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Nach spätem 8:8-Drama samt Verlängerung: Vejrgang ist erneut eEuropameister

kicker

Es war das Traumfinale der eEURO 2025 in London: Titelverteidiger Anders Vejrgang gegen eChampions-League-Sieger Emre Yilmaz. Die beiden ungeschlagenen Gruppenköpfe aus den FC Pro Open im direkten Vergleich. Anders als im Endspiel der virtuellen Königsklasse im Mai behielt diesmal Vejrgang die Oberhand und sicherte sich seinen zweiten eEURO-Triumph - bei der erst zweiten Ausgabe.

Vejrgang geht zweimal mit zwei Toren in Führung

Keine zwei Ingame-Zeigerumdrehungen, da zappelte im Endspiel schon das Netz: Yilmaz ließ Vejrgang im letzten Drittel zu lange gewähren - dieser nutzte die Gelegenheit zum 1:0 (2.). Nur kurz darauf spielte der Däne einen feinen Steckpass und traf mit der Pike (11.).

Der 0:2-Rückstand schien Yilmaz jedoch wachzurütteln: Der Niederländer glich durch zwei nahezu baugleiche Angriffe über den rechten Halbraum aus (15./24.). Die zweite Hälfte des ersten Durchgangs gehörte dann erneut Vejrgang. Erst flach ins rechte Eck (27.), dann flach ins linke Eck (36.) - und der alte Abstand war mit 4:2 wieder hergestellt.

8:8 nach 5:8: Yilmaz' wahnsinnige Aufholjagd

Zu Beginn der zweiten Halbzeit überschlugen sich die Ereignisse: Vejrgang schraubte zügig auf 5:2 (48.), Yilmaz startete die Mission Aufholjagd postwendend (50.). Echten Aufschwung verschaffte der Treffer ihm aber nicht - der Titelverteidiger stellte fix auf 6:3 (52.). Hoffnung kam für die Niederlande noch einmal auf, als Yilmaz pünktlich zur virtuellen Stundenmarke auf 4:6 verkürzte (60.).

Vejrgang ließ in der Folge jedoch nicht locker - und erzwang nach zwei vergebenen Chancen das 7:4 (67.). Der fünfte Treffer von Yilmaz war nach starkem Dribbling und Direktabnahme zwar schön anzuschauen (70.) - aber auch schnell wieder egalisiert. Nur zwei Ingame-Minuten später verzeichnete Vejrgang das 8:5 (72.). Yilmaz hatte aber noch eine Schlussoffensive zu bieten.

Auf das 6:8 (81.) folgten ein Fernschuss an den Außenpfosten (83.) und Sekunden darauf das 7:8 (84.). Vejrgang war nun von der Rolle und konnte sich zunächst bei seinem Keeper bedanken, nicht den Ausgleich zu kassieren. Der 19-Jährige erhob sich von seinem Stuhl, seine Nerven schienen angeschlagen. Wenig später passierte es: Yilmaz traf mit der anschließenden Ecke tatsächlich zum 8:8 (89.).

Gebrochen? Keineswegs: Dreifachschlag von Vejrgang

Psychologisch ging der eChampions-League-Sieger also mit einem Vorteil in die Verlängerung. Doch es war Vejrgang, der große Moral zeigte und per Dreifachschlag (93./98./102.) wieder eine Hand an die eEURO-Trophäe legte. Yilmaz konnte die wenigen Möglichkeiten, die er sich erspielte, derweil lange nicht nutzen - ehe er nach einem Fehler seines Gegners doch noch auf 9:11 herankam (114.).

Diesen Vorsprung ließ Vejrgang sich in den Schlussminuten allerdings nicht mehr nehmen. Clever hielt er den Ball in den eigenen Reihen und machte in der Nachspielzeit mit dem 12:9 den Deckel drauf (120.+1). Damit holt der Däne nicht nur seinen ersten Titel in EA SPORTS FC 26, sondern sicherte sich auch das Preisgeld in Höhe von 30.000 US-Dollar - und einen Play-In-Platz für die WM.

"Hätte ich dieses Spiel vor einem Jahr gespielt ... Ich glaube nicht, dass ich gewonnen hätte", sagte Vejrgang nach Abpfiff und Jubellauf im Livestream von EA SPORTS: "Ich bin sehr stolz auf die Mentalität, die ich heute an den Tag gelegt habe."

Der Weg ins Finale

Halbfinale: Israels Blizovsky ohne echte Chance

Im ersten Halbfinale traf Vejrgang auf Yuval Blizovsky vom SC Paderborn, dem er vor anderthalb Jahren bereits im WM-Finale gegenüber gesessen hatte. Damals fertigte ihn der Däne mit 7:0 ab - auch diesmal sollte es deutlich werden. Dank eines Foulelfmeters sowie zweier zielstrebiger Kombinationen durch die Mitte führte Vejrgang nach rund 30 Ingame-Minuten bereits mit 3:0.

Kurz nach dem Wiederanpfiff schraubte der Ex-Leipziger das Ergebnis gar auf 4:0 (48.). Blizovsky bäumte sich im zweiten Durchgang zwar noch mal auf und kam immerhin zu zwei Treffern (57./87.). Spätestens das zwischenzeitliche 5:1 von Vejrgang (66.) zog der Partie aber den Stecker - und beförderte ihn ins Finale.

7 Tore in 30 Minuten: Yilmaz schießt 'Stingray' ab

Der englische Lokalmatador Dan Ray erwischte einen Traumstart in das zweite Halbfinale: Nach präzisem 70-Meter-Pass (3.) und verwandeltem Strafstoß (9.) führte er zügig 2:0 gegen Yilmaz. Der Niederländer blieb jedoch ruhig und setzte zum schnellen Comeback an - von 0:2 auf 3:2 in zehn Ingame-Minuten. Quasi mit dem Halbzeitpfiff schlug aber auch 'Stingray' noch mal zum 3:3 zu (45.).

Es dauerte ein wenig, ehe die zweite Hälfte Fahrt aufnahm - und die große Yilmaz-Show begann: Das 4:3 des Team-Liquid-Spielers (57.) konnte Ray noch kontern (59.), danach fiel der Engländer auseinander. In der letzten halben Ingame-Stunde erzielte Yilmaz sage und schreibe sieben Tore zum 11:4.

Unglücklicher Elfmeter bricht 'Jonny' früh

Der deutsche Traum vom Europameistertitel platzte bereits im Viertelfinale: DFB-Vertreter Jonas Wirth unterlag dem Engländer Ray letztlich deutlich mit 3:8. Dabei hatte 'Jonny' gut losgelegt: Erst ging der S8UL-Profi früh mit 1:0 in Führung (11.), nach einer halben Ingame-Stunde dann mit 2:1. 'Stingray' glich wenig später allerdings durch einen aus deutscher Sicht sehr unglücklichen Strafstoß aus (35.).

Nach dem 2:2 war ein kleiner Bruch in seinem Spiel zu beobachten. Ray ging noch vor der Pause erstmals selbst in Führung (42.). Die größte Chance zum Ausgleich setzte 'Jonny' an die Latte (54.). Danach klappte fast nichts mehr: Offensiv entwickelte der Deutsche nur noch wenig Durchschlagskraft. 'Stingray' wiederum kombinierte sich ein ums andere Mal durch - und traf noch fünfmal.

"In der ersten Hälfte war es ein 50:50-Spiel, in dem er die glücklicheren Momente auf seiner Seite hatte", analysierte Wirth später im Livestream von EA SPORTS: "Aber am Ende hat er verdient gewonnen." Allzu niedergeschlagen wirkte 'Jonny' nach seinem Aus nicht - trotzdem fühle er sich "natürlich nicht gut".

Viertelfinale: Vejrgang zittert nach Platzverweis

Zum Auftakt ins Final-Event gewann Vejrgang das erste Viertelfinale gegen den Schweizer Gianluca Mautone mit 7:6. Der Titelverteidiger hatte lange alles im Griff, bis er 20 Ingame-Minuten vor Schluss beim Stand von 7:4 eine Gelb-Rote Karte kassierte. In Überzahl kam sein Freiburger Kontrahent noch mal bis auf einen Treffer heran - und ließ Vejrgang in letzten Momenten der Partie zittern.

Umgekehrter Verlauf im zweiten Viertelfinale zwischen Italiens Francesco Tagliafierro und Blizovsky: In der ersten Hälfte ging es hin und her, zur Pause führte der Paderborner nur hauchzart mit 4:3. Nach dem Seitenwechsel drehte Blizovsky dann aber auf, ließ kaum mehr Chancen von 'Obrun' zu und erhöhte auf 7:3. Tagliafierro gelang kurz vor Abpfiff nur noch das 4:7 zum Endstand.

Das aufregendste und torreichste Viertelfinale stieg zwischen Yilmaz und dem Rumänen Razvan Puiu: Nach nicht mal vier Ingame-Minuten führte der Niederländer bereits mit 2:0. 'RvPLegend' drehte die Partie noch im ersten Durchgang in ein 5:3 zu seinen Gunsten. In der zweiten Hälfte präsentierte sich Yilmaz wieder besser, fand zurück ins Spiel und erzielte spät den 8:7-Siegtreffer (89.).