Die Lions dominierten beim Sieg in Baltimore vor allem mit Läufen durch die Mitte. Immer wieder fanden David Montgomery und Jahmyr Gibbs Lücken direkt zwischen den großen Linemen, also dort, wo es normalerweise am härtesten zur Sache geht. Insgesamt erlief Detroit auf diesem Weg 207 Yards und drei Touchdowns - so viele wie kein anderes Team seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen von ESPN im Jahr 2006.
Montgomery sammelte allein 151 Yards und zwei Touchdowns durch die Mitte. Nach einer unscheinbaren ersten Hälfte explodierte das Laufspiel nach der Pause, fast zehn Yards pro Lauf im Schnitt unterstrichen die Überlegenheit.
Gibbs und Montgomery schreiben Geschichte - Goff glänzt
Beide Running Backs erzielten je zwei Touchdowns und schrieben damit Franchise-Geschichte. Erstmals seit 1936 gelang es zwei Lions-Ballträgern, in derselben Partie mehrfach in die Endzone zu laufen. Insgesamt war es bereits das elfte Spiel, in dem Gibbs und Montgomery jeweils einen Touchdown markierten, ein Bestwert für ein Running-Back-Duo in der NFL.
Quarterback Jared Goff profitierte währenddessen von seiner dominanten O-Line und stand selten unter Bedrängnis. Unter Druck gelangen ihm nur 11 Yards, doch ohne Druck spielte er nahezu fehlerfrei: 18 von 21 Pässen kamen für 191 Yards an, wobei auch ein Touchdown heraussprang. Vor allem gegen Man Coverage präsentierte er sich stark.
Mutige 4th-Down-Entscheidungen - St. Brown als Schlüsselspieler
Der deutsche Wide Receiver Amon-Ra St. Brown untermauerte derweil seinen Status als Konstante im Lions-Passing-Game. Mit seinem 37. Karriere-Touchdown zog er in der Franchise-Historie an Marvin Jones Jr. vorbei und liegt nun auf Platz drei. Besonders wichtig war sein Catch bei 4th und 2 im Schlussviertel, der einen entscheidenden Drive am Leben hielt.
Head Coach Dan Campbell setzte, wie gewohnt, erneut auf Aggressivität. Dreimal spielte Detroit einen vierten Versuch aus - dreimal erfolgreich, insgesamt 21 Punkte resultierten aus diesen Sequenzen. Seit Campbells Amtsantritt 2021 haben die Lions mehr Punkte nach 4th Downs erzielt als jedes andere NFL-Team. Gegen die Ravens resultierte das in eine Erfolgswahrscheinlichkeit von über 92 Prozent, als sie im Schlussviertel erneut aufs Risiko setzten.
Offense nach schwachem Auftakt auf Rekordkurs
Nach nur 13 Punkten zum Saisonauftakt meldete sich Detroit mit voller Wucht zurück. Nach dem Blowout-Sieg über die Bears in Woche 2 folgte nun ein weiterer aussagekräftiger Sieg bei einem der besten Teams der Liga - 90 Punkte in zwei Spielen sind der höchste Wert seit 1962.
Gibbs, Montgomery und St. Brown scorten zudem bereits zum zehnten Mal gemeinsam in einer Partie - mehr als jedes andere Trio in NFL-Historie. Die Lions-Offense knüpft damit nahtlos an die herausragende letzte Saison an und macht aus dem Team erneut einen ernsthaften Contender auf den Super Bowl.