Der EV Zug ist mit einem herben Dämpfer ins neue Jahr gestartet. Zum Auftakt wurden die Zentralschweizer regelrecht überfahren und kassierten eine deutliche 0:7-Klatsche. Auch im darauffolgenden Spiel blieb die erhoffte Reaktion aus: Vor heimischem Publikum unterlag das Team von Michael Liniger dem EHC Kloten mit 1:2 nach Verlängerung. Damit wartet der EVZ zum Jahresbeginn weiterhin auf ein Erfolgserlebnis.
Offensive stockt: grosse Namen in Katerstimmung
Trotz einer grossen Anzahl an Schüssen auf das gegnerische Tor kommt der EV Zug derzeit nur selten zum Erfolg. In den ersten beiden Spielen des neuen Jahres erzielten die Zentralschweizer gerade einmal ein einziges Tor und dieses entstand nicht einmal aus einem gewöhnlichen Schuss. Andreas Wingerli lenkte den Puck mit dem Schlittschuh zum bislang einzigen EVZ-Treffer 2026 ab.
Ein Grund für die offensive Flaute scheint die momentane Formschwäche der Leistungsträger Dominik Kubalik und Tomas Tatar zu sein. Die beiden Importspieler fielen insbesondere bei der deutlichen Niederlage gegen den Lausanne HC negativ auf und beendeten die Partie mit einer -4- und einer -5-Bilanz.
Während Kubalik gegen den EHC Kloten immerhin fünf Schüsse aufs Tor abgab, blieb Tomas Tatar sowohl in diesem Spiel als auch bei der Kanterniederlage gegen Lausanne ohne einen einzigen Abschluss auf das gegnerische Tor. Auch Trainer Michael Liniger zeigte sich nach dem Auftritt unzufrieden: "Von einigen Spielern habe ich eine Reaktion gesehen, aber nicht von allen", so Liniger gegenüber der Luzerner Zeitung.
Liniger ist ratlos: "Es ist immer etwas anderes"
Für den EV Zug bleibt die laufende Saison eine einzige Achterbahnfahrt. Den Zentralschweizern ist es bislang nicht gelungen, drei Siege in Serie einzufahren, Konstanz ist weiter ein Fremdwort. Ein klares Hauptproblem lässt sich dabei kaum ausmachen, vielmehr tauchen von Spiel zu Spiel neue Baustellen auf.
Gegen Lausanne HC wurde die Defensive regelrecht überrollt, zu viele Puckverluste brachten das Team früh ins Hintertreffen. Im Heimspiel gegen den EHC Kloten hingegen klemmte es in der Offensive, zwingende Abschlüsse blieben Mangelware. Dazu kam in dieser Saison immer wieder das Fehlen wichtiger Leistungsträger, was zusätzliche Unruhe ins Spiel brachte.
Auch Headcoach Michael Liniger wirkt zunehmend ratlos. "Wenn man wüsste, woran es jeweils fehlt, könnte man gezielt daran arbeiten, aber es ist immer etwas anderes", erklärte der EVZ-Trainer nach der Niederlage gegen die Flughafenstädter gegenüber dem Blick. Es fehle an Konstanz und es brauche "Lösungen" - diese zu finden gestalte sich jedoch als äusserst schwierig.
Nach Niederlagen findet Liniger häufig keine Erklärungen, so auch nach dem Spiel gegen Kloten: "Ich kann es nicht beantworten, vielleicht fehlende Konzentration." Antworten bleiben beim EV Zug derzeit weiterhin aus.
CHL als einziger Lichtblick - aber auch mit einem Nachteil
International zeigt der EV Zug derzeit ein ganz anderes Gesicht. Mit einer starken Reaktion gegen Lukko Rauma sicherten sich die Zentralschweizer den Einzug in den Halbfinal der Champions Hockey League, wo nun das schwedische Topteam Luleå Hockey wartet. Als einziges Schweizer Team schaffte es die Mannschaft von Michael Liniger zunächst in den Viertelfinal und steht nun sogar unter den letzten vier Europas.
Der starke Auftritt auf internationaler Bühne ist aktuell jedoch der einzige wirkliche Lichtblick aus Zuger Sicht. Gleichzeitig bringt der CHL-Erfolg auch neue Herausforderungen mit sich. Durch den Halbfinaleinzug steht dem EVZ in den kommenden zwei Wochen ein äusserst intensives Programm bevor: Acht Spiele in nur 14 Tagen verlangen dem Kader alles ab.
Erschwerend kommt hinzu, dass bei den Zentralschweizern weiterhin fünf Spieler auf der Verletztenliste stehen. Die Belastung dürfte damit weiter steigen und die kommenden Wochen werden für den EV Zug nicht nur sportlich, sondern auch physisch zu einer echten Bewährungsprobe.
Kostet der Fehlstart die direkte Playoffqualifikation?
Zu Saisonbeginn gingen viele davon aus, dass der EV Zug dank seines hochkarätig besetzten Kaders die Regular Season an der Tabellenspitze abschliessen würde. Die aktuelle Realität sieht jedoch deutlich anders aus. Die Zentralschweizer belegen derzeit nur Rang acht und müssen um die direkte Qualifikation für die Playoffs bangen.
Der EVZ liefert sich momentan ein enges Rennen mit den SC Rapperswil-Jona Lakers und den ZSC Lions um Platz sechs - den letzten Rang, der direkt für die Playoffs berechtigt. Mit einem gelungenen Start ins neue Jahr hätte sich das Team von Michael Liniger über den Strich festsetzen können. Stattdessen hat der Fehlstart zur Folge, dass der EV Zug weiterhin unter Druck steht und aktuell ausserhalb der direkten Playoffplätze rangiert.