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Anstoss 2022 gescheitert: Was passiert mit dem Kickstarter-Geld?

kicker

Eigentlich wollte 2tainment mit Anstoss 2022 die Kindheitserinnerungen vieler Fans wiederbeleben. Doch statt nostalgischer Flashbacks in die goldene Ära der Reihe wurde das Projekt zum Albtraum: Fehlende Features, Bugs, Abstürze sowie Balancing- und Logikfehler trübten die Freude erheblich.

Knapp drei Jahre nach dem Release steckt Anstoss 2022 noch immer im Early Access - und wird diesen vermutlich nie verlassen. Anfang des Jahres verkündete der Entwickler mehr oder weniger kryptisch den Stopp des Projekts.

Die Community reagierte zwar enttäuscht, aber nicht überrascht - ein solches Ende hatte sich bereits abgezeichnet. Besonders frustriert waren Unterstützer, die das Projekt über Kickstarter gefördert hatten. Insgesamt wurden 246.496 Euro von 3.888 Personen für das Spiel gesammelt. Besteht ein Anspruch auf Rückzahlung? Wir haben Rechtsanwalt Dr. Oliver Daum befragt.

"Kann durchaus sein, dass das Geld verloren ist"

Zunächst müsse man die Nutzungsbedingungen prüfen, sagt Dr. Daum. Nach diesen ist Kickstarter nämlich nur eine Online-Vermittlungsplattform.

"Der eigentliche Vertrag entsteht zwischen Projektgründern und Unterstützern. Der Unterstützer zahlt einen kleinen Geldbetrag in Form einer Spende und fördert damit ein bestimmtes Game oder Projekt. Der Projektgründer ist dabei jedoch nicht verpflichtet, das Projekt erfolgreich zu Ende zu bringen. Es kann durchaus sein, dass das Geld verloren ist", erklärt Dr. Daum.

Dennoch gibt es rechtliche Vorgaben, die Kickstarter an die Projektgründer stellt. Die Entwickler müssen ehrlich mit ihren Unterstützern kommunizieren und sich ernsthaft um die Realisierung des Projekts bemühen. Scheitere dieses, entstünden nicht automatisch Rückforderungsansprüche - vielmehr hätten die Entwickler die Pflicht, sich gegenüber den Unterstützern ausführlich zu erklären.

Das heißt: "Wenn ein Entwickler das Projekt nicht fertigstellt, sollte er sich zunächst nach besten Kräften bemühen, es auf andere Weise zu einem für die Unterstützer bestmöglichen Abschluss zu bringen. Scheitert auch das, entstehen umfangreiche Informations- und Dokumentationspflichten sowie eventuelle Rückzahlungsansprüche seitens der Unterstützer."