Ein Rekord-Deal - mit sehr unausgewogenen Anteilen: Wird die EA-Übernahme in den kommenden Monaten von den zuständigen Prüfstellen genehmigt, soll das Videospiel-Unternehmen größtenteils in den Besitz des saudi-arabischen Staatsfonds PIF übergehen.
Das berichtet das Wall Street Journal, das sich auf Dokumente stützt, die bei brasilianischen Behörden im Rahmen der Kartelluntersuchung hinterlegt wurden. Demnach werde der PIF nach Abschluss insgesamt 93,4 Prozent an EA halten. Rund zehn Prozent gehören ihm aktuell bereits.
Silver Lake und Affinity Partners würden hingegen "nur" 5,5 respektive 1,1 Prozent erwerben. Das gesamte Konsortium inklusive PIF investiert 36,4 Milliarden US-Dollar Eigenkapital. Die restlichen etwa 20 Milliarden soll die Bank JPMorgan Chase als Leihe hinzugeben.
EA will "kreative Kontrolle" behalten
Der Bericht zum hohen Anteil des PIF löst aktuell erneut Diskussionen aus. Einerseits moralischer Natur: Der Staatsfonds steht unter der Kontrolle der saudi-arabischen Regierung, die von internationalen Organisationen immer wieder lautstark für die Menschenrechtslage im Land kritisiert wird.
Andererseits befürchten viele Fans der EA-Spiele eine inhaltliche Einflussnahme der Investoren - insbesondere Saudi-Arabiens. Der Gaming-Gigant hatte diese Sorgen zuletzt adressiert: Man werde weiterhin die "kreative Kontrolle" über seine Projekte behalten.
Im selben Zug hat EA verkündet, dass die geplante Übernahme vorerst keine Entlassungen nach sich ziehen soll. Eine gute Nachricht - nach den diversen Stellenstreichungen der vergangenen Jahre.