Hunter, Second Overall Pick im diesjährigen Draft und amtierender Heisman-Trophy-Gewinner, soll heute vor allem in der Offense Akzente setzen. Gleichzeitig behält sich das Team vor, ihn flexibel auch in der Secondary einzusetzen. Head Coach Liam Coen betonte, man werde von Woche zu Woche neu entscheiden, wie Hunter eingesetzt werde - mit dem Ziel, als Gegner unberechenbar zu bleiben.
Coen fordert Flexibilität
"Wir werden das herausfinden müssen. Wir alle müssen flexibel sein", erklärte Coen am Freitag gegenüber der Presse. "Wir werden in den nächsten 24 Stunden einen Plan entwickeln, was genau die Zahlen oder die Einsatzbereiche auf beiden Seiten des Balls angeht."
Die Coaches wollen Hunter nicht überlasten, sondern je nach Spielverlauf dosiert einsetzen. So sagte Coen gegenüber ESPN: "Das ist etwas, dessen wir uns bewusst sein müssen und worauf wir als Trainer achten müssen, um sicherzustellen, dass wir, wenn er ein wenig orientierungslos ist oder bei einigen Dingen nicht weiß, was er tun soll, ihm vielleicht für einen Moment eine Pause gönnen."
Hintergrund: Der Rookie verpasste Teile des Trainingscamps wegen einer Oberkörperverletzung, präsentierte sich zuletzt aber wieder in starker Form.
Historische Dimension
Sollte Hunter dauerhaft auf beiden Seiten des Balls spielen, wäre das eine Rarität in der NFL. Seit 1980 haben nur drei Spieler in einem Spiel gleichzeitig als Wide Receiver und Cornerback gestartet: Deion Sanders, Champ Bailey und Antonio Cromartie. Sanders war Hunters College Coach in Colorado - und gilt ebenso wie Bailey als Hall of Famer.
In den 15 vollständigen Trainingseinheiten während des Camps kam Hunter laut ESPN auf 364 Snaps: 188 in der Offense, 176 in der Defense - nahezu ein 50:50-Split. Für Week 1 wird er nun offiziell als Starting-Receiver und Backup-Cornerback geführt.
Mit Travis Hunter haben die Jaguars ein echtes Ass im Ärmel. Sein Einsatz als Starting Wide Receiver und situativer Cornerback macht das Team unberechenbar - und könnte die NFL an seltene Zeiten erinnern, in denen Stars wie Deion Sanders auf beiden Seiten des Balls glänzten.