"Nach 30 Jahren des Kämpfens, der Freude und des Leids ist für mich der Moment gekommen, mich von diesem magischen Sport unter den Körben zu verabschieden", schrieb Milos Teodosic in sozialen Medien und verkündete damit sein Karriereende - nicht ohne Wehmut.
"Hinter uns liegen viele Kämpfe, viele Wünsche, viele Opfer, viele Trophäen und verlorene Finals. Das ist Basketball, das ist das Leben", schrieb der 38-Jährige weiter und bedankte sich bei seinen Mitbürgern aus seiner Heimatstadt Valjevo, "seinem" Serbien und all seinen "Trainern, bei denen ich die Chance hatte, Basketball zu lernen".
Dem Basketball bis ans Lebensende treu
Vollständig erlernt hat er den Sport, den er so sehr liebt, aber "(noch) nicht", wie er selbst zugibt, doch er hat ja noch Zeit. Dem Basketball abschwören wird der populäre Teo nämlich nicht, vielmehr will er dem Sport "bis ans Lebensende treu bleiben", wie er betont. "Danke Basketball, wir sehen uns auch in Zukunft - nur dann ohne Turnschuhe, Trikot und Shorts."
Auf einzelne Momente seiner langen Karriere wollte Teodosic nicht eingehen, denn "jedes Detail war am Ende wichtig" - Siege, Niederlagen, Trainer, Mitstreiter und Fans. "Ich möchte mir zum Schluss kein Technisches erlauben, also schicke ich eine Nachricht an alle heraus: ein riesiger Dank an jeden einzelnen Teamkollegen. Ihr alle habt mich zu einem besseren Basketballer gemacht."
Teodosic startete seine Karriere in seiner Geburtsstadt Valjevo, Profi wurde er dann bei FMP, von wo aus er eine Welt-Karriere startete: Olympiakos Piräus, ZSKA Moskau, die Los Angeles Clippers, Virtus Bologna und zuletzt Roter Stern Belgrad waren seine namhaften Stationen. Sein größter Erfolg war der Gewinn der Euroleague 2016 mit ZSKA, sechs Jahre zuvor wurde er als Spieler von Olympiakos Euroleague-MVP.
Glücklos in der NBA
In Europa gehört Teodosic, der mit seinen genialen Pässen und schier unglaublichem Ballgefühl immer wieder Zuschauer, Gegner und Mitspieler zum Staunen brachte, zweifellos zu den besten Spielern der jüngeren Geschichte - so wurde er auch ins Team der Dekade 2010 bis 2020 gewählt. 2017 wagte er im Alter von 30 Jahren den Sprung in die NBA und schloss sich den LA Clippers an.
In Kalifornien konnte Teodosic dann aber nicht so glänzen: Kam er in seiner Debütsaison bei den Clippers noch auf 9,5 Punkte und 4,6 Assists in durchschnittlich 25 Minuten, ging es danach auch aufgrund einer Knieverletzung bergab. 2021 kehrte er schließlich nach Europa zurück und führte Bologna auf Anhieb zur Meisterschaft und im Jahr darauf zum Eurocup - im Finale erzielte er 21 Punkte und wurde Finals-MVP.
Immer wieder Silber mit Serbien
Ohnehin war Teodosic ein Mann für die großen Spiele. Wenn es darauf ankam, lieferte er in der Regel ab - umso bitterer für den genialen Spielmacher, dass er mit der Nationalmannschaft gleich drei Final-Niederlagen einstecken musste. Bei der EM 2009, bei der WM 2014 und bei den Olympischen Spielen 2016 reichte es stets "nur" zu Silber. Nachdem er auf Junioren-Ebene zahlreiche Titel mit Serbien eingeheimst hatte, blieb der Traum von einem Titel mit der A-Nationalmannschaft unerfüllt.
2022 wurde Teodosic von Nationaltrainer Svetislav Pesic als amtierender Kapitän aus der Nationalmannschaft ausgebootet und seitdem nicht mehr nominiert. Seiner Beliebtheit tat das keinen Abbruch, auch nicht sein Wechsel zu Roter Stern Belgrad, wo er die letzten zwei Saisons mehr oder weniger gespielt hat. Ihm zu Ehren wurden Lieder geschrieben - und die werden überdauern.