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Playoff-Teilnahme in Gefahr: Deshalb stehen Orlando unruhige Zeiten bevor

kicker

Mit 41 Siegen hatten die Orlando Magic die vergangene Spielzeit abgeschlossen - trotz einiger monatelanger Ausfälle ihrer Starspieler. In den Playoffs erwies sich das junge Team dann als hartes Eisen für den damals amtierenden Meister aus Boston. Trotz aller offensichtlichen Probleme schien die Zukunft im Zentrum Floridas rosig.

Dem Franchise-Oberen genügte das aber noch nicht. Die Distanzprobleme versuchte man mit Grizzlies-Scharfschütze Desmond Bane zu beheben - jedoch für einen unanständigen Batzen an Erstrundenpicks (5x), der bereits damals kritikwürdig war. Nun war aber ebenfalls damals absehbar, dass der Guard, der zu diesem Zeitpunkt 2,4 Distanztreffer pro Spiel erzielte, nicht alle Probleme des Teams würde lösen können.

Defensive im Saisonvergleich eingebrochen

Heute ist klar: Im Saisonvergleich steigerte Orlando die durchschnittliche Anzahl an Distanztreffern marginal von 11,2 auf 11,8 und gehört damit noch immer zum schlechteren Drittel der Liga - sowohl absolut als auch prozentual. Während in Orlando zwar einige Spieler individuell den nächsten Schritt gemacht haben, darunter auch Nationalspieler Tristan da Silva, tritt man als Kollektiv auf der Stelle.

In den Vorjahren erarbeitete sich das Team jedoch eine Identität als defensive Pest und konnte zusammen mit dem Momentum des Aufschwungs die strukturellen Probleme kaschieren. Offensiv hatte man mit den talentierten Celtics in der ersten Runde schließlich keineswegs mithalten können. Defensiv konnte man den Browns und Tatums mithilfe teils extremer Physis und Härte das Leben enorm erschweren.

Das damalige Defensivrating von 108,9 war nicht zufällig das zweitbeste der gesamten Liga - nur hinter dem späteren Champion aus Oklahoma City. Geprägt wurde dieses über Einsatz und Willen geprägte Selbstverständnis stets von Trainer Jamahl Mosley.

Rückhalt für Coach Mosley bröckelt zunehmend

In der laufenden Spielzeit scheint dieses aber ebenso zu bröckeln wie Mosleys Rückhalt im Team. Bereits im Januar waren erstmals Gerüchte zu Tage getreten, denen zufolge es Spannungen zwischen dem Head Coach und Starspieler Paolo Banchero gäbe. Kaum ein paar Wochen später befeuerte der einmalige All-Star jene Gerüchte höchstselbst, indem er den Trainer indirekt dafür anzählte, in der Halbzeit zu wenige Anpassungen vorgenommen zu haben. Mosley schoss umgehend zurück und machte den Einsatz der Spieler für den Einbruch nach der Pause gegen die Pistons verantwortlich - ein kommunikatives Desaster!

Es folgten virale Social-Media-Clips, die die Entfremdung von Mannschaft und Trainer zusätzlich beweisen sollten. In einer Auszeit-Ansprache reichte Mosley einigen Spielern den Arm zum Abklatschen, wurde dabei allerdings wiederholt ignoriert. Nach der historischen Niederlage gegen die Raptors hatte Neuzugang Bane die Chance, sich vor seinen Trainer zu stellen, als er gefragt wurde, ob dieser die Mannschaft ausreichend vorbereitet habe. Seine Antwort? "Dazu kann ich nichts sagen."

Nun ist der defensive Rückschritt durchaus noch vielschichtiger. Franz Wagner, der als begnadeter Flügelverteidiger mit guten Instinkten in der Help-Side gilt, fehlt dem Team sehr. Gleichwohl stellte sich auch in der Guard-Verteidigung keine Kontinuität ein. Jalen Suggs kommt zuweilen auf gerade einmal 49 Einsätze. Anthony Black fehlt bereits seit Anfang März. Der Abgang von Caldwell-Pope, der aufgrund seiner Länge besonders als Chaser, also Verteidiger der abseits des Balls eingesetzten Guards wertvoll war, konnte nur bedingt kompensiert werden.

Der augenscheinliche Bruch mit Mosley kommt hier noch hinzu und kumuliert zum wahrlich ungünstigsten Zeitpunkt. Ausgerechnet im Schlussspurt der regulären Saison sind die Magic derzeit auf bestem Wege, die Playoff-Qualifikation zu verpassen. Das jüngste Duell in Toronto war bereits vorab als richtungsweisend betrachtet worden, handelt es sich bei den Kanadiern schließlich um einen direkten Konkurrenten um die möglichen Ränge fünf und sechs. Zwar betonte Bane, die Bedeutung des Spiels sei ihm und seinen Teamkollegen "bewusst gewesen", dennoch zerbröselte das Team auf erschreckende Art und Weise und musste letztlich die höchste Niederlage der Franchise-Geschichte einstecken.

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Orlando auf Identitätssuche - ist Mosley dafür der richtige Mann?

Dabei offenbarte sich die Identitätslosigkeit bereits im ersten Viertel, als die Raptors ihren historischen 31:0-Lauf starteten. Nie hatte ein Team länger am Stück ohne gegnerische Punkte gescort - ein Armutszeugnis!

"Wir müssen zu unserer Identität zurückfinden", machte Wendell Carter klar. "In den letzten Spielen haben wir nicht auf die Weise gespielt, die wir mögen, vor allem defensiv." Völlig unklar scheint allen Beteiligten zu sein, wieso sich die Inkonstanz in dieser Saison derart konstant eingestellt hat. Noch während der zurückliegenden Siegesserie von sieben Spielen hatten die Magic mit einem Defensivrating von 108,8 an die Vorsaison angeknüpft. Die Anlagen dafür sind auch immer vorhanden gewesen - warum auch nicht, im vergangenen Sommer blieb das Team ja weitgehend zusammen.

Eine Teamidentität, die auf Einsatz und Willen gründet, bedarf einer immerwährend hohen Motivation. Immer klarer scheint sich allerdings abzuzeichnen, dass Jamahl Mosley nicht mehr der Mann ist, der diese aus seinem Team herauskitzeln kann. Illusionen sollte man sich aber dennoch nicht hingeben. In der Kaderzusammenstellung klaffen noch immer dieselben Lücken wie im vergangenen Jahr. Vom prophezeiten "Win-Now-Modus" ist Orlando - heute um fünf Erstrundenpicks leichter - aber noch weiter entfernt als damals.

Und einfacher werden die Aufgaben auch nicht. In Zeiten massiver Sanktionen bei Überschreiten des Gehaltsspielraums bleibt jungen Teams nur ein kleines Zeitfenster. Aktuell agieren die Magic noch unter dem First Apron. 2026/27 wird sich das allein wegen des einsetzenden Max-Vertrages von Paolo Banchero ändern. Orlando stehen unruhige Zeiten bevor.

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