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Preuß: In Ruhpolding soll "der Groschen fallen"

kicker

Der Weltcup in ihrem "Wohnzimmer" hat für Franziska Preuß von jeher einen ganz speziellen Reiz. "Das Stadion ist für mich ein besonderer Ort, da ich dort täglich trainiere. Entsprechend speziell und schön ist es, dort auch Weltcup-Rennen zu bestreiten", sagt die 31-Jährige und gibt einen Einblick: "Es ist schön zu wissen, dass so viele bekannte Gesichter vor Ort sind. Gerade die ganzen Helfer vor Ort kennt man ja, das gibt mir immer ein Gefühl von Heimat."

In Ruhpolding, wo sie mit ihrem Lebensgefährten Simon Schempp ein schmuckes Holzhaus bewohnt, will Preuß mit Blick auf die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar) ihren Aufwärtstrend bestätigen und weiter Selbstvertrauen sammeln, nachdem der Saisonauftakt wegen einer Erkrankung so gar nicht nach Wunsch gelaufen war. "Mal wieder ein Einzelpodium wäre schon cool", sagt sie und betont: "Das ist natürlich das Ziel jetzt in Ruhpolding, da kenne ich mich aus, da kenne ich den Schießstand gut. Hoffen wir auf einen guten Tag."

Heimspiel soll Selbstvertrauen geben

Wie 2019. Da hatte Preuß in der Chiemgau-Arena ihren ersten Weltcuperfolg gefeiert. Im vergangenen Winter legte sie nach völlig verkorksten Rennen in Oberhof in Ruhpolding mit zweiten Plätzen im Einzel und Massenstart die Grundlage für ihren Gesamtweltcupsieg. Auch diesmal hofft sie auf den Heimeffekt.

"Es wäre gut fürs Selbstvertrauen. Ich merke, ich bin jetzt nicht weit weg. Ich komme von Rennen zu Rennen läuferisch wieder besser rein. Es ist halt immer nur der eine Fehler zu viel", sagte Preuß, nachdem sie diesmal in Oberhof in Sprint und Verfolgung jeweils Fünfte geworden war. Ihre erste Podestplatzierung der Saison hatte sie jeweils am Schießstand vergeben.

Dies nerve "schon ein bisschen", meinte Deutschlands Sportlerin des Jahres, die nun voll auf ihr Heimrennen setzt. Da sei auch "letztes Jahr der Groschen gefallen. Auf einmal habe ich getroffen - und das wäre natürlich cool, wenn das jetzt vor den Spielen stattfindet." Olympia genießt bei Preuß "ganz klar" Priorität, wie Sportdirektor Felix Bitterling schon vor Wochen betont hatte: "Da möchte sie Medaillen, vor allem auch eine Einzelmedaille, gewinnen."

Sechs Frauen und sechs Männer: Das DSV-Aufgebot für Ruhpolding

Für den Weltcup in Ruhpolding nominierte der DSV neben Preuß Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz, Julia Tannheimer, Selina Grotian und Sophia Schneider. Schneider empfahl sich durch starke Leistungen im IBU-Cup und ersetzt Anna Weidel, die aber beim Weltcup in Nove Mesto wieder zur Mannschaft stoßen werde, so Bitterling.

Bei den Herren kehrt Danilo Riethmüller nach seinem Einsatz im IBU-Cup zurück ins Weltcup-Team. Zudem gehen Philipp Nawrath, Justus Strelow, David Zobel, Johannes Kühn und Lucas Fratzscher an den Start. Philipp Horn steht weiterhin krankheitsbedingt nicht zur Verfügung. Bei ihm liege der Fokus mit Blick auf den Weltcup in Nove Mesto auf vollständiger Regeneration.

Botn in Ruhpolding wieder dabei

Bei den Norwegern gehören laut Verband Johan-Olav Botn und Sturla Holm Laegreid zum Aufgebot. Erstmals seit dem Tod ihres Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken werden die beiden wieder im Weltcup starten, nachdem sie zuletzt krankheitsbedingt in Oberhof gefehlt hatten. Dort löste der Italiener Tommaso Giacomel Botn als Gesamtführenden im Weltcup ab. Botn hatte seinen Freund Bakken am 23. Dezember tot in dessen Hotelzimmer im italienischen Lavaze aufgefunden.