Wenn in dieser Saison eine Mannschaft in der EuroLeague zum Siegen verdammt ist, dann ist es Panathinaikos. Vor der Spielzeit wurde der Kader noch einmal aufgemotzt, das Final Four ist Pflicht. Das war spätestens dann klar, als die EuroLeague verkündete, dass die Finalspiele in dieser Saison im OAKA (offiziell: Telekom Center) in Athen stattfinden werden.
Derzeit laufen die Griechen der Musik allerdings hinterher. Mit einer Bilanz von 12-8 belegt Pana nur Rang sieben in Europas Eliteklasse, zuletzt gab es Dämpfer gegen den Erzrivalen Olympiakos sowie eine Niederlage gegen Olimpia Mailand.
Mit 74:87 unterlagen die Grünen in der heimischen Festung. Coach Ergin Ataman sprach im Anschluss "vom schlechtesten Spiel der Saison", unter anderem auch deswegen, weil der Gegner aufgrund zahlreicher Verletzungen mit dem letzten Aufgebot in Athen überraschte. Gleichzeitig hat aber auch Pao Sorgen.
Panathinaikos: Sorgen auf Center
Die Center-Position bereitet schon das ganze Jahr Sorgen, vor allem, weil Mathias Lessort noch immer keine Partie absolvieren konnte. Zeitweise fehlten mit Ömer Yurtseven und Richaun Holmes auch beide Backups, sodass man mit Kenneth Faried eine Nachverpflichtung tätigen musste.
Der Ex-NBA-Profi wurde zwar zum Spieler des Monats im Dezember gewählt, dennoch hat das "Manimal" vor allem in der Verteidigung klare Schwächen, was im Übrigen auch für Yurtseven und Holmes gilt. Panathinaikos hat zwar viel Länge, schwächelt aber dennoch am Brett, was in den Vorjahren noch eine Stärke war.
Laut Ataman liegt dies aber nicht nur an den Fünfern, nach dem Derby äußerte der Türke deutliche Kritik. "Zuerst möchte ich Sasha Vezenkov gratulieren, weil er gezeigt hat, was ein echter Power Forward ist. Leider spielen wir ohne Power Forwards", sagte Ataman. "Unsere beiden Power Forwards, Juancho Hernangomez und Dinos Mitoglou, null Punkte im Derby.“
Legt Panathinaikos noch einmal nach?
Das ist nicht ungewöhnlich für Ataman, der die Medien gerne als Hebel der Motivation für sein Team benutzt. Geholfen hat es aber nur bedingt, derzeit passt es einfach nicht. T.J. Shorts hat seine Rolle weiterhin noch nicht gefunden, an Kostas Sloukas nagt der Zahn der Zeit und MVP Kendrick Nunn wird auch nicht in jeder Partie 30 Punkte erzielen.
"Die Saison ist ein Marathon, wir müssen nur endlich Licht am Ende des Tunnels sehen", meinte Sloukas nach der Derby-Pleite, nach der Partie gegen Mailand wurde es aber eher dunkler. Selbst Nunn verbuchte nur zehn Zähler und leistete sich fünf Ballverluste.
Der Druck steigt und Präsident Dimitris Giannakopoulos deutete über die sozialen Medien bereits an, dass man womöglich noch einmal personell nachlegen wolle („eine Bombe“). Das führte wieder zu Spekulationen, der in Phoenix kaum spielende Final-Four-MVP Nigel Hayes-Davis soll im Gespräch sein.
Ataman: Verlasse Athen bei Misserfolg
Doch ist das die Lösung? Auf dem Papier sollte der Kader gut genug sein, um zumindest einmal das Top Four zu erreichen. Noch sind 18 Partien zu absolvieren, der Rückstand auf Spitzenreiter Hapoel beträgt auch gerade mal zwei Spiele. Dass die Griechen es können, zeigten sie schon mehrfach, unter anderem durch klare Siege gegen Real Madrid oder beim amtierenden Champion Fenerbahce.
Defensiv mag das Team zwar Mängel haben, doch gerade im Angriff sollte die Qualität reichen, um zumindest Platz vier und damit den Heimvorteil im Playoff-Viertelfinale zu erreichen. Das wäre mal das Minimalziel, am Ende soll aber bitteschön der Titel in heimischer Halle stehen.
Das weiß auch Ataman, der zwar 2024 nach langer Durststrecke gleich in seinem ersten Jahr einen Champion formte, im Vorjahr aber ohne jeglichen Titel blieb. Giannakopoulos gab dem Türken zwar Vertrauen, doch zwei enttäuschende Jahre in Folge dürften für den ehrgeizigen und unberechenbaren Besitzer nur schwer zu akzeptieren sein. Der Coach kündigte deswegen bereits an: "Wenn wir nicht die EuroLeague oder den griechischen Meistertitel gewinnen, werde ich Athen verlassen."
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