Vier Deutsche hatten vor Weihnachten den Sprung in die 3. Runde geschafft. Darunter bei seiner dritten Darts-WM zum dritten Mal auch Ricardo Pietreczko, der als erster der Verbliebenen in der Samstagabendsession den Auftakt machte. Bei seinem knappen Erfolg in der Runde zuvor gegen Dave Chisnall war der 31-Jährige noch Außenseiter, in das Duell mit dem Schweden Andreas Harrysson ging er dagegen als Favorit.
Pietreczko mit erstem High-Finish zum Satzgewinn
Das zeigte sich im ersten Satz auf der Bühne des Ally Pally zunächst aber nicht, Harrysson sicherte sich im Decider das 1:0. Obwohl "Pikachu", angetrieben von Sprechchören der deutschen Fans und seiner ersten 180, die ersten beiden Legs nach der Pause gewann, ging auch der zweite Satz in den Decider. Hier bewies Pietreczko Nervenstärke und checkte 158 Punkte zum 1:1.
Deutlich verlief dagegen der dritte Durchgang: WM-Debütant "Dirty Harry" zeigte sich in diesem mit einem Average von über 100 stark im Scoring und ließ Pietreczko kaum einen Wurf auf die Doppel. Der Schwede selbst nutzte seinen zweiten Dart auf die Doppel-20 zum 3:0 und stellte damit insgesamt auf 2:1.
Pietreczko kam auch in seinem anschließenden Anwurf-Satz kaum in Fahrt und bewegte sich in seinem Average unter 90. Harrysson sicherte sich im ersten Leg sofort das Break, das Pietreczko mit seinem zweiten High Finish (116) jedoch sofort kontern konnte. Das schien dem Deutschen etwas Auftrieb zu verleihen, mit leicht verbessertem Scoring glich er relativ souverän zum 2:2 aus.
Nach der dritten und letzten Pause ging Pietreczkos Average deutlich auf unter 78 zurück, Harrysson traf dagegen zuverlässig die wichtigen Triple-Felder und war nach dem 3:0 nur noch einen Satz vom Sieg entfernt.
Zweiter Matchdart sitzt
Obwohl er sich im sechsten Satz das erste Leg sichern konnte, haderte Pietreczko sichtbar mit seinem Spiel (Gesamt-Average von 88,60). Harrysson (96,11) dagegen zeigte keine Nerven. Sein erstes High-Finish hätte kaum zu einem besseren Zeitpunkt kommen können. Nach einem 146er-Checkout warf "Dirty Harry" zum Match an. Seinen ersten Matchdart setzte Harrysson noch deutlich neben das Bullseye, da Pietreczko dazwischen das Finish verpasste, durfte er nach einem erfolgreichen Wurf auf die Doppel-19 dennoch jubeln.
"Es war ein enges Spiel. Vielleicht habe ich die richtigen Dinge zur richtigen Zeit gemacht", sagte Harrysson, der als Debütant sein persönliches Märchen fort schreibt, bei Sport1. In Runde 4 wartet auf mit Jonny Clayton nun die Nummer fünf der Weltrangliste, der in der Nachmittagssession Niels Zonneveld mit 4:3 geschlagen hatte.
Im vergangenen Jahr hatte "Pikachu" noch den Sprung unter die besten 16 geschafft, scheiterte dort aber krachend an Nathan Aspinall. Diese Runde können aus deutscher Sicht noch Martin Schindler, Gabriel Clemens und Arno Merk erreichen, die allesamt am Sonntag im Einsatz sind.