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Littlers Versöhnung mit den Fans - und ein Gegner mit Sehschwäche

kicker

Nach gut 50 Minuten war schon wieder alles vorbei. Ohne Satzverlust, dafür mit eigenem Big Fish und letztlich ohne Probleme spazierte Luke Littler mit einem 5:0 gegen Krzysztof Ratajski ins Halbfinale der Darts-WM - und ohne Zwischenfälle mit den Fans.

Im Viertelfinale wurde der 18-Jährige auf der Bühne von einigen Besuchern im Londoner Ally Pally überraschend ausgebuht, im anschließenden Interview legte sich der Weltmeister mit den Fans an. "Ihr bezahlt mein Preisgeld", meinte Littler lachend. Er beschrieb die Stimmung als "feindselig" und sagte, dass er sich für das Viertelfinale "auf das Schlimmste" vorbereite.

Zum Schlimmsten aber kam es nicht. Bei der Vorstellung Littlers vor seinem Viertelfinal-Match durch MC John McDonald kam es zwar erneut zu einzelnen Buhrufen, doch die verstummten während des Walk-Ons. Und wurden dann sogar vom Gassenhauer "There’s only one Luke Littler" abgelöst.

Littler: Fans waren "unglaublich"

Das Siegerinterview absolvierte Littler trotzdem nicht wie gewohnt auf der Bühne, sondern im Studio von Sky Sports. "Das Publikum war gut heute. Wir haben ein neues Jahr, vielleicht hab ich ein paar neue Fans", sagte Littler am Neujahrstag. "Ein paar Buhrufe hier und da" habe er zwar gehört, aber während des Matches seien die Fans "unglaublich" gewesen.

Womöglich war es auch als kleine Versöhnungsgeste zu verstehen, als Littler bei seinem Walk-On in Richtung der Fans klatschte: "Ich wollte sie auf meiner Seite haben." Rückblickend betrachtete er die Ereignisse der vergangenen Tage als äußerst lehrreich. "Ich wachse als Spieler auch mental", so Littler. "Die Partie gegen Rob Cross (das Achtelfinale, Anm. d. Red.) war definitiv ein Test. Aber ich bin da durchgekommen und in Zukunft werde ich wissen, wie man damit umgeht."

Searle will eine Inspiration sein

Am Freitag steht nun das Halbfinale gegen Ryan Searle auf dem Programm, Littler geht auch in diese Partie als Favorit. "Heavy Metal" hatte sich im Viertelfinale mit 5:2 gegen Jonny Clayton durchgesetzt und im Anschluss auf seine seltene Augenkrankheit aufmerksam gemacht. Der 38-Jährige leidet an einer autosomal dominanten Optikusatrophie, bei der der Sehnerv über die Zeit geschädigt wird und die Sehkraft dadurch nachlässt.

"Ich habe eine Nachricht an die Menschen da draußen. Ganz offensichtlich kann ich nicht besonders gut sehen: Lasst euch nicht aufhalten! Ich möchte diesen Menschen eine Inspiration sein", erklärte Searle. Bei ihm handele es sich um eine erbliche Erkrankung - bei seiner Tochter sei sie sogar "sehr schlimm".

Searle selbst trägt Kontaktlinsen, muss beim Darts aber immer wieder beim Schiedsrichter nachfragen, welches Feld er getroffen hat. "Wenn ich viel Bewusstsein dafür schaffen und beitragen kann, ein Heilmittel zu finden, bedeutet mir das viel", sagte der Engländer, der in Runde 3 auch Martin Schindler mit 4:0 geschlagen und bis zum Viertelfinale gegen Clayton keinen einzigen Satz verloren hatte. "Hoffentlich können wir ein gutes Spiel liefern", blickte Littler auf seinen nächsten Gegner voraus.