Nicht nur erzielte er sein erstes Ligator, sondern entschied auch im Penaltyschiessen das Spiel. Die Fans in der BCF Arena feierten ihn mit Standing Ovations, während selbst Vereinslegende Julien Sprunger vom Youngster angespornt wurde. "Es ist wirklich unglaublich, auch wenn ein bisschen Glück dabei war", sagte Boppart nach dem Spiel gegenüber Blick.
Bereits in der 28. Minute glänzte der junge Stürmer, als er den Ausgleichstreffer für die Drachen erzielte. Dabei setzte er sich geschickt gegen Tim Mathys durch und verwertete den Abpraller von Luca Boltshauser. Doch sein wahrer Moment kam im Penaltyschiessen: Als einziger Spieler traf er ins Netz und sicherte damit den Sieg. "Als ich allein aufs Eis kam, habe ich einfach versucht, mich zu konzentrieren, tief durchzuatmen und mein Bestes zu geben", erklärte der 19-Jährige.
Das Vertrauen in den Rookie zahlte sich aus. Boppart war der erste Spieler, den Assistent Lars Leuenberger im Penaltyschiessen aufs Eis schickte. Cheftrainer Roger Rönnberg unterstützte diese Entscheidung: "Lars hat ihm vertraut, und ich habe ihn darin bestärkt." Für Boppart war es ein unvergessliches Erlebnis: "Ich war in meiner eigenen Welt. Es war ein unglaubliches Gefühl, zu hören, wie sie meinen Namen skandierten."
Selbst Oldie Sprunger wurde inspiriert
Auch erfahrene Spieler wie Captain Julien Sprunger, der selbst ein Tor zum 2:1 beisteuerte, waren beeindruckt. Der 40-Jährige, der am Ende der Saison seine Karriere beendet, meinte augenzwinkernd: "Wenn der Junge schon ein Tor schiesst, muss es auch der Alte tun." Gleichzeitig betonte er, wie besonders dieses Debüt für Boppart war: "Es ist ein Traum für ihn, auf diese Weise zu beginnen."
Doch der Erfolg des Teenagers begann nicht ohne Nervosität. "Ich hatte Schwierigkeiten zu schlafen und war sehr nervös", gestand er. Der Tag war für ihn stressig, doch am Ende wurde er für seinen Einsatz belohnt. Seine Eltern, die im Publikum sassen, erlebten den besonderen Moment live mit.
Das Spiel gegen die SCL Tigers war für Boppart nicht nur sportlich ein Highlight. Es fand ausgerechnet gegen ein Team statt, das nur 25 Minuten von seinem Heimatort Burgdorf entfernt liegt. "Ich habe noch Freunde in Langnau, bin aber heute nicht allzu traurig für sie", sagte er lachend. Rivalität kennt er auch aus der Familie: "Da ich beim SCB war und mein Bruder bei den Tigers, war es immer eine Rivalität zwischen uns."