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"Wir wussten, dass in ihm ein Kämpfer steckt": McCarthy erhält Loblieder

kicker

Harte Landungen gehören für NFL-Neulinge quasi zum guten Ton. Ein harter Hit hier, ein schwacher Auftritt da, die erste Niederlage ohnehin.

Jonathan James "J.J." McCarthy, der Starting Quarterback der Minnesota Vikings, präsentierte sich in all diesem "Standard-Willkommen" auf der größten Football-Bühne mit schneller Anpassungsfähigkeit.

Anders wäre es sonst nicht zu erklären, dass der im letzten Jahr aufgrund einer Meniskusverletzung komplett ausgefallene Quarterback nach holprigem Start sein NFL-Debüt doch noch mit einem Sieg vergoldete.

McCarthy nimmt sein Glück in die Hand

Genau das passierte aber zum Abschluss von Week 1 im Monday Night Game beim 27:24-Comeback-Triumph über NFC-North-Rivale Chicago. Der 2024er Rookie (1. Runde, 10. Stelle), der nach dem Abgang von Sam Darnold (Seattle Seahawks) das volle Vertrauen genießt, war zunächst mit "Three & outs", reihenweise notwendigen Punts und einer Interception (Pick Six) im dritten Quarter ins Gastspiel in der "Windy City" gegangen. Zwischenstand: 6:17.

Dann aber folgte eine beeindruckende Aufholjagd, eine beeindruckende Steigerung von McCarthy selbst. Der Kurzabriss: Touchdown-Pass auf Star-Receiver Justin Jefferson, Touchdown-Pass auf Allrounder Aaron Jones, eigener Touchdown Rush über 14 Yards in die Endzone zum zwischenzeitlichen 27:17. Davon konnten sich die zunächst das Match kontrollierenden und mit einem anfangs sehr sicheren Caleb Williams nicht mehr erholen.

"Aus dem richtigen Holz geschnitzt"

Kurzum: Aus einem NFL-Debüt, das zunächst nach klassischer Ernüchterung ausgesehen hatte, wurde am Ende des Tages ein erstes Highlight. Und eines, das Minnesotas Head Coach Kevin O'Connell auch seinem 22-jährigen Schützling zuschrieb. Sicherlich verfügen die Vikes über genug Qualität in der Defense oder auch im Laufspiel mit Jones oder Ex-49er Jordan Mason (54 Rushing Yards nach der Pause), um McCarthy-Hänger abzufedern. Doch der Trainer weiß: "Es lässt sich nicht leugnen, dass wir dieses Spiel nicht gewinnen, wenn J.J. nicht so spielt wie in der zweiten Halbzeit und vor allem den Glauben an seine Mannschaft hinter ihm nicht verliert."

Durch diesen 27:24-Auftaktsieg wisse man nun aber direkt, dass Comeback-Siege mit dem Liganeuling möglich sind und das Team allgemein "aus dem richtigen Holz geschnitzt" ist. Trotzdem wünscht sich O'Connell, "dass wir nicht oft in solche Situationen kommen", sondern ein Spiel auch mal von Beginn an richtig angegangen und dominiert wird.

Dass der übrigens von der Nazareth Academy in La Grange Park außerhalb Chicagos (Highschool), von der IMG Academy in Florida und von der University of Michigan emporkommende McCarthy solche Spiele im Tank hat, sei auch für Jefferson schon im Vorfeld bekannt gewesen. Bereits McCarthys College-Abschneiden habe dem Top-Receiver die Gewissheit darüber verliehen - verbunden mit dem Fakt, dass McCarthy-Teams bis zurück in sein zweites Jahr auf der Highschool eine Bilanz von 64-3 vorweisen.

Jefferson deswegen nach der noch abgewendeten vierten Niederlage des Quarterbacks, der seit 8. Januar 2024 und damit seit 609 (!) Tagen kein Pflichtspiel mehr bestritten hatte: "Wir wussten, dass in ihm ein Kämpfer steckt." Das unterstrich auch der neu aufgestellte NFL-Rekord: McCarthy nämlich avancierte zum ersten Spielmacher, der bei seinem Debüt in dieser Liga für drei Touchdowns im vierten Quarter verantwortlich zeichnete.