Auf Luke Littler wartete an diesem späten Montagabend im "Ally Pally" in Rob Cross, dem 17. der Setzliste und dem Weltmeister von 2018, die erste echte Reifeprüfung des Turniers. Und Littler profitierte gleich zu Beginn des Spiels davon, dass Cross gleich dreimal auf die Doppel-18 verfehlte - es folgte das erste Break, dass der 18-Jährige trotz zwischenzeitlicher Unsicherheiten auf das Doppel auch durch den ersten Satz trug.
Der folgende Durchgang startete mit einem Break von Cross, der nach gelungenen Aufnahmen immer wieder den Kontakt zum eigenen Anhang und vor allem zu den Fans suchte. Littler schien derweil auch etwas mit sich und den Provokationen des Publikums zu hadern, mit den Zuschauern suchter er immer wieder die Interaktion.
So ging Satz 2 letztlich an Cross - der erste Satzverlust von Littler beim aktuellen Turnier. Der Youngster kam aber mit Wut im Bauch aus der Pause, spielte ein Set-Average von rund 125 Punkten und schnappte sich folglich den dritten Durchgang mit 3:0 in den Legs - garniert von einem 128er-Finish zum Satzgewinn.
Cross' Aufbäumen bleibt unbelohnt
Der nächste Satz begann dann mit einer Premiere in diesem Spiel, denn im Vergleich zu den vorherigen, die stets mit einem Break gestartet waren, hielt Littler seinen eigenen Anwurf. Ohne ein Break kam aber auch dieser Durchgang nicht aus: Littler schnappte sich beim Stand von 2:1 das entscheidende davon zum nächsten Satzgewinn. Cross rutschten trotz eines insgesamt passablen Scorings in dieser Phase in den entscheidenden Momenten immer wieder Darts in die niedrigen Single-Felder.
Geschlagen geben wollte sich Cross aber beileibe nicht - unter Druck stehend und mit dem Antrieb des Publikums wehrte er sich gegen den drohenden Matchverlust - mit einem 126er-Bullseye-Finish gewann er den fünften Satz mit 3:2 in den Legs. Und auch im folgenden, dem Anwurfsatz von Littler, bot Cross seinem jüngeren Widersacher ordentlich Paroli. Mit einem zwischenzeitlichen Set-Average von knapp 120 Punkten agierten beide auf höchstem Niveau. Cross gelang sogar das Break zum 2:1, allerdings antwortete Littler postwendend und holte sich das verlorene Leg wieder zurück - auch weil Cross einen Dart zum möglichen 3:3 nicht nutzte.
Emotionaler Littler: "Danke, dass ihr mich ausbuht"
Ein Leg fehlte Littler somit nur noch - und das ließ sich der amtierende Weltmeister nicht mehr nehmen. Mit dem ersten Matchdart in die Doppel-20 beendete er das Match. Für Littler, der sichtlich gelöst wirkte und seinen Emotionen freien Lauf ließ, standen am Ende starke 106,6 Punkte im Schnitt (gegenüber 98,9 bei Cross) sowie eine Doppelquote von 43 Prozent (40 Prozent). Zudem warf Littler, für den es im Viertelfinale nun entweder gegen Luke Woodhouse oder Krzysztof Ratajski geht, stolze 17-mal die 180.
Littler zeigte sich auch im Interview nach dem Sieg auf der Bühne emotional: "Es stört mich nicht", sagte er mit Blick auf die Provokationen der Fans lachte auf: "Ihr bezahlt für Tickets und ihr bezahlt mein Preisgeld. Danke, dass ihr mich ausbuht."
Hurrell kann Searle nicht ärgern
Im zweiten Spiel des Abends wurde das Achtelfinale zunächst von Martin-Schindler-Bezwinger Ryan Searle und James Hurrell, der in der Runde zuvor überraschend Stephen Bunting aus dem Weg geräumt hatte, eröffnet. Allerdings konnte Hurrell nicht an den Erfolg und die Leistung aus Runde 3 anknüpfen. Im ersten Satz vergab die 63 der Welt zunächst noch einen Setdart, ehe die Partie zu einer insgesamt recht klaren Angelegenheit verkam.
Hurrell waren im Vergleich zu Searle zwar mehr 180er (sechs gegenüber zwei) geglückt, ansonsten dominierte "Heavy Metal" die Partie aber. Am Ende stand ein Average von 100,57 Punkten sowie eine Doppelquote von starken 50 Prozent geschrieben - sein Gegenüber warf im Schnitt nur 89,51 Punkte und traf nur jeden fünften seiner Doppelversuche. Auf Searle, der damit im bisherigen Turnierverlauf weiterhin ohne Satzverlust geblieben ist, wartet im Viertelfinale nun der Gewinner der Partie zwischen Jonny Clayton und Andreas Harrysson.
Rock schaltet Rydz aus
Ehe Littler und Co. ans Board durften, trugen zudem Callan Rydz und der favorisierte Josh Rock zum Beginn der Abend-Session das letzte ausstehende Spiel von Runde 3 aus. Und Rydz, der im Vorfeld des Matches mit dem Tod seines Großvaters einen tragischen Schicksalsschlag erlitten hatte und damit im Laufe des Spiels sichtlich zu kämpfen hatte, startete gut in die Partie, schnappte sich gleich mal ein Break und auch den ersten Satz. Der zweite Durchgang hatte es dann in sich. Erst Rock und dann auch Rydz warfen in zwei aufeinanderfolgenden Legs sieben perfekte Darts, im entscheidenden Leg sicherte sich Rock das Break und glich aus.
Die Nummer 11 der Setzliste fand in der Folge besser zu seinem Spiel und war vor allem stets in den richtigen Momenten zur Stelle. Auch die Sätze drei, vier und fünf gingen somit an Rock, der seinen zweiten Matchdart nutzte. Im Average kratzte Rock mit 98,98 an der 100-Punkte-Marke, brachte zudem eine Doppelquote von 41,94 Prozent zustande. Auch Rydz scorte gut, ihm unterliefen schlicht zu viele Ausreißer in die 1 oder 7. Rock trifft in Runde 4 nun auf Senkrechtstarter Justin Hood, der am Vormittag Ryan Meikle geschlagen hatte.