Quarterback Ranking zum Saisonstart
Fünftes Tier: Quarterbacks, die bald (wieder) Backups sind
32. Spencer Rattler, New Orleans Saints
In seinen sechs Starts letztes Jahr muss man Rattler zumindest zugute halten, dass er eines war: unterhaltsam. Rattler war von Anfang an gewillt, enge Fenster zu attackieren, riskante Bälle zu werfen und der Offense so zumindest eine Chance auf Big Plays zu geben.
Es war allerdings auch die eine Qualität, die wirklich positiv erwähnenswert ist. Denn Rattler suchte diese Plays mitunter viel zu aggressiv, was nicht nur zu vielen Turnover-Bällen führte, sondern auch zu einer hohen Pressure-to-Sack-Rate und insgesamt einem Stil, welcher der Offense wenig Floor gab. Vereinfacht gesagt: Wenn das Big Play nicht kam, hat die Offense den Ball nicht durch die Luft bewegt.
Rattler hat es in dieser Offseason geschafft, Tyler Shough hinter sich zu lassen und sich den Platz als Starter zu verdienen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass Rattler ein Fünftrunden-Pick des vergangenen Regimes war, während Shough ein Zweitrunden-Pick des neuen Head Coaches im diesjährigen Draft war.
Inwieweit Rattler Fortschritte gemacht hat, das werden die kommenden Wochen zeigen. Bleiben die aus, dürfte Shough ihn eher früher als später ablösen.
31. Joe Flacco, Cleveland Browns
Joe Flacco blickt zum Start der 2025er Saison auf weit über 7.000 Dropbacks in der NFL zurück. Letztes Jahr sprang er als Starter in Indianapolis ein, nachdem er 2023 bereits in Cleveland nochmals einige unterhaltsame Spiele hatte und mit den Browns sogar in die Playoffs kam.
Doch selbst in jener 2023er Saison lebte sein Spiel von den einzelnen Highlights, der Toughness und den riskanten Würfen, die Flacco an dem Punkt seiner Karriere einer Offense in erster Linie geben kann.
Flacco gibt einem die Chance auf eine funktionale Offense, wenn die Umstände sehr gut sind. Doch Inkonstanz prägte sein Spiel auch letztes Jahr in Indianapolis und vor zwei Jahren bei den Browns, und die Umstände sind jetzt schlechter. Außerdem geht mit seinem Spielstil auch eine erhöhte Turnover-Gefahr einher.
Mit Flacco starten die Browns den Quarterback, der ihnen in den ersten Wochen der Saison die höchste Risk-Reward-Upside und somit die Chance auf 300-Yard-3-Touchdown-Spiele gibt. Die Chance, dass diese Offense Richtung 30 Punkte kommt, ist mit Flacco am höchsten. Das allerdings sagt mehr über den Quarterback Room in Cleveland aus, als das es ein Statement über Flaccos Qualitäten wäre.
30. Daniel Jones, Indianapolis Colts
Die große Frage in Indianapolis lautet: Welche Version von Daniel Jones bekommen die Colts?
Ich würde argumentieren, dass es drei verschiedene Versionen des gleichen Spielers in den vergangenen sechs Jahren gab: Der aggressive Downfield-Passer, der er zu Beginn seiner Karriere war. Der effiziente Game Manager insbesondere 2022, in Jones’ bester Saison. Und: Der sehr vorsichtige und limitierte Quarterback über die letzten beiden Jahre.
Jones hatte mehrere Nacken- und Bandscheibenprobleme über die Jahre: Eine Verletzung 2021, eine OP im Winter 2022, erneute Probleme mit dem Nacken 2023. Das ist wichtiger Kontext, gerade wenn ein Quarterback konservativer und limitierter auftritt. Als Passer, aber auch gerade als Runner: Jones hatte 2022 in der Regular Season 703 Rushing-Yards bei 5,8 Yards pro Run. 2023 und 2024 kam er zusammengenommen auf 471 Rushing-Yards.
Hier wird es spannend sein, zu sehen, wie die Colts die Offense um ihn herum aufziehen wollen. Ist es eine Art "Anthony-Richardson-Light"-Offense? Hat Jones so etwas körperlich noch im Tank?
Meine Vermutung ist eher, dass es ähnlich aussehen wird, wie letztes Jahr bei den Giants. Mit dem Quarterback Run Game als spürbarer Komponente, wenngleich ohne den Impact, den man hier von Jones vermutlich bräuchte. Und sehr viel einigermaßen konstantes Ballverteilen Underneath. Das kann der Offense einen gewissen Floor geben, mehr aber auch nicht.
Viertes Tier: Junge Hoffnungsträger und angehende Bridge-Quarterbacks
29. Cam Ward, Tennessee Titans
Eine der größten Hürden für Ward in seiner ersten NFL-Saison wird darin liegen, herauszufinden, womit er auf dem nächsten Level davonkommt - und womit nicht. Ward ist ein Playmaker, der Risiken sucht und bereit ist, schwierige Fenster zu attackieren.
Das war im College ein maßgeblicher Teil seines Spiels, erfahrungsgemäß aber müssen sich hier Quarterbacks in der NFL umstellen. Umso mehr, wenn sie gute, aber vielleicht keine Elite-Tools haben.
Ich bin sehr gespannt auf Ward. Ein Nummer-1-Overall-Pick, der so wenig Hype bekommt und der bei einem Team spielt, an das niemand große Erwartungen hat. Dessen Head Coach vielleicht eher früher als später angezählt sein könnte.
Aber auch bei einem Team, das in dieser Offseason einiges investiert hat, um dem jungen Quarterback vernünftige Umstände zu präsentieren. Wenn Ward einen guten Mittelweg findet, gehe ich davon aus, dass seine Highlights kommen werden. Und damit auch die Aufmerksamkeit. Und sein Quick Game kann den Titans einen Passing-Floor geben.
28. J.J. McCarthy, Minnesota Vikings
Ähnlich wie Cam Ward ist McCarthy hier nahezu eine komplette Projection und könnte genauso gut außer Konkurrenz laufen.
Ich mochte McCarthy als College-Prospect und denke, er kann über Zeit das werden, was ich einen "Game Manager Plus" nenne: Ein Quarterback, der die Offense gut umsetzt und ihr zusätzlich etwas geben kann. Als Scrambler, mit einer höheren Dosis Aggressivität - Brock Purdy ist ein sehr gutes Beispiel dafür.
McCarthy wird zeigen müssen, dass er sich in seinem ersten Jahr als Starter schnell an NFL-Tempo und NFL-Komplexität akklimatisieren kann. Er wird zeigen müssen, dass er als Passer mehr Touch und mehr Varianz in seine Würfe legen kann.
All das sind Dinge, auf die ich bei ihm im ersten Jahr achten werde. Gleichzeitig ist es fair, dass McCarthy angesichts der Umstände in Minnesota direkt eine größere Erwartungshaltung begleitet.
27. Justin Fields, New York Jets
Ich bin bei den Jets auf die offensive Struktur gespannt. Denn vor dem Hintergrund, dass sich das neue Regime gezielt für Justin Fields als Übergangslösung entschieden hat - und dafür auch nicht wenig Geld bezahlt - gehe ich davon aus, dass es eine sehr QB-Run-lastige Offense wird.
Das wäre nur logisch und es ist auch schon der direkte Übergang zur Analyse. Denn bei Fields würde es mich sehr überraschen, wenn wir noch eine andere Version von ihm bekommen würden.
Er hatte in Pittsburgh letztes Jahr einige Spiele als Starter, in denen er sehr konservativ spielte, was vermutlich von den Steelers genau so gewollt war und was halbwegs funktionierte. Vor dem Benching zugunsten des dann wieder fitten Russell Wilson rettete das Fields auch nicht.
Die beste Version von Fields sollte nach wie vor die sein, in der er als Runner im Fokus der Offense steht, und das mit Big Plays im Passing Game kombiniert. Das kann nach wie vor für Highlights sorgen und der Offense ein gewisses Ceiling geben. Aber eine Offense mit Justin Fields ist eine Boom-or-Bust-Offense, und das wird vermutlich als Starter nicht mehr nachhaltig funktionieren.
26. Michael Penix, Atlanta Falcons
Mit insgesamt 114 Dropbacks in der vergangenen Saison und den drei einzigen Starts gegen die Giants, Commanders und Panthers - drei schwache Pass-Defenses - ist die bisherige Sample Size für Penix nicht nur klein; sie ist auch mit äußerster Vorsicht zu betrachten.
Damit fließt bei Penix, ob bewusst oder unbewusst, sicher noch etwas mehr der College-Analyse mit rein. Er hat einen guten Arm, er will aus der Pocket spielen, er ist ein Downfield-Passer. All das war auch letztes Jahr in der kleinen Sample Size zu sehen.
Kann er mehr Touch entwickeln? Bringt er etwas mehr Mobilität in sein Spiel? Können die Falcons ihre Offense jetzt noch mehr auf ihn zuschneiden?
Andernfalls wäre sein Profil als Quarterback sehr eindimensional, und es ist nicht leicht, auf diese Art und Weise zu gewinnen. Meine optimistische Prognose für Penix in seiner ersten vollen Saison als Starter ist eine Art Jared-Goff-Light, was auch innerhalb des Schemes Sinn ergeben würde. Dann wäre er zum Ende des Jahres auch ein gutes Stück höher.
25. Russell Wilson, New York Giants
Wilsons elf Spiele für die Steelers letztes Jahr waren ein fantastischer Mikrokosmos von dem, was Wilson als Quarterback irgendwie immer war - und was er jetzt noch ausgeprägter ist.
In nur elf Spielen hatte er mehr Deep Passing Yards als unter anderem C.J. Stroud, Jayden Daniels, Jared Goff, Baker Mayfield und Kyler Murray in 17 Spielen. Es waren auch mehr als Jalen Hurts in 15 und Patrick Mahomes in 16 Spielen hatten.
Underneath war er gleichzeitig sehr inkonstant, sodass die gesamte Offense einen wahnsinnig ausgeprägten Boom-or-Bust-Charakter hatte. Wilson ist jetzt 36 Jahre alt, wir wissen, was wir von ihm erwarten können.
Und vielleicht gelingt es den Giants, mit zwei hervorragenden Underneath-Targets in Malik Nabers und Wan’Dale Robinson mehr Down-für-Down-Konstanz aus dem Passing Game mit Wilson heraus zu kitzeln. In erster Linie aber ist Wilson ein Deep-Ball-Passer, mit dem eine Offense ein sehr klares Ceiling in puncto konstanter Production hat.
24. Aaron Rodgers, Pittsburgh Steelers
Ich habe ehrlich Zweifel daran, dass man mit Rodgers noch eine mehr als funktionale Offense aufziehen kann. Rodgers belegte letztes Jahr unter Starting-Quarterbacks Platz 24 in Success Rate, hinter unter anderem Jameis Winston, Gardner Minshew und Daniel Jones. Und dann hat Rodgers nicht die Shot Plays, um das auszugleichen. Ganz im Gegenteil.
Sein Spiel letztes Jahr war eher davon geprägt, wie schnell Rodgers den Ball loswerden wollte. Nur drei Quarterbacks warfen den Ball im Schnitt noch schneller als Rodgers, gleichzeitig belegte Rodgers bei Pässen in unter 2,5 Sekunden Platz 29 in Completion Rate, Platz 23 in Yards pro Pass und nur C.J. Stroud hatte eine schlechtere Pressure-to-Sack-Rate.
Sprich: Wenn Rodgers an diesem Punkt seiner Karriere sehr viel konservativer spielt, gleichzeitig aber kein Quarterback ist, der das ganze Feld aus der Pocket attackieren will, ist der Spielraum für ihn und für die Offense insgesamt wahnsinnig klein.
Ich denke, dass Rodgers immer noch als Quick Game Passer der Offense einen gewissen Rhythmus geben kann. Was offensiv in Pittsburgh aber dieses Jahr möglich ist, hängt eher davon ab, was die Steelers aus ihrem Run Game herausholen, und wie sich die junge Offensive Line entwickelt. Bei Rodgers sind Floor und Ceiling an diesem Punkt seiner Karriere sehr nah beieinander.
Drittes Tier: Kompetente Starter, die mit Hilfe glänzen können
23. Caleb Williams, Chicago Bears
Nach einer - insbesondere gemessen an dem immensen Draft-Hype - enttäuschenden Rookie-Saison könnte man Williams auch in das vierte Tier packen. Weil er so up-and-down war und erst noch zeigen muss, wie sehr er wirklich in kompetenten Umständen glänzen kann.
Ich bin hier aus zwei Gründen auf der optimistischen Seite. Da wäre all das, was wir über die Situation in Chicago in der vergangenen Saison wissen. Eine ganz offensichtlich dysfunktionale Ausgangslage für einen jungen Quarterback, der nicht nur kein vernünftiges Coaching erhalten hat, sondern auch im Spiel sichtbar eben nicht die Antworten von der Sideline bekommen hat, die andere Rookie-Quarterbacks erhalten haben.
Und dann ist da das, was vereinzelt aufblitzte. Wenn Williams gewillt war, mehr selbst zu kreieren. Wenn er als Pocket-Passer in manchen Matchups den Ball effizient verteilen konnte. Denn Letzteres hat er häufig versucht, und das sollte sich gut auf Ben Johnsons Offense übertragen lassen.
Wenn Williams mit hoher Geschwindigkeit den Ball aus der Pocket verteilen kann - nochmal: das hat er letztes Jahr phasenweise versucht -, prognostiziere ich der Offense einen gänzlich anderen Floor. Und dann wird es interessant sein, zu sehen, was Johnson mit einem Quarterback mit mehr Playmaker-Qualitäten machen kann.
Das ist die positive Auslegung. Williams muss erst zeigen, dass er das verlässlich kann. Dass er die Stabilität auf diesem Level mitbringt. Dass er die richtige Mischung aus In-Structure und Playmaking findet. Gelingt ihm das, wird er dieses Jahr in die Top 20 klettern. Gelingt ihm das nicht, wartet Tier 4.
22. Bryce Young, Carolina Panthers
Mit die spannendste Quarterback-Personalie vor der neuen Saison. Als die Panthers Young nach Woche 2 der vergangenen Saison zum Backup degradierten, schien zumindest seine Starter-Karriere vorbei zu sein. Nach einer desolaten Rookie-Saison und einem ähnlich üblen Start in die neue Spielzeit bevorzugte der neue Coaching Staff Andy Dalton. Es ist selten, dass ein junger Quarterback davon nochmal zurückkommt. Insbesondere beim gleichen Team.
Young gelang das, und er spielte nicht nur, er spielte sogar eine sehr gute zweite Saisonhälfte. Jetzt lautet die große Frage: Was kann man davon für 2025 mitnehmen? Und hier gibt es Argumente in beide Richtungen.
Young profitierte von einigen schwächeren Defenses, Spiele gegen die Saints, Giants, Cardinals und Falcons halfen bei der erhöhten Production. Er konnte daraus aber auch Kapital schlagen, was zuvor nicht der Fall war. Die Big Plays waren das, was in der zweiten Saisonhälfte besonders auffiel, und während es schwierig ist, die eins-zu-eins auf die kommende Saison zu übertragen, war es gleichzeitig trotzdem positiv zu sehen, dass er seine im College so präsenten Playmaking-Qualitäten schließlich auch auf die NFL übertragen konnte.
Was bedeutet das jetzt für 2025? Ich will den nächsten Schritt sehen. Ich will sehen, ob er nicht nur ein Highlight-, sondern auch ein konstanter Pocket Passer sein kann. Ob er 2024 als Basis nutzen kann, um sich weiterzuentwickeln. Dann kann Young in die Top 15 klettern; dafür braucht es aber mehr als ein halbes Dutzend guter Spiele.
21. Sam Darnold, Seattle Seahawks
Wie viel 2024er Sam Darnold ist der neue Standard, den wir jetzt von ihm erwarten können? Darnolds Aggressivität wurde unter Kevin O’Connell in Minnesota in idealem Maße herausgekitzelt, seine 1.192 Deep Passing Yards in der Regular Season waren über 200 Yards mehr als Justin Herbert auf dem zweiten Platz hatte. Zehn von Darnolds 35 Touchdowns kamen bei Shot Plays.
In Minnesotas Offense und mit Justin Jefferson und Jordan Addison an seiner Seite hatte er sehr gute Voraussetzungen dafür. Doch insbesondere in seinem Pocket-Management überraschte Darnold letztes Jahr. Das war zuvor in seiner Karriere über Jahre eine klare Schwachstelle in seinem Spiel.
Auf der anderen Seite war es eben auch nur eine Saison mit sehr guter Production, und das in sehr guten Umständen in Minnesota. Kann er daran in Seattle anknüpfen? Oder wird eine schwächere Line mit einem schwächeren Receiving Corps und einem - mutmaßlich - weniger vielschichtigen Scheme wieder mehr den "alten" Sam Darnold zum Vorschein bringen?
An der Beantwortung dieser Frage hängt auch viel, was die generelle Prognose der Seahawks-Saison angeht. Darnold wird höchstwahrscheinlich nicht das gleiche Level an Downfield-Production haben, und der Boom-or-Bust-Part, den sein Spiel auch letztes Jahr definitiv hatte, kann von Jahr zu Jahr stark in die eine oder andere Richtung ausschlagen.
Letztlich ist Darnold das, was auch der Vertrag ausdrückt, den die Seahawks ihm gegeben haben: Ein Prove-It-Spieler. Wenn er in Seattle auch in schlechteren Umständen produktiv sein kann, ist er mindestens eine gute Übergangslösung für die Seahawks. Aber es ist fair, das erst von ihm sehen zu wollen.
20. Bo Nix, Denver Broncos
Nix’ Rookie-Saison hatte eine klare Aufwärtstendenz. Nach einem schwachen ersten Saisonviertel sah man, wie er sich in der Offense zunehmend wohl fühlte. Mit dem Scrambling und einem konstanten Maß an Aggressivität als Passer wurde Nix ein positiver Faktor, und nicht mehr nur ein Beifahrer in der Offense.
Kann er einen nächsten Schritt machen? Wie könnte der aussehen? Wir betreten dabei mit Nix in gewisser Weise unbekanntes Territorium, denn "mehr" als das war er selbst in seiner produktiven letzten College-Saison nicht.
Vielleicht ist es der mentale Aspekt des Spiels. Hier hatte er auch über die ganze Saison noch Wackler, wo er mitunter sehr schnell den Checkdown wählte - oder die Beine in die Hand nahm. Das wird sich ändern müssen, damit die Offense den nächsten Schritt machen kann.
Ich bin bei Nix an diesem Punkt definitiv höher, als ich es vor dem Draft war. Damit die Broncos den nächsten Schritt machen können und auch der Titelanwärter werden, der in diesem Kader zunehmend stecken könnte, wird es von Nix einen weiteren Sprung brauchen, bei dem ich abermals skeptisch bin, dass er ihn in diesem Ausmaß in sich hat.
19. Tua Tagovailoa, Miami Dolphins
Eines der Paradebeispiele für dieses Tier. Miamis Offense ist extrem eng mit Tua verknüpft, nicht weil der Hawaiianer ein so herausragender Quarterback ist, sondern weil er ein sehr spezifisches Skillset hat. Tagovailoas ganzer Bewegungsablauf ist schnell und präzise. Er ist gut darin, mit Timing und gutem Ball Placement die "richtigen" Bereiche des Feldes zu attackieren.
Er ist gleichzeitig aber auch stark davon abhängig, dass die offenen Räume für ihn kreiert werden. Dass er sehr schnell und on-time spielen kann. Tua ist kein Quarterback, der viel kreiert, der viel außerhalb der Play-Struktur macht. In einer engen Pocket sieht man Limitationen in seinem Arm, die auch darüber hinaus immer wieder auffallen.
Das setzt auch in Summe einen Deckel auf sein individuelles Potenzial. Und wir haben sehr produktive Dolphins-Offenses in den letzten Jahren gesehen, doch die Realität dabei war stets: Später in der Saison, wenn gegnerische Defenses Miamis Plan A entschlüsselt haben, gelang es Tua nicht, zu einem Plan B beizutragen, beziehungsweise, Lösungen zu finden.
All das zusammengefasst macht 2025 zu einer richtungsweisenden Saison. Das gilt für alle Entscheidungsträger in Miami, Tua aber eingeschlossen. Davon ausgehend, dass Miami vermutlich ähnliche Probleme plagen werden, wie schon in den letzten Jahren, werden sie mehr Impact von ihrem Quarterback brauchen. Andernfalls könnte auch seine Zeit in Miami ihrem Ende entgegen gehen.
18. Drake Maye, New England Patriots
Für Maye geht es in Jahr 2 darum, in signifikant besseren Umständen seinem ganzen Spiel mehr Konstanz zu verleihen. Das gilt für seine Accuray, die noch immer, genau wie im College, Aussetzer hat. Es gilt auch mitunter für sein Decision Making, wobei er hier angesichts der Umstände letztes Jahr auch mit begrenztem Handlungsspielraum agieren musste.
Umso auffälliger war, was er kreieren konnte, um trotz der schwachen Line und der wohl schlechtesten Playmaker-Gruppe in der NFL die Nummer-19-Offense nach Success Rate aufs Feld zu bringen. Quasi gleichauf mit den Broncos und knapp vor den Chargers.
Aggressive Pässe mit seinem sehr guten Arm waren ein Punkt, insbesondere das Scrambling aber ist dabei ein klarer Faktor. Maye beendete die Saison auf Platz vier in Expected Points Added pro Scramble. Die Aussagen aus New England in dieser Offseason legen nahe, dass er zusätzlich auch ins designte Run Game mehr eingebunden werden soll; seine Athletik gibt das definitiv her.
Als Passer komme ich immer wieder auf das Thema Konstanz zurück. Wenn seine Reads sicherer werden und die Offense ihm den Checkdown auch verlässlicher anbietet, wenn er mehr Rhythmus in sein Spiel als Passer bringt, wird die gesamte offensive Schlagzahl besser sein. Und beim Ceiling bin ich bei Maye schon jetzt vergleichsweise hoch.
17. Trevor Lawrence, Jacksonville Jaguars
Nach einer enttäuschenden Saison von Lawrence und der gesamten Jaguars-Offense ist 2025 ein wegweisendes Jahr. Wenn Lawrence der Top-12-Quarterback sein kann, den ich noch nicht abgeschrieben habe, sollten wir das dieses Jahr sehen. Mit einem deutlichen Play-Caller-Upgrade in Person von Liam Coen, einer zumindest leicht verbesserten Offensive Line, und Travis Hunter als Nummer-2-Receiver neben Brian Thomas.
All das sollte nicht zuletzt zu sehr viel mehr "einfacher" Production führen. Wenn Lawrence konstant den Ball verteilen kann. Das war nicht immer seine Stärke bislang. In den wenigen Preseason Snaps schien er schneller und präziser zu spielen, das ist etwas, das man unbedingt in der Regular Season von ihm sehen muss.
Ich halte nach wie vor viel von seinem Pocket-Management. Lawrence war selbst letztes Jahr ein guter Downfield-Passer, und das Armtalent steht ohnehin außer Frage.
Jacksonvilles Offense ist in ihrer Zusammenstellung längst noch nicht fertig, doch ich erwarte von Lawrence einen merklichen Sprung. Sowohl in der Production, als auch was das von ihm produzierte Tape angeht. Bleibt der 2025 aus, würde ich auf 2026 mit erheblich mehr Skepsis blicken.
16. Baker Mayfield, Tampa Bay Buccaneers
Yards, Yards pro Pass, Touchdowns, Completion Percentage, Passer Rating - in so ziemlich jeder Stat kommt Baker Mayfield aus der bis dato besten Saison seiner Karriere. Nachdem er bereits 2023 unter Dave Canales erstmals in seiner Karriere über 4.000 Yards und über 27 Touchdowns hatte verzeichnen können, legte er unter Liam Coen in der vergangenen Spielzeit überall nochmal eine kräftige Schippe obendrauf.
Das führt auch direkt zur zentralen Frage mit Mayfield: Letztes Jahr hat sehr vieles nahezu ideal geklappt. Das Run Game war exzellent, die Line steigerte sich deutlich, Tampa Bay war unheimlich produktiv mit seinem Screen und dem Quick Game, und Coen gelang es fast noch mehr als Canales im Jahr davor, Mayfield schnell spielen zu lassen.
Dann bekommt man die beste Version des einstigen Nummer-1-Overall-Picks. Insbesondere dann, wenn er dabei seine Aggressivität richtig dosiert und das Scrambling als zusätzliche Waffe eingebaut. Beides war letztes Jahr zu sehen.
Die Bucs haben noch immer ein starkes Waffenarsenal, auch wenn Chris Godwin vorerst noch fehlt. Doch in der Line fällt Tristan Wirfs erst einmal aus, und Mayfield geht ein weiteres Mal mit einem neuen Play-Caller in die Saison. Meist sind das die Voraussetzungen, in denen ein Quarterback aus diesem Tier nicht nur mit Blick auf die Stats einen merklichen Rückschritt hat.
15. Jared Goff, Detroit Lions
Die Lions hatten letztes Jahr eine Top-3-Offense, als Goff irgendwo zwischen der acht- und der zwölftbeste Quarterback in der NFL war. Und das bringt seine Karriere bis an diesen Punkt auch sehr gut auf den Punkt: Goff war immer außerhalb der ersten beiden Tiers; gleichzeitig ist er so konstant innerhalb eines funktionierenden Schemes, und ist so gut darin, den Ball auf alle Ebenen der Defense zu verteilen, die Mitte des Feldes zu attackieren und eine Offense umzusetzen, dass er längst nicht das erste Mal der Quarterback einer Top-5-Offense war.
In diesem Kontext bin ich sehr gespannt auf die kommende Saison. Wenn die Offense ohne Ben Johnson und mit einer neuen Interior Offensive Line einen strukturellen Rückschritt erlebt - was kann Goff dann rausholen? Ist er jetzt an einem Punkt in seiner Karriere, an dem er rein mental bedingt größere Verantwortung übernehmen kann? Die Offense sogar mehr tragen kann, als wir das bisher von ihm gesehen haben?
Goff ist nach wie vor ein sehr guter Pocket Passer. Mit bald 31 Jahren ist er in der zweiten Karriere-Hälfte angekommen, sehen wir jetzt in seinem Spiel als Quarterback insgesamt noch einen Sprung? Das wäre ein enormes Pfund für die Lions, die Hilfe brauchen werden, um ihre enorme Offense-Schlagzahl aus dem Vorjahr wieder zu erreichen.
14. C.J. Stroud, Houston Texans
Abgesehen von der Qualität der Playmaker - die allerdings verletzungsbedingt auch kaum alle gemeinsam auf dem Platz standen - musste Stroud in seinem zweiten Jahr in einer dysfunktionalen Offense spielen. In einer Offense, deren Line sichtbar schlecht gecoacht war, die das Run Game als ihre Basis nie entfalten konnte und dann kaum Antworten im Dropback Passing Game präsentierte.
Das sorgte für viel Druck: Stroud stand bei knapp 38 Prozent seiner Dropbacks unter Druck, und obwohl er auf Platz elf in Dropbacks unter 2,5 Sekunden rangierte, kassierten nur drei Quarterbacks mehr Pressure bei Plays in unter 2,5 Sekunden. Insbesondere die Big Plays im Passing Game waren es, die Houston noch halbwegs über Wasser hielten.
Stroud dabei komplett aus der Schusslinie zu nehmen, ist allerdings auch nicht der richtige Weg. Er kassierte zwar viele Quick Pressures - seine Pressure-to-Sack-Rate in unter 2,5 Sekunden war allerdings auch die höchste in der NFL. Er hatte einige echte Durchhänger-Spiele, in denen er insgesamt als Passer kräftig ins Schwimmen geriet, ehe er sich im letzten Saisondrittel wieder fing. Stroud ist ein Playmaker was das Passing Game angeht und seine Aggressivität hat sich aus der Rookie-Saison übertragen; aber er ist kein Quarterback, dessen Mobilität ein solcher Trumpf wäre, dass man damit verlässlich Protection-Probleme oder Probleme im Run Game kaschieren könnte.
Mein Pre-Draft-Vergleich für Stroud war "Jared Goff 2.0". Als Rookie war er das sofort, wenn nicht gar mehr. Letztes Jahr allerdings hat er einige Schwachstellen in seinem Spiel offenbart, die wir so eben auch von Goff kennen. Wenngleich ich Stroud attestieren würde, dass er in diesem Vergleich noch weitestgehend viel aus dem Passing Game rausgeholt hat. Mit neuem Play-Caller und neuem Line-Coach ist jetzt die Hoffnung, dass er in diesen Umständen dann die Offense auch wieder in puncto Gesamt-Produktivität aus dem Liga-Keller führt.
13. Brock Purdy, San Francisco 49ers
Purdys zweite volle Saison als Starter war ungleich schwieriger als sein erstes Jahr 2023. Doch auch mit prominenten Ausfällen hatte er alles in allem eine produktive Saison und zeigte, dass seine Aggressivität und seine Playmaker-Tendenzen die Offense mit über Wasser halten können, wenn Scheme und Playmaker nur in Teilen so greifen, wie es 2023 zu bewundern war.
San Francisco sollte hier in dieser Saison wieder stärker auftreten. Zumindest, solange Christian McCaffrey fit und die Offensive Line intakt ist. Das bringt mit Blick auf Purdy vor allem ein Thema in den Vordergrund: Kann er im nächsten Entwicklungsschritt seine Konstanz nochmal merklich hoch schrauben?
Purdy war auch letztes Jahr in Ordnung als Ballverteiler, aber gerade Underneath hatte er immer wieder Aussetzer und auch seine Accuracy war - teilweise, aber nicht nur dem aggressiveren Spielstil geschuldet - inkonstanter.
Purdy hat das Zeug, um der spannendste Shanahan-Quarterback der letzten zehn Jahre zu werden. Selbst wenn er als Passer vielleicht nie das Prime-Matt-Ryan-Niveau erreicht, hat er eine Aggressivität und eine Playmaker-Mentalität - inklusive dem Scrambling! -, die der Offense eine zusätzliche Ebene verleihen können.
Ich gehe davon aus, dass wir diese Qualitäten in dieser Saison wieder besser im Rahmen der Offense sehen, als das letztes Jahr der Fall war.
12. Kyler Murray, Arizona Cardinals
Murray hat die Mittel, um sich dieses Jahr wieder im zweiten Tier zu etablieren. Dann nämlich, wenn das Rushing wieder ein größerer Teil seines Spiels wird. Murray hatte letztes Jahr 78 Runs - ganze elf mehr als Daniel Jones in zehn Spielen hatte. Es waren neun mehr als Justin Herbert in der Regular Season hatte.
Der Großteil davon waren Scrambles, Arizona muss Murray als Runner wieder stärker in die Offense einbauen. Das nämlich kann der Floor sein, den er der Offense wieder gibt, und nach allem, was man aus Arizona hört, ist genau das der Plan für die neue Saison. Einzig Drake Maye hatte mehr Yards pro Run als Murray letztes Jahr, Murray war einer von nur zwei Quarterbacks mit unter 80 Runs und mehr als 18 Runs über mindestens zehn Yards. Nur Lamar Jackson, Anthony Richardson und Jayden Daniels hatten unter Quarterbacks mehr Runs über mindestens 15 Yards.
Als Passer war Murray gut letztes Jahr, nicht mehr und nicht weniger, mit einigen Ausreißern nach oben und nach unten. Reine Dropback-Situationen waren weder seine Stärke, noch die Stärke der Offense. Das muss 2025 ebenfalls besser werden, damit Murray wieder Richtung Top 10 klettern kann.
Er ist sehr viel konstanter Underneath geworden, mit mehr Quarterback-Run-Game sollten auch anderen Bereiche des Feldes wieder angreifbarer werden. Dann muss Murray im zweiten vollen Jahr in der neuen Offense und mit genügend Playmakern um sich herum zeigen, dass er die Offense nochmals auf ein neues Level heben kann.
11. Jalen Hurts, Philadelphia Eagles
Vielleicht kann man bei Hurts an diesem Punkt seiner Karriere sehr klar definieren, was er ist - und was er nicht ist.
Die Eagles hatten als Team letztes Jahr eine Dropback Success Rate von 48,5 Prozent, Platz 14 ligaweit. Mit der besten Offensive Line, einem Top-3-Receiver-Duo und generell einem der besten Waffenarsenale ligaweit. Kein Quarterback hielt den Ball im Schnitt so lange wie Hurts (3,21 Sekunden!) und Hurts war der einzige Quarterback ligaweit mit einer durchschnittlichen Target-Tiefe über acht Yards und gleichzeitig einer Drop Rate unter vier Prozent.
Ich halte es für fair, festzuhalten, dass Hurts in einer der Quarterback-freundlichsten Situationen in der NFL spielt. Das ist ein essenzieller Teil der Analyse. Hurts kann schwache Spiele abliefern und sein Team gewinnt dennoch halbwegs überzeugend. Ein unschätzbarer Luxus.
Doch Hurts hat immer wieder gezeigt, dass er in den entscheidenden Spielen zur Stelle ist. Seine Qualitäten als Runner sind nicht so dynamisch wie die anderer Quarterbacks, aber sie sind effizient, und Philadelphia baut sie ideal in seine Offense ein. Das gilt auch für seine besten Pässe, die vertikalen Shots.
Hurts ist ein sehr spezifischer Quarterback, der in einer sehr spezifischen, hochkarätig besetzten Offense spielt, die seine Stärken bestmöglich zur Geltung bringt, und seine Schwächen bestmöglich versteckt. Er ist für mich fest in dem Oberen-Mittelfeld-Tier verankert.
Zweites Tier: Diese Quarterbacks kreieren selbst einen Floor und kaschieren Schwachstellen
10. Jordan Love, Green Bay Packers
Einer der aggressivsten Passer in der NFL. Love warf in der vergangenen Regular Season über 16 Prozent seiner Pässe tief, in totalen Zahlen belegte er Platz 3 in Deep Passing Yards. Und er ist dabei einer der besten Quarterbacks wenn es darum geht, Pressure zu managen (Platz 2 in Pressure-to-Sack-Rate).
Love hat letztes Jahr nicht den Sprung gemacht, den auch ich mir nach seiner ersten Saison erhofft hatte. Gleichzeitig muss man hier Verletzungen mit einkalkulieren: Eine Knieverletzung in Woche 1 von der er sehr schnell zurückkam, eine Leistenverletzung in Woche 8 und eine Ellbogenverletzung zum Ende der Regular Season.
Das torpedierte seine Konstanz, die ohnehin schon vielleicht die größte Schwachstelle in seinem Spiel ist. Love ist kein per se inkonstanter Quarterback, es sind eher auffällige Accuracy-Aussetzer, die sein Spiel noch zu sehr prägen.
Ich würde gerne sehen, dass er Scrambles noch mehr in sein Spiel einbaut. Dass er seine Konstanz als Passer weiter stabilisiert. Das würde seine exzellenten Qualitäten - der Arm, der Umgang mit Pressure, die Aggressivität, die Fähigkeit und die Bereitschaft, das ganze Feld zu attackieren - noch stärker in den Vordergrund rücken. Und dann könnte er auch innerhalb der Top 10 noch weiter klettern, so wie es sich in der zweiten Saisonhälfte 2023 anzudeuten schien.
9. Geno Smith, Las Vegas Raiders
Zu viel wurde letztes Jahr über die negativen Statistiken in Geno Smiths Saison - die 15 Interceptions allen voran - gesprochen. Und zu wenig darüber, wie er über die Maßen aggressiv spielen musste, um die Offense am Laufen zu halten.
In einem Scheme, das kein funktionelles Run Game hatte, das kaum Play Action nutzte, das den Quarterback konstant in klar definierte Passing Downs warf. Und das hinter einer der schlechtesten Offensive Lines in der NFL. Nur Jalen Hurts stand prozentual mehr unter Druck, Hurts hielt den Ball im Schnitt aber auch länger, als jeder andere Starting-Quarterback. Smith belegte hier Platz 14, und unter allen Quarterbacks mit mindestens 150 Dropbacks unter Druck gingen laut PFF die prozentual drittwenigsten Pressures auf das Konto von Smith selbst.
Smith hat letztes Jahr Quarterback auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad gespielt, und Seattle dabei immer noch auf Platz 15 in Dropback Success Rate geführt. Vor Teams wie Green Bay oder Denver. Das Armtalent steht außer Frage, genau wie die Toughness und die Übersicht in der Pocket sowie die Fähigkeit, zu kreieren. Und während die Aggressivität fraglos besser dosiert werden kann, wissen wir, dass Smith eine Offense selbständig tragen kann.
Es wird spannend sein, zu sehen, wie sich das in Las Vegas in einer potenziellen Run-First-Offense verändert. In der aktuellen Quarterback-Landschaft gehört Smith für mich definitiv in die Top 10.
8. Dak Prescott, Dallas Cowboys
Ein Riss im Oberschenkelmuskel beendete Prescotts Vorsaison frühzeitig, insgesamt warf er letztes Jahr nur 286 Pässe. Es war insgesamt kein gutes Jahr auch bis zur Verletzung, Prescott gehört für mich trotzdem weiterhin zu den besten Pocket Passern in der NFL - und ich gehe davon aus, dass wir das in dieser Saison auch wieder sehen werden.
Er ist ein sehr guter Ballverteiler, ein Quarterback, der mit Antizipation und Spielintelligenz gewinnt. Der akkurat ist und der eine sehr gute Dosis Aggressivität in sein Passing Game einbaut.
Prescott hat nicht die Elite-Tools anderer Top-10-Quarterbacks, und er ist nicht der Faktor für das Run Game, der Jalen Hurts beispielsweise ist. Prescott ist der ideale Floor-Raiser als Quarterback, der gezeigt hat, dass er eine Offense maßgeblich mit tragen kann. Das sollte er in der kommenden Saison bestätigen können. Und angesichts der Gesamtsituation in Dallas würde es mich nicht wundern, wenn Prescott die Saison als Passing-Leader beenden würde.
7. Matt Stafford, Los Angeles Rams
Sicher eine der schwierigsten Evaluationen vor der neuen Saison. Mit seinen nunmehr 37 Jahren und mehreren Rückenverletzungen in der Vergangenheit hatte Stafford die gesamte Saisonvorbereitung über mit Rückenproblemen zu kämpfen und konnte kaum trainieren.
Kann er noch der robuste Pocket-Passer sein, der mit einem Elite-Arm das ganze Feld attackiert? Sehen wir einen Rückgang seiner Armqualität, weil der Rücken mehr schlicht nicht zulässt? Und falls ja: Wie viele Prozentpunkte kostet das sein Spiel insgesamt?
Schon letztes Jahr war zu beobachten, dass Stafford mehr Probleme mit Pressure hatte als in vergangenen Jahren. Dass er als Passer nicht die gewohnte Konstanz hatte.
Das macht die Prognose wackelig, und es ist gut möglich, dass Stafford im ersten In-Season-Update dieses Rankings aus der Top 10 rausfällt. Nämlich falls klar wird, dass er nicht mehr verlässlich der Elite-Pocket-Passer sein kann.
Für den Moment will ich das aber zuerst sehen. Stafford ist einer der spektakulärsten Pocket Passer der letzten zehn Jahre, und die Rams haben um ihn herum aufgerüstet. Ich will sehen, was er mit Davante Adams und Puka Nacua ausrichten kann.
Gleichzeitig würde es mich mitnichten überraschen, wenn das Staffords letzte Saison wäre.
6. Jayden Daniels, Washington Commanders
Eine der spannendsten Quarterback-Personalien dieser Saison. Denn wir haben in den vergangenen Jahren Quarterbacks gesehen, die ein unheimlich vielversprechendes erstes Jahr hatten - und daran dann nicht anknüpfen konnten.
Das führt unweigerlich zu der Frage, welche Faktoren sich aus einem guten Rookie-Jahr mitnehmen lassen, um nachhaltigen Erfolg zu prognostizieren. Ich bin bei Daniels so hoch, weil ich denke, dass er maßgeblich für den Erfolg seines Rookie-Jahres selbst verantwortlich war. Und nicht die Umstände um ihn herum, oder eine "zufällig" gute Situation, die sich so nicht wiederholen lässt.
Daniels etablierte sich gleich in seiner ersten Saison als einer er dynamischsten, gefährlichsten Runner auf der Quarterback-Position. 75 Scrambles in der Regular Season, das waren 25 mehr als der Zweitplatzierte. Die Commanders nutzten das, um ihrer Offense einen Floor zu geben, indem Daniels’ Beine fester Teil des Passing Games wurden, während er zusätzlich Pressure-Situationen immer wieder selbst lösen konnte.
Das katapultiert ihn für mich so weit nach oben. Wir haben gesehen, wie Daniels selbst der Offense den Floor gegeben hat, und man kann kaum genug betonen, wie selten das für einen Rookie-Quarterback ist. Einerseits gelang ihm das als Runner, aber auch sein Quick Game war unheimlich präzise, unheimlich fortgeschritten, und allein die Kombination aus diesen beiden Dingen - QB Run Game und Quick Passing Game - wird den Floor für Washingtons Offense hochhalten.
Da sprechen wir noch gar nicht darüber, dass Daniels die Big Plays natürlich auch hatte. Sieben Downfield-Touchdowns waren Platz 8 unter Quarterbacks in der Regular Season, seine 28 Runs über mindestens zehn Yards wurden unter Quarterbacks nur von Lamar Jackson übertroffen.
Ich bin sehr gespannt darauf, wie Defenses sich anpassen werden, und inwiefern er selbst weitere Antworten finden muss - und kann. Gelingt das, steht der Sprung ins Elite-Tier bald bevor.
Elite-Tier: Diese Quarterbacks tragen ihre Offense
5. Justin Herbert, Los Angeles Chargers
Nach einem überraschend schwachen ersten Saisonviertel letztes Jahr - in dem Herbert allerdings merklich nicht auf 100 Prozent gespielt hat - war er wieder der gewohnte Elite-Quarterback: Ab Woche 6 belegte Herbert unter Quarterbacks Platz 8 in Expected Points Added pro Play - vor Burrow und Mahomes.
Sein Stil ist dabei gar nicht so unähnlich wie der von Burrow. Herbert ist ebenfalls ein herausragend schneller Processor mit exzellentem Pocket-Verhalten, der den Ball mit extrem hoher Passing-Volume zuverlässig verteilt. Letztes Jahr kam zudem ein Rushing-Faktor mit dazu, was seinem Spiel eine zusätzliche Dimension gab. Seine 306 Rushhing-Yards in der Regular Season waren ein persönlicher Karriere-Bestwert.
Das geht indirekt aber auch über in die Kritik bei Herbert. Der 27-Jährige hat physisch ohne Frage bessere Tools als etwa Joe Burrow. Was den Arm angeht, muss sich Herbert auch vor Mahomes und Allen nicht verstecken. Mehr Risikobereitschaft und mehr Playmaking-Wille könnte sein Spiel nochmal auf ein neues Level heben.
Das könnte auch dazu beitragen, dass Herbert verlässlicher eine Top-8-Offense anführen kann. Denn dieser Aspekt fehlt seinem Spiel noch. Und in Teilen lässt sich das mit den Umständen rechtfertigen, dennoch ist es ein gerechtfertigter Kritikpunkt, dass ein Elite-Quarterback auch in schwierigen Umständen seine Offense verlässlicher Richtung Top 10 pushen muss.
4. Joe Burrow, Cincinnati Bengals
Ohne Frage einer der absoluten Elite-Pocket-Passer in der NFL. Burrows Superpower ist seine Qualität, eine extrem hohe Volume als Passer zu schultern, und dabei mit sehr hoher Konstanz den Ball zu verteilen. Das fungiert als Motor der Offense, es entlastet die Offensive Line durch den hohen Anteil an Quick Game und es ersetzt in Teilen sogar das Run Game.
Und Burrow ist hier über die Jahre zunehmend effizienter geworden. In der Art, wie er den Ball verteilt und wie präzise er dabei agiert, aber auch was das Managen der Pocket angeht. Letztes Jahr packte er hier merklich noch eine Schippe drauf.
Burrow hat nicht die herausragenden physischen Tools, die die drei Quarterbacks vor ihm haben. Das kann ihn dahingehend limitieren, wie vielseitig er die Offense tragen kann, wenn die Umstände schwieriger werden. Er ist nicht der Faktor als Runner, der Josh Allen und Lamar Jackson sind, in der Hinsicht gibt er der Offense keine zusätzliche Dimension.
Aber rein als Pocket Passer kann man von Burrow kaum mehr verlangen. Seine 652 Pässe in der Regular Season waren über 50 mehr, als der Zweitplatzierte. Die Offense lebt davon, dass Burrow Woche für Woche im reinen Dropback Passing Game besteht, und Woche für Woche 40 Dropbacks meistern kann. Das für sich lässt sich so über kaum einen anderen Quarterback sagen.
3. Patrick Mahomes, Kansas City Chiefs
Ich verstehe jeden, der an dieser Stelle sagt: "Bis es Josh Allen und Lamar Jackson schaffen, Mahomes in den Playoffs zu schlagen, können sie nicht über ihm stehen."
Das ist nachvollziehbar im Gesamtkontext dessen, worum es in einer NFL-Saison geht. Dennoch ist es kein schlüssiges Argument, wenn es gilt, die Gesamt-Qualität einzuschätzen. Playoff-Erfolge sind insbesondere auf der Quarterback-Position wichtig, gleichzeitig ist in dieser kleinen Sample Size auch vieles außerhalb der Kontrolle des Quarterbacks. Der Drop von Mark Andrews letztes Jahr, Allens - und Buffalos - 13-Sekunden-Trauma gegen die Chiefs, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Ich gebe hier weniger Allen und Jackson ein Downgrade, als vielmehr Mahomes einen Boost. In den entscheidenden Playoff-Momenten immer da zu sein, ist eine Qualität, die berücksichtigt werden muss. Es sollte aber auch nicht das Ranking maßgeblich prägen, eine ähnliche Konversation kann man bei Jalen Hurts führen.
Vielmehr die Tatsache, dass Mahomes eine Offense mit mehreren klar sichtbaren Schwachstellen schon vor den Playoffs über Wasser hielt, war Mahomes’ größte Leistung letztes Jahr. Kansas City belegte nach Expected Points Added pro Play Platz 9, nach Success Rate Platz 8 und das lag maßgeblich an der hohen Konstanz, mit der Mahomes den Ball geduldig bewegen konnte. Was die Konstanz als Passer angeht, hat Mahomes nach wie vor einen starken Case für den ersten Platz. Es sind die Big Plays und das Plus-Level-Kreieren, das zuletzt etwas zu kurz kamen.
In der Regular Season kam Mahomes dafür in der allgemeinen Wahrnehmung fast ein wenig zu schlecht weg. Bis er dann in den Playoffs mit seinem nächsten Postseason-Run den Narrativen insbesondere im Quarterback-Vergleich innerhalb der AFC wieder eine 180-Grad-Drehung verpasste.
Ich bin sehr darauf gespannt, was wir von der Chiefs-Offense bekommen, wenn sie ihre Receiver-PS wieder gesund und auf dem Platz hat, und vielleicht sogar die Left-Tackle-Problematik gelöst wurde. Eine merklich explosivere Saison von Mahomes und dem Passing Game wäre in keinster Weise überraschend.
2. Josh Allen, Buffalo Bills
Jackson und Allen über Mahomes ist sicher nicht ohne Kontroverse. Doch ähnlich wie Jackson - dazu gleich mehr - hat auch Allen über die letzten Jahre gezeigt, dass er offensive Production auf einem unheimlich hohen Level selbst kreieren kann, während er gleichzeitig seine Konstanz als Passer zunehmend auf höchstem Level stabilisiert hat.
Jener letzte Faktor war das, was Allen früh in seiner Karriere stets gefehlt hat, um sich weiter oben in der Quarterback-Hierarchie einzusortieren. Damals war er ein wilder Spieler auf einer Position, die mehr kalkulierten Wahnsinn als kompletten Wahnsinn braucht.
Doch die Art und Weise, wie sich die Bills-Offense über die Jahre verändert hat, steht sinnbildlich dafür, wie auch Allen sich verändert hat. Mehr Stabilität, mehr Down-für-Down-Konstanz. Durch das Run Game, aber auch durch das Underneath Passing Game. Und in beidem ist Allen ein essenzieller Faktor: Als Ballverteiler, und als Runner. Seine 102 Runs in der Regular Season waren Platz 4 unter Quarterbacks, einzig Jalen Hurts hatte mehr Rushing-Touchdowns (14) als Allen (12). Die Bills nutzen das als Teil des designten Run Games, aber sie wollen dieses Chaos auch in ihrer Offense haben: Mit 382 Scramble-Yards rangierte Allen auf dem dritten Platz.
Allen wird vermutlich nie ganz der absolute High-End-konstante Passer sein, der Mahomes beispielsweise ist. Aber er hat sich genug angenähert, während er gleichzeitig nach wie vor einer der besten Big-Play-Passer ligaweit sowie einer der gefährlichsten Runner auf der Position ist.
1. Lamar Jackson, Baltimore Ravens
Es gibt andere Quarterbacks, die als Runner ebenfalls eine Gefahr darstellen. Josh Allen, Jalen Hurts, Kyler Murray, um nur ein paar zu nennen. Aber einzig Jayden Daniels kreiert mit seiner Athletik und dem, was er als Runner im designten Run Game und als Scrambler machen kann, einen vergleichbaren Floor.
Hier ist Jackson nicht nur in seiner individuellen Production herausragend; noch nie hatte er in einer Regular Season, in die er als Starter gegangen ist, unter 750 Rushing-Yards. Und er ist eine Anomalie was Big Plays am Boden auf der Position angeht: Jackson hatte letztes Jahr zwölf Runs über mindestens 15 Yards. Kein anderer Quarterback hatte mehr als vier. Er öffnet zusätzlich Räume für das Run Game - und auch für das Passing Game, eben weil Defenses die Gefahr, die er als Scrambler und auch spät im Play als Passer mit sich bringt, respektieren müssen.
Das hat fraglos auch seiner Entwicklung als Passer geholfen. Aber weil das eine Qualität von Lamar Jackson selbst und nicht in erster Linie Produkt des Schemes oder der Umstände ist, verdient er dafür ebenfalls Credit.
Und dann kommen wir erst zu besagter Entwicklung als Passer. 41 Touchdowns bei nur vier Interceptions in der vergangenen Regular Season, eine historische Saison, selbst wenn man die 900 (!) Rushing-Yards ausklammert! Jackson hat sich in einen der konstantesten Passer im Quick Game und über die Mitte des Feldes entwickelt, was ihn im Gesamtpaket zu dem Quarterback macht, der aktuell am schwersten zu verteidigen ist.
Er muss all das auch mit einem tiefen Playoff-Run bestätigen, um auch in der allgemeinen Wahrnehmung aus dem Schatten von Mahomes raus zu treten. Qualitativ auf die ganze Saison betrachtet ist ihm das über die letzten beiden Jahre schon gelungen.