Nach dem spektakulären 33:32-Comeback-Sieg der Denver Broncos gegen die New York Giants flammt ein alter Konflikt wieder auf. Was zunächst wie eine beiläufige Bemerkung wirkte, entpuppte sich als Auslöser für neuen Zündstoff zwischen Head Coach Sean Payton und seinem ehemaligen Quarterback Russell Wilson.
Nachdem Payton in seiner Pressekonferenz eine spitze Bemerkung über Wilsons Situation bei den Giants fallen ließ, reagierte der 36-Jährige prompt - mit einer scharfen und deutlich persönlichen Retourkutsche in den sozialen Medien.
Payton stichelt nach Giants-Spiel
In seiner Pressekonferenz vor dem Sieg gegen New York erklärte Payton, er habe sich vor dem Spiel mit Giants-Besitzer John Mara unterhalten. Dabei habe er gesagt: "Sie haben mit diesem Quarterback einen kleinen Funken gefunden. Wir hatten gehofft, dass der Wechsel auf Jaxson Dart erst lange nach unserem Spiel passiert wäre.“ - eine deutliche Anspielung darauf, dass er lieber gegen den erfahrenen Wilson gespielt hätte.
Wilson, inzwischen Backup bei den Giants, dürfte diese Bemerkung als Affront empfunden haben. Der 36-Jährige war in der Vorsaison von Payton in Denver nach nur einer Spielzeit auf die Bank gesetzt und später entlassen worden - trotz eines laufenden Fünfjahresvertrags. Das Verhältnis zwischen beiden gilt seither als zerrüttet.
Wilson stichelt mit "Bountygate"
Wilson schrieb daraufhin auf X: "Geschmacklos, aber keine Überraschung. Mir war nicht klar, dass du auch 15 Jahre später noch Kopfgeldjagd betreibst - diesmal über die Medien." Eine deutliche Spitze gegen seinen früheren Coach - und eine Anspielung auf das berüchtigte "Bountygate", für das Payton zwischen 2009 und 2011 bei den New Orleans Saints verantwortlich und anschließend in 2012 gesperrt war.
Dabei sollen Spieler Prämien in bar erhalten haben, wenn sie gegnerische Stars gezielt hart oder verletzend getroffen und so aus dem Spiel genommen hatten. Für besonders spektakuläre oder spielentscheidende Hits wurden angeblich höhere Summen ausgezahlt.
Alte Wunden, neue Spitze
Die Spannungen reichen bis 2023 zurück, als Payton Wilsons Rolle bei den Broncos öffentlich infrage stellte und ihn am Saisonende benchte, um mögliche Vertragsgarantien zu vermeiden. Für Wilson, der sich damals vom Klub unfair behandelt fühlte, war das Kapitel Denver damit beendet.
Mit seinem aktuellen Kommentar zeigt Wilson nun, dass die Wunden noch nicht verheilt sind und dass er die Spitze seines Ex-Trainers nicht unkommentiert lassen wollte. Während Payton in Denver mit Rookie Jaxson Dart feiert, bleibt die Atmosphäre zwischen ihm und seinem ehemaligen Star-Quarterback eisig.