Martin Schindler steht zum dritten Mal in seiner Laufbahn in der dritten Runde der Darts-Weltmeisterschaft. Anders als Max Hopp zuvor gewann die deutsche Nummer eins ihr Duell mit Keane Barry aus Irland mit 3:0. Alle drei Sätze wurden jeweils erst im entscheidenden fünften Leg entschieden. Bereits bei den Ausgaben 2023 und 2024 hatte der aktuelle 13. der Weltrangliste die ersten beiden Aufgaben lösen können.
"Ich war nicht zu 100 Prozent da", fand Schindler trotzdem hinterher bei DAZN. "Er hat diese Schlüsselmomente ausgelassen, ich konnte die nehmen." Zum Beispiel die beiden vergebenen Satzdarts des Iren im ersten Satz, als Schindler seinen eigenen vierten nutzen konnte und die Erleichterung aus ihm herausbrach.
Ein weiterer entscheidender Moment der Partie: Schindlers 118er-Check-out zum 2:0, als Barry mit 40 Punkten Rest auf den Satzausgleich lauerte. Kurz zuvor hatte Schindler den Decider erst mit einem starken vierten Leg in elf Darts ermöglicht.
Und der Deutsche blieb der Herr der Decider: Im dritten Satz verpasste er zunächst ein 170er-Finish zum nächsten Break nur knapp. Barry hatte aber im entscheidenden fünften Leg etwas Pech mit einem aus dem Board herausspringenden Pfeil. Schindler nutzte das und tütete den 3:0-Erfolg ein, der am Ende klarer klang, als er war. In Runde 3 wartet nun Ryan Searle, der Brendan Dolan eliminiert hatte.
Price geht mit 0:3 gegen Plaisier unter
Kurz nach Schindlers Sieg verabschiedete sich Gerwyn Price völlig überraschend wie glatt mit einem 0:3 gegen den Niederländer Wesley Plaisier. Der Weltranglisten-92. war in den wichtigen Momenten fast immer voll da, verwandelte 56 Prozent seiner Doppelversuche und entnervte die Nummer neun der Welt, nutzte dabei immer wieder die Bull-Felder. Der Waliser Price, in der Vergangenheit auch mit umstrittenem Verhalten auf der Bühne aufgefallen, zeigte sich trotz des überraschenden Aus als ausgesprochen fairer Verlierer.
Littler wackelt nur zu Beginn
Wer ist hier eigentlich der Favorit? Das konnte man sich im ersten Satz der Zweitrundenpartie zwischen Weltmeister Luke Littler und David Davies durchaus fragen. Der Waliser Davies spielte einen klar besseren Average und besaß reihenweise Satzdarts zur Führung. Weil er sie aber alle liegen ließ, schnappte sich Littler die Gelegenheit. Seine Mimik verriet, dass er selbst nicht genau wusste, wie er das geschafft hatte.
Ab da präsentierte sich der 18-Jährige souverän und präzise. Mit einem 97er-Average insgesamt hielt er sich den stark scorenden Davies (Average 95,53) vom Leib und gewann am Ende mit 3:0. Mensur Suljovic, der sich am Sonntag Vorwürfen von Joe Cullen ausgesetzt sah, wird der nächste Gegner des Titelverteidigers sein.
Im letzten und wohl niveauärmsten Match des Sonntags drehte der favorisierte Damon Heta gegen Stefan Bellmont aus der Schweiz einen 1:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg. Als Nummer 16 der Welt hatte der Australier wohl bessere Werte als einen 91er-Average von sich erwartet. Gegen Rob Cross in der 3. Runde könnte das schon nicht mehr reichen.