie für einen überforderten Rookie entworfen. Gleichzeitig gewinnen sie Spiele, auch weil Nix und die Offense im vierten Viertel häufig zwei Schippen drauf packen können.

Es ist eine Zwickmühle. An irgendeinem Punkt wird Sean Payton die Offense mehr öffnen müssen. Oder aber, die Analyse muss irgendwann lauten, dass Payton Nix nicht mehr zutraut. Was natürlich ein besorgniserregendes Zwischenfazit wäre.

22. Joe Flacco, Cincinnati Bengals

Ranking nach Woche 5: nicht gerankt

Flacco hat ziemlich schnell verstanden, was er machen muss, um in Cinncinati den Ball zu bewegen: Der Receiver mit der Nummer 1 ist ziemlich gut.

Seit Flacco übernommen hat, hat Ja'Marr Chase über vier Spiele satte 62 Targets bekommen und hat 47 Bälle für 457 Yards gefangen. Flacco verteilt den Ball schnell, sicher und präzise, und wenn er dann noch das gelegentliche Shot Play trifft, wie etwa den Touchdown auf Tee Higgins gegen die Jets, dann ist das eine Offense, die auch mit Backup-Quarterback erstaunlich gut punkten kann.

Flacco in dieser Offense zu sehen hat mich definitiv überrascht. Die Entscheidung für den 40-Jährigen hatte für mich im Moment des Trades einen ziemlichen Beigeschmack der Verzweiflung. Aber Flacco zeigt, dass er die Offense kompetitiv halten und den Ball gut bewegen kann. Letztlich spielt nichts davon eine Rolle, weil die eigene Defense so horrend ist. Aber zumindest offensiv sind die Bengals unterhaltsam, kompetitiv und machen Spaß.

Vielleicht ist es Flaccos letzte Saison. Angesichts seines Alters liegt die Vermutung natürlich nahe. Doch so, wie er aktuell spielt, würde ich davon ausgehen, dass er nächstes Jahr zumindest als begehrter Backup Optionen haben wird. Wenn er das will.

21. Jaxson Dart, New York Giants

Ranking nach Woche 5: nicht gerankt

Der erste Eindruck von Jaxson Dart hat essenziell zwei übergreifende Aspekte. Auf der einen Seite ist er ein Quarterback, der kreiert. Dart macht Woche für Woche Plays noch spät im Down, er kreiert neue Spielsituationen, er findet Receiver im Scramble-Drill, er läuft selbst. Gerne auch in den Gegner rein. Und sein Arm erlaubt ihm auch präzise Pässe aus der Bewegung heraus.

Das ist erst einmal ein positiver Punkt. Gerade vor dem Hintergrund, dass mit Malik Nabers der klare Nummer-1-Receiver fehlt. Mit der Verletzung von Cam Skattebo kann man argumentieren, dass zwei der drei wichtigsten Playmaker Dart nicht mehr zur Verfügung stehen.

Einen jungen Quarterback zu sehen, der tough aus der Pocket spielt, der kreiert, der Big Plays auflegt, ist erst einmal etwas, das einer Fanbase Hoffnung machen darf. Und das würde ich hier auch so festhalten.

Der andere, der zweite Aspekt ist das Spielen innerhalb der Play-Struktur. Und hier zeigt Dart noch die offensichtlichen Rookie-Schwachstellen: Er lässt Passgelegenheiten liegen, weil er noch dazu neigt, schnell die Augen runter zu nehmen. Sein Pocket-Management ist eher wild als subtil. Sein Out-of-Structure-Playmaking ist weniger eine Stütze, als vielmehr ein essenzieller Kern seines Spiels.

All das ist für den Moment völlig in Ordnung. Dart kam nicht als "fertiger" Quarterback in die NFL, und Rookie-Quarterbacks generell werden nicht im ersten Jahr Defenses aus der Pocket sezieren. Das sind die Dinge, die ich im nächsten Schritt von Dart sehen will. Hoffentlich können die Giants das Umfeld kreieren, in dem er sich dementsprechend entwickeln kann.

Drittes Tier: Kompetente Starter, die mit Hilfe glänzen

20. Trevor Lawrence, Jacksonville Jaguars

Ranking nach Woche 5: Platz 19

Die Saison von Trevor Lawrence ist weiter eine Mischung aus schwer greifbar und frustrierend. Er hatte über die letzten Wochen gute Spiele gegen die Chiefs und gegen die Seahawks, keine leichten Defenses. Aber selbst in diesen Spielen verfehlt er zu viele Bälle und trägt nahezu wöchentlich zur offensiven Inkonstanz in Jacksonville bei.

Es ist bitter, dass die Jaguars jetzt Rookie Travis Hunter verloren haben, der allen Berichten zufolge eine größere Rolle in der Offense einnehmen sollte. Und der zuletzt gezeigt hat, dass er nicht nur ein Role Player, sondern ein Dosenöffner für das Passing Game sein kann.

Zumal Lawrence und Brian Thomas bislang keine sonderlich gute Connection haben. Hier aber sehe ich das Problem mehr beim Receiver, der sich dieses Jahr bei Routes über die Mitte schwertut. Bearbeitet er primär den Route Tree an der oder Richtung Sideline, sieht das anders aus.

Müsste ich die bisherige Saison von Trevor Lawrence zusammenfassen, dann schwingt unweigerlich eine negative Konnotation mit. Auch weil hier meine Erwartungshaltung natürlich mit rein fließt. Und nicht zuletzt die Inkonstanz in seinem Spiel etabliert Lawrence für mich mehr und mehr im unteren Liga-Mittelfeld.

Vielleicht gibt es den Sprung noch, wenn er und Liam Coen (und die Receiver) noch mehr auf einer Wellenlänge funken. Es ist aber mehr als fair, das mit einer gewissen Skepsis abzuwarten.

19. Daniel Jones, Indianapolis Colts

Ranking nach Woche 5: Platz 20

Jones ist auf der einen Seite das nächste Beispiel dafür, wie enorm der Effekt von passablem Veteran-Quarterback-Play für eine Offense mit guten Umständen sein kann. In der Hinsicht ist dieses Beispiel nochmal mindestens eine Stufe eindrucksvoller als das, was Sam Darnold letztes Jahr für die Vikings war. Die Vikings hatten eine Offense im oberen Liga-Mittelfeld - die Colts haben über die ersten neun Wochen eine Top-5-Offense.

Das ist mehr als eindrucksvoll. Es wird dazu beitragen, dass noch mehr Teams die Veteran-Quarterback-Schiene in Betracht ziehen werden. Jones ist nach unter anderem Ryan Tannehill, Geno Smith, Baker Mayfield und Sam Darnold das nächste positive Beispiel dafür.

Vielleicht trägt die Vielzahl dieser Beispiele auch dazu bei, dass die Reaktionen auf Jones’ individuelle Leistungen gemäßigter ausfallen. Er ist ein wichtiges Zahnrad dafür, dass die Offense funktioniert - aber tragen muss er diese Unit mitnichten.

Platz 2 in Play-Action-Rate und Platz 1 in Play-Action-Passing-Yards. Top 4 in Passing Yards bei Pässen in unter 2,5 Sekunden. Viele klare Reads, vorteilhafte Passing-Looks und positive Down-and-Distance-Situationen, auch weil die Colts das bis dato beste Run Game dieser Saison haben. Darüber hinaus bislang kaum einmal negative Game Scripts.

Jones hat eine Handvoll eindrucksvoller Würfe in dieser Saison, ansonsten operiert er die Offense verlässlich. Das Ergebnis daraus ist beeindruckend, ich bleibe aber skeptisch, wie Jones funktioniert, sollte er - spätestens Richtung Playoffs - mehr selbst tragen müssen.

Das Spiel gegen Pittsburgh war hierfür ein Warnsignal. Es war das erste Mal, dass die Colts den Ball nicht laufen konnten und einem klaren Rückstand hinterher rennen mussten. Sprich: Viele klare Dropback-Situationen. Jones implodierte in Form von fünf Turnovern. Die gingen nicht alle auf ihn, aber es waren genügend unschöne Plays dabei, die unterstrichen: Wenn das Spiel mehr in seine Hände gezwungen wird, dann wackelt Jones schnell bedenklich. Das ist die große Sorge Richtung Playoffs.

18. Geno Smith, Las Vegas Raiders

Ranking nach Woche 5: Platz 16

Für mich persönlich die größte Quarterback-Enttäuschung dieser Saison. Smith spielt signifikant schlechter als in Seattle, wo er sich zwar zumeist im oberen Liga-Mittelfeld in puncto Turnover-Risiken bewegt hat, aber auch mehr Big Plays aufgelegt hat als fast jeder andere Quarterback.

Jetzt wirft er mehr Bälle - auch Pässe, die kaum zu erklären sind - zum Gegner. Nicht, weil er Big Plays jagt, sondern weil er Linebacker und Safeties über die Mitte schlichtweg nicht sieht. Das kam so häufig schon vor in dieser Saison.

Gegen Jacksonville hatte er am Sonntag nach holprigem Start eines seiner bis dato besten Spiele für die Raiders. Es war auch das erste Spiel, in dem er Brock Bowers endlich zurück hatte und damit ein Nummer-1-Receiver zur Verfügung stand. Wenn er daran anknüpfen kann, könnte die zweite Saisonhälfte zumindest was Smiths Bewertung angeht halbwegs versöhnlich enden.

Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass das ganze Raiders-Experiment nach der Saison Geschichte ist. Dass Pete Carroll aufhört und der nächste Umbruch eingeleitet wird. An diesem Punkt ist es ehrlich schwer zu sagen, ob Smith noch Teil dieses Umbruchs wäre. Ich würde ihn gerne nochmal in einer besseren Situation sehen.

17. Caleb Williams, Chicago Bears

Ranking nach Woche 5: Platz 18

Eine der für mich spannendsten Personalien auf der Position derzeit. Weil die Diskussionen um Caleb Williams sehr viele Nuancen brauchen, und das gleichzeitig übergeht in mehrere große Diskussionen über Quarterback-Play in der NFL derzeit generell. Und auch darüber, was Teams bei Quarterback-Prospects im Draft suchen.

Ich versuche, das mal aufzudröseln. Williams galt gemeinhin als Generational Quarterback Prospect. Ein klarer Konsens-Nummer-1-Overall-Pick schon zwei Jahre bevor er in den Draft ging. Ein Quarterback mit spektakulären physischen Tools als Passer, der im College immer wieder gezeigt hat, dass er irre viel kreieren und selbst gestalten kann. Das war vor allem spät in seiner USC-Karriere deutlich, als er überschaubares Talent um sich herum hatte.

In seiner zweiten NFL-Saison stellt sich jedoch weniger die Frage danach, wie viel er kreieren kann. Sondern mehr die Frage danach, wie gut er innerhalb der Struktur spielen kann. Wie gut er als verlässlicher Ballverteiler spielen kann, wie gut er on-time spielen kann. Wie gut er Passfenster schnell antizipieren und identifizieren kann. Das sind aktuell zentrale Fragezeichen und bisweilen Schwächen in seinem Spiel, und das war ein Thema auch schon in seinem Draft-Profil.

Und wir sehen dieses Jahr bei vielen Teams, was es mit einer Offense machen kann, wenn sie einen Quarterback hat, der genau hier gut spielt. Daniel Jones bei den Colts, Sam Darnold bei den Seahawks, in abgeschwächter Version auch Mac Jones bei den 49ers und Joe Flacco bei den Bengals. Das sind essenzielle Aspekte für erfolgreiches Quarterback-Play in der NFL, und es ist unheimlich schwer, zu identifizieren, welcher College-Quarterback diese Qualitäten in der NFL haben wird. Vor allem wenn er im College derart kreieren und die Dinge selbst in die Hand nehmen kann - und musste -, wie Caleb Williams.

Mit all dem in Hinterkopf: Williams zeigt in Ansätzen, dass er sehr wohl auch dieser "andere" Quarterback sein kann. Er hat zu viele Fehler zwischen diesen Phasen, aber zumindest eine Teilschuld daran liegt phasenweise auch am Play-Calling sowie an den Receivern. Insbesondere mit D.J. Moore scheint er nach wie vor keine verlässliche Connection zu haben.

Ich verstehe einen gewissen Frust, während man sieht, wie etwa Drake Maye sich im zweiten Jahr entwickelt. Oder was Jayden Daniels direkt als Rookie war. Aber Williams zeigt Fortschritte in den Bereichen, in denen er Fortschritte zeigen muss. Sie brauchen nur etwas länger.

16. C.J. Stroud, Houston Texans

Ranking nach Woche 5: Platz 17

Die Texans hatten einen faszinierenden Stretch über die letzten drei Wochen, was die Bewertung einer ganz klar immer noch kränkelnden Offense angeht.

Gegen die Seahawks und insbesondere gegen Seattles Front sahen Stroud und Co. wie die schlechteste Offense in der NFL aus. Gegen die 49ers, die vor allem in ihrer Defensive Front am Ende kaum noch Spieler übrig hatten, wirkte die Offense extrem rund. Angefangen mit Stroud, der sichtlich komfortabler agierte, der zu seinem Checkdown kam, der Plays sauber aus der Pocket las und mit der Sicherheit spielte, die man von seinem Franchise-Quarterback sehen will.

Das Spiel gegen die Broncos machte den Dreierpack perfekt. Und es ist maximal unglücklich, dass dieses Spiel eine sehr unvollständige Bewertung hinterlässt. In erster Linie natürlich mit Blick auf Strouds Gesundheit, rein sportlich aber gefiel er mir im ersten Viertel sehr gut, gegen eine Elite-Defense. Er wirkte komfortabler in einer engen Pocket und verteilte den Ball gut. Früh im zweiten Viertel musste er dann mit einer Gehirnerschütterung raus.

Vielleicht war das Niners-Spiel doch der Start eines größeren Positiv-Trends. Zunächst aber hat das Achterbahn-Gefühl der letzten drei Wochen mit Blick auf die Texans-Offense meinen Eindruck von Stroud eher noch bestätigt. Wir haben von Stroud gesehen, wie gut er spielen kann, wenn die Umstände gut sind und wenn das Scheme greift. Sein Rookie-Jahr ist das beste Beispiel dafür. Wir haben auch gesehen, dass er auch in schwierigen Umständen zumindest Flashes, sowie einzelne gute Spiele hat.

Was wir bisher von ihm noch nicht gesehen haben, ist, dass er die Offense in schwierigen Umständen auf dem Level trägt, das man von einem Top-10-Quarterback erwarten würde. Das heißt nicht, dass er dort nicht hinkommen kann. Aber es ist bis dato im Gesamtbild zumindest ein Stück weit eine Bestätigung seiner Pre-Draft-Analyse.

15. Aaron Rodgers, Pittsburgh Steelers

Ranking nach Woche 5: Platz 21

Mit Blick auf die Steelers-Defense erwarte ich keine märchenhafte letzte Saison für Aaron Rodgers. Kein tiefer Playoff-Run oder gar ein letzter Shot auf einen zweiten Super Bowl zum Finale. Sofern das Spiel gegen die Colts keine krasse Trendwende war, ist diese Unit schlicht viel zu anfällig.

Aber falls das die letzte Saison in der Hall-of-Fame-Karriere von Aaron Rodgers ist, dann geht er, selbst mit bald 42 Jahren, immer noch, bevor sein Spiel so nachlässt, dass er von der sprichwörtlichen Klippe fällt. Bevor er keine Wahl mehr hat, als die Pads an den Nagel zu hängen.

Denn nachdem Rodgers zu Beginn der Saison bedenklich stark an seine eigene Vorjahres-Version anknüpfte - ein Quarterback, der den Ball lieber zu schnell wirft, als dass er sich Hits aussetzt -, erinnert er seitdem sehr viel mehr an frühere Packers-Tage.

Über die letzten Wochen kreiert Rodgers wieder deutlich mehr. Er macht Plays spät im Down, er kreiert außerhalb der Pocket, er ist gewillt, den Ball zu halten, Rusher ins Leere laufen zu lassen und so diese "besonderen" Würfe anzubringen, die Rodgers’ Karriere so lange geprägt haben.

Das zu sehen macht Spaß. Und es hat Pittsburghs Offense ein Element gegeben, das die Steelers seit Jahren nicht hatten: Einen Quarterback, der zu Top-10-QB-Spielen in der Lage ist. Dass ausgerechnet in diesem Jahr die Defense einbricht, ist ausgesprochen bitter.

14. Kyler Murray, Arizona Cardinals

Ranking nach Woche 5: Platz 12

Wenn ich heute eine Prognose abgeben müsste, dann würde ich ganz klar tippen, dass das Kyler Murrays letzte Saison in Arizona sein wird. Nicht weil er schlecht spielt, das ist nicht der Fall. Ich hatte vor vier Wochen hier an dieser Stelle ausgeführt, wie sehr er individuell die Offense trägt und wie wenig Support er dabei bekommt. Diese Analyse halte ich auch im Rückblick nach wie vor für zutreffend.

Gleichzeitig kamen mit den drei Starts von Jacoby Brissett Datenpunkte aus einer anderen Perspektive dazu, die dementsprechend auch ein anderes Bild zeichnen. Ich denke nicht, dass Murray schlecht spielt - aber ich halte es für offensichtlich, dass er nicht in die Offense passt, die Arizona spielen lassen will.

Denn der Unterschied zu Brissett war überdeutlich: Der weniger athletische, dafür größere, robustere und physischere Pocket-Passer spielte geduldiger aus der Pocket und öffnete damit die Mitte des Feldes auf eine Art und Weise, wie es noch nie Murrays Stärke war.

Murray hat andere Qualitäten - aber zu sehen, wie die Offense plötzlich eine ganz andere Konstanz im Passing Game erhielt, unterstrich, dass es hier zwischen Stil und Stärken des Quarterbacks auf der einen, und Struktur und Anforderungsprofil der Offense auf der anderen Seite nicht passt.

Jetzt kann man viel darüber philosophieren, ob die Coaches die Offense nicht mehr noch um Murrays Stärken herum hätten konzipieren müssen. Ich denke, es wird bessere Fits für Murray in der Offseason geben. Denn als Ballverteiler, als Downfield-Passer und als Runner ist er nach wie vor eine Waffe mit Top-12-Potenzial.

Seine Zeit in Arizona aber geht ihrem Ende entgegen - das unterstreicht auch der Fakt, dass sich Head Coach Jonathan Gannon vor der anstehenden Week 10 für Brissett als Starting Quarterback für die kommenden Spiele ernannt hat. Damit sieht es ganz danach aus, dass im nächsten Ranking hier an dieser Stelle Brissett und nicht mehr Murray die Cardinals als Anführer vertritt.

13. Jalen Hurts, Philadelphia Eagles

Ranking nach Woche 5: Platz 13

Wir haben dieses Jahr schon die größten Stärken und die größten Schwächen im Spiel von Jalen Hurts gesehen.

Früh in der Saison wirkte alles langsam. Hurts hielt den Ball länger als fast jeder andere Quarterback, nur um ihn dann kürzer zu werfen als fast jeder andere Quarterback. Das war längst nicht nur seine Schuld, Philadelphias Passing Designs früh in der Saison hatten massive Defizite.

Aber Hurts ließ auch Passfenster liegen, zögerte in seinen Reads, er spielte generell langsam und das ist für mich mit der größte Kritikpunkt an seinem Spiel schon seit Jahren. Er geht dann wenige Turnover-Risiken ein oder öffnet die Tür für viele defensive Big Plays. Aber er ist auf andere Art und Weise dafür mitverantwortlich, dass Drives enden. Weil er eine Completion bei Third Down nicht findet, weil er einen unnötigen Sack nimmt.

Das wurde im Laufe der Saison bereits besser. Vor allem aber zeigte er zuletzt seine größte Stärke vermehrt wieder: Die Deep Balls.

Gegen die Giants und dann vor allem gegen die Vikings traf er mehrere Shot Plays, die Offense präsentierte sich insgesamt runder, auch weil Dinge wie Under Center Play Action scheinbar neu entdeckt wurden.

Wenn sich das fortsetzt, kann Hurts wieder der Quarterback sein, mit dem die Offense sehr viel produktiver auftritt als im ersten Saisondrittel. Nicht als konstanter Ballverteiler, aber mit mehr Rhythmus in dem Bereich, mit dem Rushing als zusätzlichem Motor - und mit den Shot Plays, auch um Räume für das Run Game zu öffnen.

12. Sam Darnold, Seattle Seahawks

Ranking nach Woche 5: Platz 15

Würde ich ein Ranking ausschließlich mit Blick auf die aktuelle Saison machen, dann wäre Darnold Top-5 bei mir. Denn es gibt keine Offense, die so sehr davon abhängig ist, dass ihr Quarterback jede Woche eine Handvoll sehr, sehr schwieriger Würfe trifft.

Ich hatte das an dieser Stelle bereits vor vier Wochen geschrieben: Darnold trifft die Shot Plays noch besser als letztes Jahr gegen die Vikings, als das auch schon ein essenzieller Teil seines Spiels war.

Er spielt komfortabel aus einer engen Pocket, er ist eine exzellente Quarterback-Besetzung für die Offense, die Kubiak spielen will. Aber wie er Woche für Woche Bälle in minimale Fenster Downfield legt, das ist wirklich beeindruckend.

Warum also "nur" Platz 12? Darnold ist ein gutes Beispiel für das, was ich mit diesen Rankings ausdrücken will. Darnold ist mit seiner überraschend guten Saison in Minnesota letztes Jahr schrittweise nach oben geklettert. Jetzt spielt er besser und bewegt sich weiter nach oben.

Bevor ich ihn noch näher Richtung Top 10 schiebe, will ich sehen, dass er das länger konservieren kann. Dann aber hat er absolut ein faires Argument dafür.

11. Jared Goff, Detroit Lions

Ranking nach Woche 5: Platz 11

Ich weiß, dass diese Aussage bei Lions-Fans häufig auf ein gewisses Maß an Unmut stößt. Und doch: Wir wissen an diesem Punkt seiner Karriere ziemlich genau, was Jared Goff ist - und was er nicht ist.

Ich hatte an dieser Stelle vor fünf Wochen bereits geschrieben, dass ich über die Jahre mehr gelernt habe, Goffs Konstanz innerhalb eines funktionierenden Systems zu schätzen. Und das gilt auch nach wie vor.

Goff ist ein Quarterback, der eine gut designte Offense funktionieren lässt, indem er konstant enge Fenster über die Mitte attackiert, indem er tough aus der Pocket spielt, indem er versteht, wie er Blitzes attackieren muss, wo seine Checkdowns sind und wie er im Kontext einer funktionierenden Offense positives Play an positives Play reiht.

Gleichzeitig wird er bei mir vermutlich nie höher als im oberen dritten Tier auftauchen, weil man selbst im Kontext dieser nach wie vor gut designten und hochkarätig besetzten Lions-Offense Goffs Defizite immer wieder sieht.

Wenn er von seinem Spot weg bewegt wird, wenn er mehr kreieren muss, wenn das Run Game nicht funktioniert und die Offense viel in negativen Down-and-Distance-Situationen operiert. Seine Defizite spät im Down werden Goff für mich immer in dieser Range halten. Aber die Konstanz als Passer, die in guten Umständen eine Top-10-Offense fast garantiert, hält seinen Floor gleichzeitig sehr hoch.

10. Baker Mayfield, Tampa Bay Buccaneers

Ranking nach Woche 5: Platz 10

Der Zauber früh aus der Saison ist ein wenig verflogen. Nachdem Mayfield die Bucs über die ersten sechs Wochen mit einer Vielzahl an Big Plays in Spielen hielt, während seine Turnover-Risiken kaum einmal bestraft wurden, waren die Spiele gegen die Lions und die Saints vergleichsweise Dämpfer. Verletzungen in der Offense insgesamt spielen eine Rolle, aber Mayfield ist in Summe für mich sehr klar hoch in diesem dritten Tier - und nicht mehr.

Das heißt nicht, dass seine Saison keinen Spaß macht. Mayfields Stil lebt von einer gewissen Aggressivität, von dem unbedingten Willen, auch schwierige Würfe in enge Fenster raus zu hauen. Und das ist nicht nur hochgradig unterhaltsam, es hat diese Offense auch maßgeblich getragen, als Tampa Bay im ersten Saisondrittel häufig zahlreiche Ausfälle kompensieren musste.

Aber es ist eben auch ein ständiger Ritt auf der Rasierklinge. Mal fallen die Big Plays nicht so zuverlässig, dafür landen mehr Turnover beim Gegner. Das Spiel gegen Detroit war sein bis dato schwächstes in dieser Saison, auch weil er hier in puncto Accuracy merkliche Probleme hatte und eine ganze Reihe an Pässen über seine Receiver warf.

Dieses Achterbahnelement erwarte ich ein Stück weit auch im weiteren Verlauf der Saison von Mayfield. Und das muss man zu einem gewissen Grad in Kauf nehmen. Aber wenn Mayfield zum richtigen Zeitpunkt heiß läuft, kann das eben auch zu Überraschungen Richtung Playoffs führen.

Zweites Tier: Diese Quarterbacks kreieren einen Floor und kaschieren Schwachstellen

9. Jayden Daniels, Washington Commanders

Ranking nach Woche 5: Platz 7

Sollte die Ellbogenverletzung aus dem Seahawks-Spiel das Saison-Aus für Jayden Daniels bedeuten, wäre es das maximal frustrierende Ende einer frustrierenden Saison. Eine potenziell gravierende Verletzung spät im Spiel bei 7:35-Rückstand in Seattle. Viel unnötiger geht es kaum.

Es ist so oder so eine stark von Verletzungen geprägte zweite Saison für Daniels. Dadurch konnte er auch nie an seine herausragende Rookie-Saison anknüpfen. Washington als Team hat sich zudem mit einer viel zu kurzfristig gedachten Win-Now-Schnellschuss-Strategie in eine schwierige Situation gebracht. Daniels ist der eine Baustein in dem Ganzen, bei dem ich rein sportlich betrachtet keine Bedenken für 2026 habe.

Und sicher, dafür muss er fit bleiben. Fragezeichen hinsichtlich seiner Statur, und ob er in der NFL damit standhalten kann, begleiteten ihn vor dem Draft. Diese Fragezeichen werden nach seiner zweiten Saison nicht kleiner werden, und das ist nachvollziehbar.

Sportlich war dieses Jahr in einigen Spielen auffällig, dass Defenses einen besseren Zugriff auf die Scrambles der Commanders insgesamt hatten. Und das hat auch Daniels limitiert, aber ich wäre hier vorsichtig, zu große Schlussfolgerungen zu ziehen. Einfach weil wir nicht wissen, wie fit er ab Woche 3 an irgendeinem Punkt war.

Und selbst als Passer war Daniels dieses Jahr immer noch gut, mit einzelnen Highlight-Spielen insgesamt. Die Partie gegen die Chargers ist mir hier besonders deutlich in Erinnerung geblieben, als er eine Hälfte etwa brauchte, dann aber dieses Spiel an sich riss.

Ich hoffe, dass er fit zurück kommt und dass die Commanders dann einen langfristigeren Plan haben, um etwas um ihn herum aufzubauen. Denn Daniels kann nach wie vor ein Franchise Quarterback sein.

8. Drake Maye, New England Patriots

Ranking nach Woche 5: Platz 9

"Ich verstehe jeden, der hier sagt, dass er mehr von Maye sehen will, ehe er ihn so hoch einsortiert. Das ist ein fairer Punkt, gleichzeitig bin ich von dem, was er bisher inklusive seiner Rookie-Saison gezeigt hat, so überzeugt, dass ich hier kein Problem damit habe, eventuell etwas vor dem Trend zu sein. Auch auf die Gefahr hin, dass dieser Take in zwei Monaten nach einer vorschnellen Analyse aussehen könnte."

Das war mein finaler Absatz zu Drake Maye vor vier Wochen. Und ich kann den exakt gleichen Punkt hier wiederholen, denn: Nachdem ich Maye im ersten In-Season-Ranking dieser Saison zwar kräftig nach oben geschoben, aber noch innerhalb des gleichen Tiers geblieben bin, schafft er hier den Sprung in Tier 2.

Ich halte das, was wir von ihm bisher in dieser Saison sehen, für außergewöhnlich. Maye ist nicht nur der beste Downfield-Passer, herausragend gegen den Blitz und unheimlich konstant als Ballverteiler. Er kreiert auch Plays, seine Accuracy ist viel sicherer geworden und man sieht, wie das Spiel im zweiten Jahr für ihn langsamer geworden ist.

Sein Processing innerhalb eines Plays ist eindrucksvoll sicher und konstant. Und diese Kombination, diese Mischung aus vielem konstanten Quarterback-Play, kombiniert mit den physischen Tools und dem permanenten Big-Play-Potenzial, etabliert Maye mehr und mehr fix in der Top 10. Und das Ende der Fahnenstange ist hier noch nicht erreicht.

7. Jordan Love, Green Bay Packers

Ranking nach Woche 5: Platz 8

Loves Saison fliegt fast ein wenig unter dem Radar. Weil er weniger dieser absoluten Highlight-Plays hatte, die seine zweite Saisonhälfte vor zwei Jahren etwa noch geprägt haben. Wenn er Pressure navigiert und noch mit einem Rusher direkt vor der Nase den Ball vom Backfoot 30 Yards das Feld runter feuert.

Mit weniger Highlights kommt weniger "einfache" Aufmerksamkeit - und ich habe den Eindruck, dass man diesen Effekt in der allgemeinen Wahrnehmung bei Love dieses Jahr besonders stark spürt.

Denn dabei geht fast ein wenig unter, wie gut er Down für Down inzwischen ist. Wie sicher er die Offense bewegt, wie verlässlich er durch seine Reads geht, wie rund das ganze Dropback Passing Game bei den Packers mittlerweile läuft. Und das ohne Jayden Reed und Christian Watson über den absoluten Großteil der bisherigen Saison.

Dabei ist das in gewisser Weise die Entwicklung, die wir von einem Quarterback über die ersten drei, vier Jahre als Starter sehen wollen. Das ist das, was ich mir etwa von Jaxson Dart im nächsten Schritt erhoffe: Wenn ein Quarterback früh zeigt, dass er alle physischen Tools hat, dann die Entwicklung dahin zu schaffen, dass er ein sicherer, konstanter Pocket Passer wird. Damit die Highlight-Würfe mehr auch wirkliche Highlights "on top" sind, und nicht Kernelement seines Spiels.

Love ist auf diesem Weg. Auch wenn das Spiel gegen die Panthers, nach dem Auftritt gegen die Browns vor einigen Wochen, die Souveränität noch vermissen ließ, die man in diesen Spielen von einem Top-Level-Quarterback sehen will.

Immerhin: Er kreiert mehr als Runner. Love hat eine reelle Chance, seine bisherige Scramble-Bestmarke (200 Yards in der Regular Season 2023) zu übertreffen. Ein kleiner, aber wichtiger Aspekt als Notlösung, welcher der Offense letztes Jahr fehlte.

6. Dak Prescott, Dallas Cowboys

Ranking nach Woche 5: Platz 6

Es ist nicht schwierig, einen Case dafür zu entwerfen, dass Prescott ein Top-3-Pocket-Passer dieser Saison ist. Umso mehr, wenn man die Umstände berücksichtigt: Eine Defense, die regelmäßig über 30 Punkte zulässt und positive Game Scripts kaum einmal erlaubt. Eine Offensive Line, die mit Verletzungen und Leistungsschwankungen zu kämpfen hatte. Zusätzlich dazu, dass CeeDee Lamb mehrere Wochen verpasst hat.

Diese Umstände tragen dazu bei, dass Prescott nicht nur viel leisten muss, um die Cowboys insgesamt überhaupt kompetitiv zu halten. Sondern dass er das auch mit einer gewissen Aggressivität machen muss.

Prescott verteilt den Ball gut Underneath, aber er ist besonders stark, vor allem in den tieferen Bereichen des Feldes. George Pickens zu verpflichten hat hier viel für ihn und die Offense gemacht, aber diese Big Plays aus klaren Dropback-Situationen legt Prescott mit einer Zuverlässigkeit auf, die kaum ein anderer Quarterback an den Tag legt.

Die Spiele, in denen er nicht sein bestes Spiel abrufen kann - wie etwa gegen Denver vor zwei Wochen oder auch gegen Arizona am Montag - bleiben dann umso stärker hängen. Weil es keinen anderen Teil des Teams gibt, der dann in die Bresche springen und das auffangen könnte. Das aber ist gleichzeitig ein Argument dafür, wie hoch man seine Leistungen in den anderen Spielen hängen muss.

5. Matt Stafford, Los Angeles Rams

Ranking nach Woche 5: Platz 5

Auch nach neun Wochen gibt es keine Anzeichen dahingehend, dass Staffords Rücken irgendwelche Probleme machen könnte. Und solange das der Fall ist, gibt es kaum einen Quarterback, der in dieser Saison mehr Spaß macht.

Staffords Aggressivität als Passer scheint dieses Jahr nochmal auf einem anderen Level zu sein. Das gilt für Downfield-Shots, aber auch generell für Pässe in enge Fenster. Stafford attackiert die Mitte des Feldes auch dieses Jahr wieder sehr gut.

Er spielt unheimlich vertikal und erlaubt es den Rams, einerseits in einer Play-Action-lastigen Welt zu leben, während er gleichzeitig in Dropback-Situationen gleichermaßen das ganze Feld attackiert. Das ist ein Luxus, der Quarterbacks in Tier 2 befördert.

Stafford ist limitierter als die Top-4 wenn es um Mobilität und generell das Kreieren unter Druck geht. Aber bei Letzterem spielt er dieses Jahr auch besser als noch in der vergangenen Saison, wo das regelmäßiger ein ernsthaftes Problem darstellte.

Elite-Tier: Diese Quarterbacks tragen ihre Offense

4. Justin Herbert, Los Angeles Chargers

Ranking nach Woche 5: Platz 2

Herbert hatte ein paar schwierige Spiele über die letzten Wochen, wirklich negativ sind mir aber nur die Auftritte gegen die Giants und die Commanders in Erinnerung geblieben. Und das Spiel gegen New York würde ich sogar noch halbwegs ausklammern: Ein Spiel, in dem er bei fast der Hälfte seiner Pässe unter Druck stand und in dem seine Receiver vier Drops verzeichneten.

Der Auftritt gegen die Vikings in der Vorwoche unterstrich, zu was Herbert nach wie vor jederzeit in der Lage ist. Wie gut er Defenses lesen und wie präzise er sie sezieren kann.

Der auch verletzungsbedingte Mangel an Protection hat die Big Plays in dieser Saison schwieriger gemacht. Umso positiver fällt Herberts, sagen wir "dosierte Aggressivität" auf. Er ist mehr gewillt, schwierige Würfe zu attackieren, und er ist gewillt, Plays als Scrambler zu machen.

Das unterstreicht den positiven Trend, den er letztes Jahr schon gezeigt hat, und den man vermutlich unter dem "Harbaugh-Effekt" verbuchen kann. Die Kombination sichert ihm seinen Platz in der Elite-Gruppe, und gibt ihm die Chance, auch weiter die Top-3-Phalanx anzugreifen.

3. Lamar Jackson, Baltimore Ravens

Ranking nach Woche 5: Platz 3

Nach überstandener Oberschenkelverletzung ist Lamar Jackson zurück, und sein Spiel gegen die Dolphins war ein gutes Comeback. Noch nicht "perfekt" - als Runner war er noch eher passiv, was im ersten Spiel zurück nach der Verletzung nicht überraschend kam -, aber gerade als Passer fand er noch im Laufe der ersten Hälfte seinen Rhythmus und war dann schnell auf Betriebstemperatur.

Das war eine gute Erinnerung an das, was Jackson seit nunmehr über zwei Jahren ist: Ein Quarterback, der einen Matchup-Alptraum für Defenses darstellt.

Jackson ist seit mehreren Jahren unheimlich präzise und effizient als Passer. Sehr gut jeweils über die Mitte des Feldes, in der Red Zone, in klaren Dropback-Situationen und in reinen Dropbacks.

Gegen Druck ist er nicht nur mobil, sondern nach wie vor denkt und spielt er hier Pass-First. Sprich: Er nutzt seine Agilität, um Pressure in der Pocket zu navigieren, während er die Play-Struktur intakt hält.

Selbst als reiner Passer wäre Jackson für mich ein Top-8-Quarterback. In Kombination mit dem, was er als Runner der Offense gibt, wie identitätsstiftend er hier ist und mit dem Wissen im Hinterkopf, dass wir den besten Rushing-Quarterback seiner Generation - und vielleicht aller Zeiten - sehen, ist Platz 3 weiterhin der Floor für Lamar Jackson.

2. Josh Allen, Buffalo Bills

Ranking nach Woche 5: Platz 1

Gegen die Chiefs zeigten Allen und die Bills-Offense die ideale Version ihrer selbst. Mit einem starken Run Game, einem Quarterback, der den Ball sicher verteilt, und der, wenn nötig, einzelne Big Plays entweder treffen, oder auch mal selbst kreieren kann. Die Offense war unheimlich effizient und während Allen immer noch derjenige ist, der das alles umsetzt, muss er die Offense nicht primär tragen.

Das ist ein Stück weit auch die Analyse seiner bisherigen Saison. Allen ist bislang selten als der Superstar-Quarterback gefordert, der er sein kann. Seine Leistungen sind in der Folge Woche für Woche sehr konstant, aber bisher in dieser Saison zumindest selten so absolut spektakulär, wie das bei manchen anderen Quarterbacks der Fall ist.

Der Comeback-Sieg gegen die Ravens ist in dieser Hinsicht vermutlich sein stärkstes Beispiel. Ansonsten sind es mehr effiziente Auftritte mit einzelnen Highlights. Mal durch die Luft, mal am Boden.

Aber: Das ist genau das, was meine Herangehensweise an Quarterback-Rankings besser navigieren soll, als ein Quarterback-Ranking, das kurzfristig auf die letzten Wochen schaut. Allen spielt bislang eine gute, wenn auch nicht herausragende Saison. Aber die Konstanz in Kombination mit dem, was er abrufen kann wenn nötig und dem Ceiling, das außer Frage steht, hält ihn fest in der Top-2.

1. Patrick Mahomes, Kansas City Chiefs

Ranking nach Woche 5: Platz 4

Die ersten Wochen dieser Saison erinnerten an die schlechten Phasen der letzten beiden Jahre. Als Mahomes der Line und teilweise auch den Pass-Catchern nicht vertraute, Plays frühzeitig aufgab und insgesamt einfach unrund spielte.

Das Spiel gegen die Bills am Sonntag ging ein wenig in diese Richtung. Aber nur was das unrunde Gefühl der Offense anging - nicht bezüglich Mahomes individuell. Buffalo machte viel Druck und spielte dahinter fantastische Coverage, was die Chiefs nie in einen Rhythmus kommen ließ. Der Unterschied in Mahomes' Spiel war, verglichen mit den einzelnen Durchhängen über die letzten beiden Jahre, dass er sehr viel mehr kreierte.

Seine Plays spät im Down und außerhalb der Struktur waren überhaupt das, was die Chiefs-Offense teilweise im Spiel hielt. Er versuchte on-time zu spielen, und als das nicht ging, kreierte er individuell. Das ist anders als das, was Mahomes in den letzten beiden Regular Seasons mitunter gezeigt hatte.

In den Wochen vor dem Bills-Spiel hatten wir zudem wieder eine ganz andere Version von Patrick Mahomes gesehen. Seit nunmehr über einem Monat spielt er wieder viel disziplinierter in der Pocket und innerhalb der Struktur. Er liest das Spiel wahnsinnig schnell und konstant.

Zusätzlich dazu kreiert er eben wieder viel mehr. Als Scrambler - das war auch früh in dieser Saison schon der Fall - aber auch mit den Big Plays als Passer nach drei, vier Sekunden im Down. Dieses Element hat letztes Jahr spürbar gefehlt.

Jetzt kombiniert er diese beiden Dinge wieder, und das macht ihn zum gefährlichsten Quarterback in der NFL. Der eine Kritikpunkt: Die Downfield-Pässe sind nach wie vor merkwürdig ungenau. Wenn er das auch noch repariert bekommt, wird es mit Blick auf die Playoffs schwer, diese Offense zu stoppen.