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Die eSport-Gewinner des Jahres: Historisches Triple und Final-Fluch adé

kicker

Ein Jahr für die Ewigkeit: 'levyfinn' beendet Final-Fluch

Würde man einen einzigen Gewinner für 2025 suchen, fiele die Wahl wohl auf Levy Finn Rieck. Denn sportlich hat sich für den Profi von RBLZ Gaming im ablaufenden Jahr nahezu alles verändert. Im April gewann er das VBL Grand Final - und damit seine erste deutsche Einzelmeisterschaft. Und das ausgerechnet im Finale gegen den damals amtierenden Weltmeister Anders Vejrgang. Obendrein wurde Rieck im November zum kicker eFootballer des Jahres gewählt.

Zwar hatten die RBLZ mit Rieck im Kader bereits zuvor den DFB-ePokal und im März 2025 auch die deutsche Klubmeisterschaft geholt. Aber: Am ePokal-Triumph war der gebürtige Köthener sportlich kaum beteiligt gewesen. Im Finale der VBL Club Championship verlor er sein Einzel deutlich mit 1:6. "Es fühlte sich nicht so richtig danach an, als wären diese Titel auch meine", blickte Rieck zurück. Umso bedeutender war für ihn der erste große Einzeltriumph 2025.

Sein früherer Spitzname "Vize-Finn" habe ihn nie gestört. Stattdessen "erfüllt es mich mit Stolz, dass ich immer drangeblieben bin. Ich habe nie den Kopf hängen lassen", sagte er gegenüber kicker eSport. "Das Schöne an solchen Titeln ist: Die wird mir nie wieder irgendjemand nehmen. Sie sind für immer."

Novum in der FUT-Ära: Bachoores zweiter WM-Streich

Mossad Aldossary stand einst kurz davor - Manuel Bachoore hat es nun vollendet: Zweimal Weltmeister in der FUT-Ära des eSports von FIFA respektive EA SPORTS FC zu werden. 2023 setzte er sich in einem am Ende höchst diskussionswürdigen Finale gegen Mark Zakhary nach Elfmeterschießen durch. Zwei Jahre später hieß es 5:3 gegen den Franzosen Brice Masson. Und das diesmal ohne Nebengeräusche, dafür mit einem umso beeindruckenderen Turnierverlauf.

Denn der Niederländer qualifizierte sich nicht über eine nationale Liga für die Weltmeisterschaft, sondern über die Play-Ins. Ein langer und anspruchsvoller Weg: 48 Spieler nahmen teil, darunter zahlreiche Top-Stars - nur vier schafften den Sprung in die Endrunde. Dort zog Bachoore souverän über das Upper Bracket in die K.-o.-Phase ein und schaltete anschließend große Namen aus: Leandro Peixoto (4:2), Jonas Wirth (3:2), Guilherme Barros (5:1) - und schließlich im Finale eben 'Brice'.

'Faker' und T1 schaffen das historische Triple

Zunächst kämpfte T1 nach mäßiger Saison bei den League-of-Legends-Worlds noch ums nackte Überleben. In Runde drei der Swiss Stage stand der amtierende Titelträger kurz vor dem Aus. Zwei Siege waren nötig, um weiterzukommen - und genau diese fuhr das Team um Superstar Sang-Hyeok 'Faker' Lee ein. Über Anyone's Legends (3:2) und Top Esports (3:0) ging es ins Grand Final, wo sich der Seriensieger in einem packenden Endspiel gegen KT Rolster nach fünf Spielen durchsetzte (3:2).

Für 'Faker' ist es der insgesamt sechste WM-Titel und bereits der dritte in Folge. Eine Marke für die Ewigkeit? "Rekorde und Zahlen spielen für mich keine Rolle. KT hat heute eine starke Leistung gezeigt, und das ist es, was für mich zählt. Ich möchte mich bedanken, dass sie uns so ein tolles Spiel geliefert haben", sagte er nach dem Triumph dem Veranstalter. Wenig überraschend wurde er im Anschluss bei den Esports Awards als bester PC-Spieler des letzten Jahrzehnts ausgezeichnet.

DFB-ePokal: FOKUS im "Beast-Mode"

Der DFB-Pokal schreibt seine eigenen Gesetze - das gilt auch für die virtuelle Ausgabe. Denn 2025 gewann keiner der starken Klubs aus der Virtual Bundesliga den Titel. Stattdessen setzte sich mit FOKUS x Delay Sports ein Team aus dem Amateur-Topf durch. Eine ganz eigene Geschichte schrieb dabei Pawel Wrona: 'Beast' blieb den gesamten Wettbewerb hinweg ungeschlagen. "Der hat das ganze Turnier kein einziges Spiel verloren - inklusive Qualifikation. Das ist verrückt", betonte Coach Matthias Hietsch bei der Siegerehrung im Gespräch mit dem DFB die Leistung seines Schützlings.

Auf dem Weg zum Pokal bezwang das Duo aus Wrona und Eldin Todorovac unter anderem Titelverteidiger RBLZ Gaming. Dabei entschieden sie das Duell bereits in zwei Partien für sich: Zunächst gewann 'Beast' mit 2:1 gegen Gültekin, anschließend entschied 'Eldos' das Spiel gegen Anders Vejrgang per Golden Goal. Auch das Finale war eine enge Angelegenheit. Wieder legte Wrona vor, Todorovac konnte den Matchball dieses Mal jedoch nicht verwerten, sodass 'Beast' erneut antreten musste - und das dritte Spiel schließlich für sich und FOKUS entschied.

Sein Erfolgsrezept: Dreieckspässe und vor allem große Ruhe. "Ich trainiere viel und muss meinem Coach Hakan sehr danken", erklärte Wrona. Der habe ihn "mental auf das Level gebracht, auf dem ich jetzt bin. Dadurch gewinne ich auch Spiele, wenn ich mal hinten liege." Eine Mentalität, die der unbestrittene MVP dieser DFB-ePokal-Saison ohne seinen Trainer "niemals gehabt hätte".

NRG überrascht Valorant-Experten

Vor der Valorant-Weltmeisterschaft 2025 galt NRG bei Experten höchstens im erweiterten Sinne als Favorit - umso überraschender war es, dass das amerikanische Team am Ende die Trophäe in die Höhe stemmte. Wobei sich die Rollen im Turnierverlauf verschoben: Im Grand Final war NRG durchaus favorisiert, schließlich ging es gegen Fnatic. Beide Organisationen waren sich bereits im Upper-Bracket-Finale begegnet, wo sich NRG auf Ascent knapp und auf Abyss deutlich durchgesetzt hatte.

Fnatic zog nach einem 3:1-Erfolg gegen DRX im Lower-Bracket-Finale ins Endspiel ein und setzte dort zur Revanche an. Tatsächlich wurde es spannender - obwohl zunächst erneut alles nach einer klaren Angelegenheit aussah. NRG gewann die ersten beiden Maps, ehe Fnatic zur Aufholjagd ansetzte und ausglich. Auf Sunset fand NRG jedoch zurück zu alter Stärke und machte den WM-Titel schließlich deutlich perfekt.

Während NRG damit den ersten internationalen Titel der eigenen Geschichte feierte, war es für Ethan 'Ethan' Arnold bereits die zweite WM-Trophäe. Mit seinen Erfolgen 2023 und 2025 ist der US-Amerikaner der erste Spieler mit zwei Champions-Titeln. Als Zugabe erhielt er zudem den MVP-Award des Turniers.

In der Pressekonferenz nach dem Finale verglich 'Ethan' beide Titelgewinne: "Es fühlt sich diesmal definitiv anders an. Damals war ich ein reiner Support-Spieler, einfach ein weiterer Teil des Teams. In diesem Team habe ich eine völlig neue Rolle. IGL-ing ist eine ganz neue Herausforderung. Ich habe mein Bestes gegeben, um ein guter Anführer zu sein. Meine Teamkollegen haben mir dabei sehr geholfen. Manchmal ist es schwierig - aber sie machen es mir leicht."

Was waren eure größten Gewinner im endenden eSport- und Gaming-Jahr? Und was haltet ihr von unserer Auswahl? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!