Für Nick Bosa, den Defensive Player of the Year von 2022, ist die Regular Season frühzeitig beendet.
Zugleich bedeutet der erlittene Kreuzbandriss, der eine Operation nach sich ziehen wird, für das gesamte Team der San Francisco 49ers, die am Sonntag mit dem knappen wie späten 16:15 über die Arizona Cardinals auf 3-0 gestellt haben, einen heftigen Rückschlag. Ein Rückschlag, der auch die Playoff- und Titelambitionen der Niners massiv belastet.
Bitterer Moment gegen die Cardinals
Die Verletzung passierte im ersten Viertel des Duells mit den Cards. Nach einem Doppelblock rutschte Bosa unglücklich weg, blieb am Boden liegen und musste gestützt vom Feld gebracht werden. Dabei signalisierte der teuer bezahlte Mann bereits in Richtung einiger Fans, dass es nicht gut um ihn bestellt sei. Am Montag nun bestätigten die Untersuchungen die Diagnose: vollständiger Riss des vorderen Kreuzbandes.
Die Stimmung im Team war diesbezüglich bereits nach der Partie gedrückt. "Jedes Mal, wenn man so einen Spieler wie Nick verliert und er nicht zurückkommt … das ist ein echter Stimmungskiller", so Left Tackle Trent Williams. Linebacker Fred Warner versuchte, den Blick direkt nach vorn zu richten: "Mit Verletzungen umzugehen, ist für uns nichts Neues - das Motto 'Der nächste Mann ist dran' gehört zur Realität."
Sportlicher Nackenschlag
Der im NFL Draft 2019 als Second Overall Pick gezogene Bosa war in der bisherigen Saison einer der dominierenden Akteure der 49ers-Defense - und schon in den letzten Jahren abgesehen von bereits einer schweren Verletzung ein fester Anker im Team von Head Coach Kyle Shanahan. Damals 2020 hatte er sich im linken Knie das Kreuzbandriss beim Spiel gegen die New York Jets (Week 2) zugezogen. In der Highschool war 2014 zudem schon sein rechtes Kreuzband in Mitleidenschaft gezogen worden.
Mit seiner Explosivität im Pass Rush und seiner Präsenz an der Line gilt Bosa als Herzstück der Defensive in San Fran. Sein Ausfall stellt das Trainerteam nun vor die Herausforderung, die entstandene Lücke mit Rotationen und jungen Spielern zu kompensieren. Ein bekanntes Problem seit Jahren bei diesem leidgeplagten Franchise, allein diese Saison sind bereits Spieler wie Quarterback Brock Purdy oder George Kittle in der Offense zu ersetzen gewesen. Immer wieder muss also angepasst werden.