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Draisaitl: "Und natürlich bin ich ein kleines bisschen stolz"

kicker

Leon Draisaitl hat es geschafft, eine außergewöhnliche Marke in seiner schon jetzt großen Karriere erreicht: Als erster Deutscher und insgesamt 103. Spieler in der NHL-Geschichte knackte er beim 6:4 seiner Edmonton Oilers gegen die Pittsburgh Penguins die Marke von 1000 Scorerpunkten in der NHL. Er erreichte sie mit einem Assist zum 1:0, eine von vier Vorlagen des Kölners an diesem Abend.

"Ich bin natürlich sehr dankbar und auch ein kleines bisschen stolz", sagte Draisaitl und verwies auf die vielen Unterstützer auf seinem Weg dorthin. Und mit Blick auf die Reise eines kleinen Jungen von Köln bis zum Superstar in der NHL: "Es ist einfach ein Traum. Ich bin in Deutschland aufgewachsen, es war ein langer Weg bis hierhin."

Sein Trainer Kris Knoblauch bezeichnete Draisaitl als "wirklich bemerkenswerten Spieler", Superstar und Freund Connor McDavid meinte: "Er arbeitet sich den Allerwertesten auf, ich sehe es jeden Tag aus erster Perspektive. Es kommt nicht überraschend, dass er diese Marke erreicht und das auch so schnell." Im 824. Karrierespiel, genauer gesagt. Den ersten Punkt holte er sich mit einem Assist am 15. Oktober 2014 gegen die Arizona Coyotes.

1500 Karrierepunkte sind mehr als realistisch

Dabei ist Draisaitl erst 30 Jahre alt, steht noch in der Blüte seiner Karriere und steht nach dieser Saison für weitere sieben Jahre bei den Edmonton Oilers unter Vertrag. Bleibt er künftig weitgehend von Verletzungen verschont, ist selbst eine Prognose von 1500 Punkten am Karriereende eher pessimistisch kalkuliert, ein Nachlassen bei der Produktivität mit zunehmendem Alter einkalkuliert. Die Marke von 1500 Punkten haben übrigens nur 16 Spieler jemals geknackt, die Elite der Elite, angeführt vom großen Wayne Gretzky mit 2857 Scorerpunkten.

Draisaitl bringt Deutschland damit als neuntes Land in den Kreis der Nationen, die Spieler mit tausend und mehr Scorerpunkten haben. Ganz vorne natürlich Kanada, das Mutterland des Eishockey, das 73 der nun 103 Spieler stellt. Es folgen die USA mit elf Spielern, Schweden mit sechs und Russland mit fünf. Finnland, Tschechien und die Slowakei haben jeweils zwei Spieler hervorgebracht, Slowenien mit Anze Kopitar einen. Wie nun Deutschland mit Draisaitl. Als Nächstes greift er die Top-100 der ewigen Scorerliste an, neun Punkte fehlen ihm dafür auf Steve Larmer (Chicago Blackhawks, New York Rangers).

Die Edmonton Oilers sind wiederum im Laufe ihrer 46 Jahre in der NHL gesegnet mit Superstars gewesen. Als erste Franchise haben sie fünf Spieler, die in ihrem Trikot mindestens tausend Scorerpunkte geschafft haben. Draisaitl gesellt sich zu Gretzky, Jari Kurri, Mark Messier und McDavid. Eine illustre Gesellschaft, Namen, die jedem Eishockey-Fan auf der Zunge zergehen.

Noch eine bemerkenswerte Statistik: Draisaitl zeichnete bislang für 22,6 Prozent aller deutschen Scorerpunkte in der NHL-Geschichte verantwortlich, also fast ein Viertel. Tendenz noch steigend. Marco Sturm folgt mit elf Prozent, Jochen Hecht mit 10,5 Prozent, Tim Stützle mit 8,1 Prozent. Der Center der Ottawa Senators ist zwar noch weit weg, könnte eines Tages jedoch Draisaitl in den Tausender-Klub folgen. In 399 Partien kommt der erste 23-Jährige auf 359 Scorerpunkte.

Draisaitls letzte große Sehnsucht

Draisaitls größtes Ziel bleibt natürlich der Gewinn des Stanley Cup, erst recht nach den beiden Finalniederlagen gegen die Florida Panthers 2024 und 2025. Seine 1000 Scorerpunkte verteilen sich übrigens auf 416 Tore und 587 Assists. Dazu kommen sagenhafte 141 Punkte in nur 96 Playoff-Partien. Man wünscht ihm eigentlich nur zwei Dinge: Irgendwann diesen einen Cup und mehr Anerkennung in Deutschland. Diese hat er mehr als verdient.