Fehlercode: %{errorCode}

Rodgers letzter Pass? Steelers vor einer Offseason voller Fragen

kicker

Das letzte Spiel der Wild Card Round brachte keine Spannung, sondern Klarheit. Die Houston Texans dominierten die Pittsburgh Steelers mit 30:6 im Acrisure Stadium und beendeten eine Saison, die in Pittsburgh zwar "dem Standard" entsprach - aber erneut nicht darüber hinausging. Während Houston in der Divisional Round bei den New England Patriots antritt, beginnt für die Steelers eine Offseason voller unbequemer Fragen.

Ein Spiel als Sinnbild der Saison

Dass die Steelers überhaupt in den Playoffs standen, war Teil der bekannten Tomlin-Logik: kein Losing Record, Divisionstitel in einer schwachen AFC North, Teilnahme am Turnier. Dass sie dort keine Rolle spielten, ebenso. Die Texans sorgten früh für klare Verhältnisse, sackten Rodgers viermal, forcierten Turnover und machten das Spiel im vierten Viertel mit zwei defensiven Touchdowns endgültig zum Blowout. Der womöglich symbolträchtigste Moment: Rodgers’ Pick-Six, 50 Yards von Safety Calen Bullock zurückgetragen. Es könnte der letzte Pass seiner NFL-Karriere gewesen sein.

Mit der Niederlage endete zudem eine bemerkenswerte Serie: Pittsburgh verlor erstmals ein Heimspiel bei "Monday Night Football" unter Tomlin - nach zuvor 23 Siegen in Folge. Gleichzeitig erreichte die Playoff-Negativserie der Steelers sieben Niederlagen nacheinander.

"Fire Tomlin!"

Während auf dem Feld längst alles entschieden war, verlagerte sich der Fokus auf die Ränge. "Fire Tomlin!"-Rufe hallten durch das Acrisure Stadium, viele Fans verließen ihre Plätze noch vor dem Abpfiff. Für Mike Tomlin war es die siebte Playoff-Niederlage in Serie; der letzte Postseason-Sieg liegt inzwischen ein Jahrzehnt zurück.

Der Vorwurf lautet dabei weniger Scheitern als Stillstand. Pittsburgh investiert in die teuerste Defense der Liga - doch weder Zahlen noch Tape rechtfertigten diesen Anspruch. Selbst als Houston mehrfach den Ball verlor, blieben Antworten aus. C.J. Stroud und die Texans boten Gelegenheiten an, die die Steelers nicht annahmen.

Linebacker T.J. Watt sprach nach dem Spiel offen von "extrem frustrierenden" Momenten. Auf die Frage, was sich ändern müsse, um in den Playoffs wieder erfolgreich zu sein, blieb er ungewöhnlich ehrlich: Er habe darauf seit langer Zeit keine Antwort und sei wohl auch nicht der Richtige, um sie zu liefern.

Tomlin selbst verzichtete auf Beschwichtigungen. Nach dem Spiel fand er klare Worte an die Adresse der Fans: "Wenn man es nicht erledigt bekommt, sind Worte billig. In unserem Geschäft wird zu viel geredet. Entweder du lieferst - oder du lieferst nicht."

Rodgers verteidigt Tomlin und greift die Debatte an

Nach dem Spiel stellte sich Rodgers demonstrativ vor seinen Head Coach und nutzte die Niederlage für eine grundsätzliche Einordnung. "Diese Liga hat sich in meinen 21 Jahren stark verändert", sagte der 42-Jährige. "Als ich in die NFL kam, hätte es keine Diskussion darüber gegeben, ob Trainer wie Mike Tomlin auf dem Hot Seat sitzen."

Rodgers kritisierte dabei offen den öffentlichen Druck und die Dynamik moderner NFL-Debatten. "Die Glaubwürdigkeit, die Twitter-Experten und TV-Experten bekommen, ist für mich ein absoluter Witz", sagte er. Dass Trainer wie Tomlin oder auch Matt LaFleur überhaupt infrage gestellt würden, sei weniger sportlich begründet als Ausdruck eines veränderten Umfelds. "Mike T. hat in den letzten 19, 20 Jahren mehr Erfolg gehabt als fast jeder andere Coach in dieser Liga", so Rodgers weiter. "Wenn man den richtigen Mann und die richtige Kultur hat, denkt man nicht über Veränderungen nach. Aber der Druck von außen beeinflusst Entscheidungen - so würde ich es nicht machen."

Rodgers’ Zukunft offen

Auf dem Feld blieb Rodgers’ Einfluss begrenzt. Zwar zeigte der 42-Jährige weiterhin seine Armstärke und einzelne Flash-Plays, doch das auf ihn zugeschnittene System brachte keinen nachhaltigen Ertrag. Das Front Office hatte mit DK Metcalf, Adam Thielen und Marquez Valdes-Scantling gezielt nachgerüstet, Offensive Coordinator Arthur Smith bewegte früh die Pocket - ohne dass sich daraus Rhythmus oder Kontrolle entwickelten. Als das Spiel endgültig kippte, übernahm Mason Rudolph die letzten Snaps.

Rodgers’ Playoff-Bilanz steht damit bei 11-11. Dass Pittsburgh grundsätzlich offen für eine Fortsetzung wäre, gilt als wahrscheinlich. Ob der Quarterback dieses Kapitel jedoch weiterschreibt, ließ er bewusst offen. Er werde "keine emotionalen Entscheidungen treffen", sagte Rodgers, wolle Abstand gewinnen und "die richtigen Gespräche führen". Sein Vertrag lief über ein Jahr - wie es weitergeht, bleibt eine der zentralen Fragen dieser Offseason.

Houstons Statement und der Blick nach vorn

Für Houston war es mehr als ein Sieg. DeMeco Ryans’ Defense setzte ein Ausrufezeichen, bestätigte ihren Ruf als physische, opportunistische Einheit - und schickte ein klares Signal Richtung Foxborough. Die Texans sind kein Aufbauprojekt mehr, sondern ein ernstzunehmender Divisional-Round-Gast.

In Pittsburgh dagegen beginnt die Selbstprüfung. Tomlins Geduld brachte Rodgers, unter der Annahme, man sei nur "kompetenten Quarterback Play" von der Contender-Rolle entfernt. Diese Rechnung ging nicht auf. Der "Standard" wurde erreicht - wieder einmal. Die nächste Stufe blieb außer Reichweite.

Ob Jahr 20 unter Tomlin neue Antworten bringt oder nur alte Muster bestätigt, ist offen. Sicher ist nur: Dieses Spiel gegen Houston hat die Debatte nicht beendet, sondern neu entfacht.

NFL Divisional Round: Alle Duelle und Termine im Überblick NFL Wild Card Round: Der große Überblick NFL Playoffs: Spielplan, Ergebnisse, TV & Modus NFL Draft Order 2026: Die aktuelle Top-10-Reihenfolge im Überblick Schlagzeilen aus der NFL