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Druck auf Schindler, formstarker Springer, Hopp zurück: Das sind die Deutschen bei der Darts-WM

kicker

Martin Schindler (Weltrangliste: 13)

Der mit Abstand am besten gesetzte deutsche Spieler bei der Darts-WM 2026 ist Martin Schindler. Er ist die unangefochtene Nummer 1 in Darts-Deutschland und kletterte zuletzt bis auf Platz 13 der Weltrangliste - Rekord für einen Deutschen. Im Jahr 2025 konnte "The Wall" bei den Austrian Darts Open in Premstätten seinen dritten Sieg auf der European Tour feiern. Jedoch trumpfte der 29-Jährige bei den Major-Turnieren des Jahres nicht wirklich auf. Nur beim im Doppel gespielten World Cup erreichte er gemeinsam mit Ricardo Pietreczko das Halbfinale - inklusive Sieg über das englische Top-Duo Littler/Humphries. Ansonsten erreichte er bei den UK Open, der EM, dem Grand Slam und den Players Championship Finals das Achtelfinale. An die vergangene WM hat Schindler keine guten Erinnerungen: Er scheiterte in seiner ersten Runde mit 0:3 an Callan Rydz. Die Erwartungen sind in diesem Jahr noch weiter gestiegen und die eigene Bestleistung bei der WM (2023 und 2024 Runde 3) erscheint für die Nummer 13 der Welt als Minimalziel.

Ricardo Pietreczko (Weltrangliste: 33)

Nur einen Platz von den Top 32 der Welt entfernt steht aktuell Ricardo Pietreczko. Und der 31-Jährige hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er sich auf den großen Bühnen durchaus wohlfühlt. Bei der Darts-Europameisterschaft erreichte er 2024 und 2025 jeweils das Viertelfinale, beim World Cup ging es gemeinsam mit Schindler ins Halbfinale. In besonders guter Erinnerung ist außerdem die Darts-WM 2025: "Pikachu" feierte Siege über Zong Xiaochen, Gian van Veen sowie Scott Williams und erreichte als erst zweiter Deutscher in der Geschichte das Achtelfinale des Turniers. Dort verlor Pietreczko zwar deutlich mit 0:4 gegen Nathan Aspinall, er stellte aber einmal mehr unter Beweis, dass mit ihm auf der großen Bühne immer zu rechnen ist.

Gabriel Clemens (Weltrangliste: 47)

Für Gabriel Clemens ging es in den vergangenen Jahren steil bergab: Noch bei der WM 2023 feierte der Saarländer mit dem Halbfinaleinzug den größten Erfolg der deutschen Darts-Geschichte. Im selben Jahr hatte er außerdem das Halbfinale bei den Players Championship Finals und beim World Cup (gemeinsam mit Schindler) erreicht. Dadurch kletterte der "German Giant" bis auf Rang 19 der Order of Merit. Doch danach stürzte Clemens in ein tiefes Formloch, aus dem er sich bis heute nicht herausgearbeitet hat. In diesem Jahr war er beim World Matchplay, dem World Grand Prix, der EM und dem Grand Slam nicht mal qualifiziert. Ansonsten war sein bestes Major-Ergebnis die 3. Runde bei den UK Open. In der Weltrangliste ist er um 28 Plätze auf Rang 47 abgestürzt. Vor der Darts-WM 2026 gilt für den 42-Jährigen: Es kann nur besser werden.

Niko Springer (Weltrangliste: 52)

Betrachtet man nur die Order of Merit, erscheint der auf Platz 52 gesetzte Niko Springer vielleicht nicht als die große deutsche Hoffnung. Aber der "Meenzer Bub" spielte ein beeindruckendes erstes Profijahr und ist aktuell richtig gut in Form. Im Mai spielte er sich bei den Dutch Darts Championship erstmals in ein Finale auf der European Tour und vier Monate später durfte er dann auch seine erste Trophäe auf der Tour in die Höhe recken. Er setzte sich bei der Hungarian Darts Trophy im Finale gegen Danny Noppert durch und holte dadurch als erst vierter Deutscher einen Titel auf der Tour. Außerdem schaffte er es zuletzt im November beim Grand Slam bis ins Achtelfinale - wo er ausgerechnet an einem anderen Deutschen scheiterte. Der 25-Jährige kam bei der vergangenen Darts-WM nicht über die erste Runde hinaus und möchte dieses Jahr seinen ersten Sieg beim Prestige-Turnier feiern. Gelingt ihm das, ist Springer einiges zuzutrauen.

Lukas Wenig (Weltrangliste: 64)

Seit 2024 hält Lukas Wenig die Tour Card, aber erst in diesem Jahr konnte der gebürtige Marburger so richtig auf sich aufmerksam machen. Beim Grand Slam spielte "Luu" ein spektakuläres Turnier. Er setzte sich in der Vorrunde in einer Gruppe mit Jonny Clayton (5), Danny Noppert (6) und Cam Crabtree (74) als Gruppenerster durch und zog dadurch erstmals in seiner Karriere in ein Major-Achtelfinale ein. Aber damit nicht genug: In der Runde der letzten 16 traf Wenig auf Springer und besiegte seinen Landsmann mit 10:8. Er stand also im Viertelfinale des Grand Slam - dort mit 8:16 an Noppert zu scheitern, war alles andere als eine Schmach. Der 31-Jährige ist durch dieses Turnier plötzlich auf der großen Darts-Bühne angekommen. Es wird spannend zu beobachten, wie weit sein Weg bei der ersten WM-Teilnahme gehen kann.

Max Hopp (Weltrangliste: 93)

Er ist wieder da! Max Hopp ist einer der Pioniere des modernen deutschen Darts-Sports. Als er im Dezember 2012 das erste Mal an einer Darts-WM teilnahm, war er gerade mal 16 Jahre alt und damit einer der jüngsten Spieler, der je an einer PDC-WM teilnahm. In den folgenden Jahren gehörte der "Maximiser" zum festen Teilnehmerkreis der Weltmeisterschaft: Er qualifizierte sich zwischen 2013 und 2021 für acht von neun WM-Turnieren. Außerdem stehen in seiner Vita der Titel der PDC-Junioren-WM 2015 und bei den German Darts Open 2018, die Halbfinalteilnahme bei der EM 2019 und beim World Cup 2021 (gemeinsam mit Clemens). Doch ab 2022 bekam die Karriere des heute 29-Jährigen einen Knick. Er konnte sich kaum noch für größere Turniere qualifizieren und fehlte viermal in Folge bei der Darts-WM. 2025 geht es endlich wieder bergauf, Hopp feiert sein Comeback im Ally Pally und möchte allen beweisen, dass seine Karriere noch lange nicht zu Ende ist.

Dominik Grüllich (Weltrangliste: 98)

Die Darts-WM ist für Fans des gepflegten Pfeilewerfens immer eine gute Gelegenheit, um neue Gesichter des Sports kennenzulernen. Dominik Grüllich ist ein solches Gesicht. Noch hat der 23-Jährige nicht wirklich auf sich aufmerksam gemacht, bei einem Players-Championship-Turnier im April dieses Jahres blitzte sein Potenzial aber auf: Durch Siege über unter anderem Daryl Gurney, Dirk van Duijvenbode und Michael Smith zog Grüllich in sein erstes Finale auf der Pro Tour ein. Dort unterlag er dann zwar Jonny Clayton mit 2:8, er hat aber gezeigt, dass er auch gegen absolute Top-Guns der Szene mithalten kann.

Arno Merk (Weltrangliste: 163)

Ein weiteres neues Gesicht auf der Ally-Pally-Bühne und damit der dritte deutsche Debütant in diesem Jahr ist Arno Merk. Als Nummer 163 der Weltrangliste ist der 33-Jährige, der sich als Gewinner der Super League für die WM qualifizierte, ein klarer Außenseiter, für den das Überstehen der ersten Runde schon ein Erfolg wäre. Dabei sein ist also alles - und Merk darf sich am 11. Dezember auf etwas ganz Besonderes freuen: Gegen 20 Uhr eröffnet der Deutsche mit dem Spiel gegen Kim Huybrechts (53) die Darts-WM 2026. Dadurch, dass er der niedriger gesetzte Spieler ist, wird ihm sogar der erste Walk-on überhaupt bei der diesjährigen Weltmeisterschaft gehören - das kann ihm niemand mehr nehmen.